Ein frischer FC Stans überflügelt die Gunzwiler

Beim FC Gunzwil (2. Liga regional) hat man die Ideen des neuen Trainers noch nicht aufgesaugt.

Ruedi Vollenwyder
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Der Stanser Stürmer David Lehmann (rechts) ist zu schnell für Gunzwil-Verteidiger André Furrer.

Der Stanser Stürmer David Lehmann (rechts) ist zu schnell für Gunzwil-Verteidiger André Furrer.

Lz / Boris Bürgisser / LZ / Boris Bürgisser

Nach 21 Tagen Spielpause und einer selbstauferlegten zweiwöchigen Trainingspause (Stans-Trainer Benji Hess: «Wir waren dies der Gesundheit der Spieler schuldig.») trat der FC Stans mit nur zwei Trainingseinheiten in den Beinen etwas verunsichert zum Restart gegen den FC Gunzwil an. Und rief eine wirklich gute Leistung ab. Der FC Gunzwil musste das Eichli-Spielfeld mit einer 1:3 (1:1)-Niederlage verlassen. Die «ausgeruhten» Stanser sprühten nur so vor Spielfreude und setzten die von Sebastian Schindler trainierten Gunzwiler praktisch die gesamte erste Halbzeit unter Druck.

Den Lohn holte das Hess-Team schon in der 26. Minute ab: Nach einem Topzuspiel von Nico Stalder verwertete Marc Kuster den Ball zur verdienten 1:0-Führung. Aber nur neun Minuten später glich Elia Ramundo, entgegen dem Spielverlauf, mit einem Weitschuss zum 1:1 aus. Danach vergab David Lehmann mit einem satten Schuss an die Lattenunterkante die erneute Führung für Stans (40.).

Nando Wyrsch sorgt für die Entscheidung

«Dahin geht mein einziger Kritikpunkt an die Adresse meines Teams. Wir hätten viel früher alles klarmachen müssen», sinnierte FCS-Chef Benji Hess. Er spricht dabei weitere Topmöglichkeiten von David Lehmann (71.) und Nicolas Schneuwly (72.) an. Der mehr als verdiente Führungstreffer fiel dann doch noch. Nach einer Superkombination über Sandro Howald und David Lehmann landete der Ball auf dem Fuss des eingewechselten Nando Wyrsch: 2:1 (78.). In der 90. Minute hofften die kämpferisch zwar guten, spielerisch aber nicht überzeugenden Gunzwiler noch auf den Ausgleich. Es reichte nicht: Stans-Goalie Manuel Odermatt fischte den Freistoss-Ball, getreten von Thimo Fleischli, gekonnt aus der tiefen unteren Torecke.

In der Nachspielzeit setzte Gunzwil nochmals alles auf eine Karte. Auch Goalie Moses König schaltete sich in den Angriff ein. Gunzwil wurde prompt mit einem weiteren Gegentor eingedeckt. Der sehr aktive Nicolas Schneuwly lancierte Nando Wyrsch mit einem weiten Ball in Richtung des verlassenen Tores. Der beim FC Luzern (U17) ausgebildete Jungspund musste nur noch zum siegsichernden 3:1 abschliessen. Der in der 53. Minute für Nico Stalder eingewechselte 17-jährige Bank-Lehrling meinte strahlend: «Nach einer überstandenen Verletzung (Knochenhautentzündung) und mit nur zwei Trainings in den Beinen hatte ich einen guten Einstand. Dass mir dabei gar zwei Tore glückten, das macht mich stolz. Denn es waren meine beiden ersten Tore für den FC Stans.» Und schob lässig nach: «Die Aufgabe war nicht so schwierig. Ich musste ja nur die gute Vorarbeit meiner Mitspieler vollenden.»

Gunzwils neues System braucht noch etwas Zeit

Und wie sieht es mit seinen sportlichen Ambitionen aus? «Ich bin keiner, der dem Fussball alles unterordnet, möchte den Mix zwischen Beruf und Fussball ausloten. Wenn ich auf dem Platz stehe, dann gebe ich Vollgas und will dem Team helfen. Ich bin einer, der immer nach vorne blickt.»

Beim FC Gunzwil und dessen neuen Trainer Sebastian Schindler sah die Gemütslage nach der dritten Niederlage in Serie eher trist aus. Er sei eben Fussball verrückt, will nur das Beste aus dem Team herausholen. Und ist deshalb über den Auftritt in Stans enttäuscht. «Wir haben die erste Halbzeit völlig verschlafen und zu viele Eigenfehler gemacht.» Er, der das 4-3-3-System bevorzugt, viel Ballbesitz will und ein hohes Pressing verlangt, sah seine Ideen im Match gegen Stans nicht umgesetzt. Der 38-jährige Deutsche konnte seine Ideen bislang noch nicht in die Köpfe des Teams einimpfen. «Meine fussballerische Philosophie ist auch nach drei Monaten bei den Spielern noch nicht restlos angekommen. Ich will weg vom Spiel mit langen Bällen wie im Match gegen Stans ausgemacht. Meine Mannschaft soll vermehrt das spielerische Element in den Vordergrund stellen. Doch das braucht seine Zeit», meinte Sebastian Schindler.

Und noch ein Fakt gibt ihm zu denken und ist für den unbefriedigenden Start in die neue Saison (11 Spiele, 11 Punkte) mitverantwortlich. «In den ersten vier Partien kassierten wir ebenso viele rote Karten. Darunter waren auch Leistungsträger, die mir dann in den Spielen fehlten.» Ein Makel, der für ihn als Trainer für das Umsetzen seiner Ideen nicht gerade förderlich gewesen sei.