Die Altdorfer Handballer wollen trotz Rückschlägen in die NLB

Der KTV Altdorf kehrt nach vier Wochen ohne Ernstkampf zurück und verliert gegen Muotathal mit 25:28.

Stephan Santschi
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Die Altdorfer (Mario Obad am Ball) haben ungewöhnliche Wochen hinter sich.

Die Altdorfer (Mario Obad am Ball) haben ungewöhnliche Wochen hinter sich.

Bild: Boris Bürgisser (Altdorf, 24.Oktober 2020)

«Es war eine ganz schwierige Zeit.» Mario Jelinic, der Spielertrainer von 1.-Ligist Altdorf, blickt auf sehr ungewöhnliche Wochen zurück. Hochwasser, Coronaquarantäne, drei Spielabsagen, ein Punktverlust nach einem Protest und ein gescheitertes Hallenprojekt – für die Urner kam in der jüngeren Vergangenheit einiges zusammen. Wenig überraschend war daher, dass am Samstag, im ersten Spiel seit einem Monat, nicht alles wunschgemäss glückte. Zu Hause gegen Muotathal verloren sie mit 25:28, es war die erste Niederlage der Saison. «Es war von Beginn weg ein knappes Duell, Muotathal war unangenehm und besser, das muss ich ehrlich sagen», resümiert Jelinic. Doch dazu später mehr.

Die Altdorfer kehrten also ins Wettkampfgeschehen zurück, ihr letzter Auftritt datierte vom 26. September. Damals begann bereits das Ungemach, die Emmer legten Protest gegen die Wertung des Spiels ein, welches die Urner mit 25:24 gewonnen hatten. Nachweislich wurde ein Tor von Jelinic gezählt, das gar nicht gefallen war, weshalb das Resultat im Nachhinein auf ein 24:24-Remis korrigiert worden ist. «Das ist nicht ganz fair. Im letzten Angriff gingen wir nicht mehr aufs Tor zu, weil wir uns in Führung glaubten», findet Jelinic. Seinem Team sagte er deshalb: «Das Spiel in Emmen betrachten wir für uns als gewonnen.» Der Verein verzichtete mangels Erfolgsaussichten auf einen Rekurs – im Wissen, dass der HC Kriens-Luzern und Kadetten Schaffhausen in der vergangenen NLA-Saison mit einer ähnlichen Situation einen Präzedenzfall geschaffen hatten. Die Partie endete damals 24:24, wurde aber in einen 25:24-Sieg für die Schaffhauser umgewandelt, weil eines ihrer Tore nicht erfasst worden war. Der Rekurs der Luzerner war daraufhin abgewiesen worden.

Altdorfer bleiben 13 Tage ohne Training

Damit nicht genug des Frusts für den KTV Altdorf. Als Nächstes fiel das Heimspiel gegen Olten buchstäblich ins Wasser, nachdem die Zufahrtsstrassen wegen eines Unwetters geschlossen worden waren. Auch die folgenden Partien gegen Muri und Kriens mussten verschoben werden, weil sich die Mannschaft wegen drei Coronafällen in corpore für zehn Tage in Quarantäne begeben musste. «In der geschlossenen Wohnung zu bleiben, ist für einen Sportler schwierig», erzählt Jelinic. Insgesamt 13 Tage blieb sein Team ohne Training, erst am vorletzten Montag kehrte es in die Halle zurück. Schliesslich musste der Verein auch noch das Hallenprojekt in Flüelen aufgeben, weil dort Widerstand gegen die Pläne aufgekommen war.

Gut also, können sich die Altdorfer nun wieder auf das Sportliche konzentrieren. Der Auftakt ins Heimspiel gegen Muotathal gelang am Samstag nach Mass, nach fünf Minuten führten sie 4:1. Die Schwyzer, die zuletzt bereits Muri und Emmen auswärts überrumpelt hatten, drehten aber auf und lagen zur Pause mit 15:13 vorne. Mit der Manndeckung auf die Rückraumspieler Jelinic und Mario Obad kamen die Urner nicht zurecht, zudem wurde mit Tomas Adamcik der letzte in Quarantäne verbliebene Akteur schmerzlich vermisst. Altdorf kam zuweilen noch bis auf einen Treffer heran, letztmals zwei Minuten vor Schluss (24:25). Am Ende unterliefen dem Heimteam aber zu viele technische Fehler.

Abgesehen vom missglückten Comeback ist Jelinic mit den Auftritten bisher «zufriedener als letzte Saison», wie er sagt. Mit ihm, Adamcik und Obad ist die Anzahl Ausländer von fünf auf drei reduziert worden. «Spieler aus dem Kanton erhalten nun mehr Spielzeit.» Was nicht heisst, dass die Ambitionen kleiner geworden sind. «Wir wollen in die NLB. Wenn möglich schon in dieser Saison.»

Altdorf – Muotathal 25:28 (13:15)
Feldli. – 200 Zuschauer. – SR Rachad/Odermatt. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Altdorf, 3-mal 2 Minuten gegen Muotathal. – Altdorf: Luthiger/Amrein; Aschwanden (2), Arnold, Fallegger (4), Baumann (1), Ledermann (3), Auf der Maur (4), Obad (4), Jelinic (7/3). – Muotathal: Remo Betschart/Oechslin; Suter (4), Gwerder (6), Henseler (1), Kevin Heinzer (6), Noah Heinzer (4), Kurti (4/1), Martin Betschart (3), Lüönd. – Bemerkung: Luthiger hält Gwerder-Penalty (7./4:2).