Die Liebe zum Verein treibt den Handballfan Daniel Aregger an

Der HC Malters hat Daniel Aregger für den neuen Ehrenamtspreis des Schweizerischen Handballverbands nominiert.

Stephan Santschi
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Der HC Malters ist seine grosse Leidenschaft: Daniel Aregger, Mädchen für alles im Verein (hier auf seiner Terrasse in Schachen).

Der HC Malters ist seine grosse Leidenschaft: Daniel Aregger, Mädchen für alles im Verein (hier auf seiner Terrasse in Schachen).

Bild: Patrick Hürlimann (26.August 2020)

Die Zahlen sind beeindruckend: Das Engagement der Ehrenamtlichen in der Schweizer Sportszene entspricht einem Arbeitsvolumen von 23000 Vollzeitstellen und einer Wertschöpfung von zwei Milliarden Franken. Darum ist es richtig, wenn Verbände diesen fleissigen und bescheidenen Schaffern eine Plattform geben. So wie es jetzt der Schweizerische Handballverband mit dem neu lancierten Ehrenamtspreis tut. In einer Vorauswahl sind zehn Kandidaten nominiert worden. Ende Woche beginnt auf www.handball.ch voraussichtlich das Publikumsvoting, das bis Ende September dauert. Die Zentralschweiz ist dreifach vertreten, und zwar mit Esther Stutz, der Kioskverantwortlichen des LK Zug, Paul Luternauer, dem Betreuer der 1. Mannschaft im TV Dagmersellen und…

…Daniel Aregger vom HC Malters. «Ich bin überrascht, dass mich mein Klub nominiert hat. Das ist eine schöne Aktion des Verbandes, zumal das Ehrenamt in der eigenen Gemeinde zu wenig beachtet wird», sagt der 55-Jährige aus Schachen. Als Beispiel nennt er die Parkgebühr, die beispielsweise ein Helfer des HC Malters vor der Sporthalle Oberei ab einer Parkzeit von 90 Minuten bezahlen müsse. «Weshalb gibt es für sie keine Parkkarten? Das finde ich daneben. Diese Helfer werden nicht wahrgenommen oder erst dann, wenn in der Zeitung steht, dass sich der Verein auflösen musste, weil er keine Leute mehr hat.» Zumindest die Juniorentrainer könnten mittlerweile eine Parkkarte beantragen. Die Freude am Ehrenamt ist bei Daniel Aregger ungebrochen. 1979 stiess er zum HC Malters. Während 20 Jahren wirbelte er als pfeilschneller Linkshänder am rechten Flügel, ehe er auf die Vorstandsebene wechselte. Offiziell ist er der Technische Leiter des Vereins, in Tat und Wahrheit aber das Mädchen für alles. Spielpläne erstellen, Schiedsrichter rekrutieren, Hallendienst und Zeitnehmer organisieren, Teilnehmer für die Liveticker-Kurse aufbieten, Busliste für Auswärtsspiele führen und vieles mehr zählt zu seinem Aufgabenbereich. Wenn er mal aufhöre, brauche es gleich mehrere Nachfolger, sagt er schmunzelnd. Wobei er nicht vorhat, abzutreten. «Ich sehe kein Ende kommen, bis auf weiteres mache ich weiter.»

Dienstantritt um 1 Uhr morgens in der Backstube

Doch wo liegt sie begründet, seine Leidenschaft für den Klub in der Luzerner Agglomerationsgemeinde? «Ich habe einfach Freude am Handball. Der Sport ist hart, aber fair», erklärt Aregger. Zudem sei im Verein generell viel Herzblut spürbar und es herrsche eine sehr familiäre Atmosphäre. «Seit Jahren sind im Vorstand alle Sparten sauber abgedeckt, das ist nicht selbstverständlich.» Frei von Problemen sei man indes nicht. «Aktuell haben wir einen Mangel an Schiedsrichtern. Wir bräuchten elf, haben aber nur drei.»

Der Alltag von Daniel Aregger ist ein spezieller. Dienstantritt hat der gelernte Bäcker und Konditor jeweils um 1 Uhr morgens, bis 12 Uhr wird gearbeitet. Zu Hause trifft er auf einen reich gedeckten Mittagstisch, denn im zweiteiligen und mehrstöckigen Holzhaus in Schachen, dem Spycherhus, leben auch die Eltern und sein Bruder mit Familie. Nach ein paar Stunden Schlaf widmet sich Aregger ab 17 Uhr seiner Freizeittätigkeit, wozu neben dem Vorstandsjob beim HCM die Funktion als Kassier der Wasserversorgungsgenossenschaft Schachen, das passionierte Zusammenbauen von Computern oder das Handorgelspiel zählt. Nach drei weiteren Stunden Schlaf geht es wieder auf in die Backstube.

Ab nächstem Wochenende steht wieder der regelmässige Gang in die Sporthalle auf dem Programm, der Regionalhandball startet in die Saison (siehe Box). Die Aushängeschilder von Malters sind die 1.-Liga-Frauen und die 2.-Liga-Männer. Highlights wie das Cupspiel gegen Kriens-Luzern vor 800 Zuschauern im Jahr 2011 oder die Juniorenländerspiele des Master Cups 2019 bleiben ihm in unvergesslicher Erinnerung. Vor allem aber ist es die Liebe zu seinem Verein, die ihn antreibt. Ohne Daniel Aregger, so viel steht fest, würde in Malters kein einziges Handballspiel stattfinden.