FC Wil: Dem Leader getrotzt

Der FC Wil und Servette trennen sich in einem guten Spiel 1:1. Die Wiler dürfen lange vom Vollerfolg träumen, ehe Servette mit einem Penalty in der 87. Minute der Ausgleich gelingt.

Pascal Ibig
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Legenden: Wil gegen Servette ist auch Trainer Ciriaco Sforza gegen Coach Alain Geiger (rechts). (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Legenden: Wil gegen Servette ist auch Trainer Ciriaco Sforza gegen Coach Alain Geiger (rechts). (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Die Wiler starteten gut in das erste Heimspiel unter dem neuen Trainer Ciriaco Sforza. Schon mit dem Anpfiff war die Marschrichtung vorgegeben – Sforza hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt. Bereits nach 53 Sekunden kam Ivan Audino zur ersten Chance für die Wiler. Noch konnte er den Torhüter der Genfer, Jérémy Frick, nicht bezwingen. Auch in der Folge setzten die Wiler mit fünf Spielern den Gegner in dessen Platzhälfte früh unter Druck. Vor allem versuchten sie mit den offensiven Aktionen den Leader vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Genfer wirkten ob dieser taktischen Einstellung der Wiler überrascht. So kam es, dass den Genfern in der gesamten ersten Halbzeit kein einziger Schuss aufs Tor gelang. Den Höhepunkt der ersten Halbzeit brachte auf Wiler Seite Audino, der in der 31. Minute das Führungstor erzielte. Nach einem Seitenwechsel von Gonçalves auf die linke Seite hatte der Offensivspieler sein Glück gesucht. Ihm kam dabei Dominik Schmid zu Hilfe, der den Genfer Goalie im Sechzehnmeterraum irritierte.

Nach der Pause weiterhin Power-Fussball gespielt

Auch in der Zweiten Halbzeit knüpften die Wiler da an, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten. Sie setzten die Genfer früh unter Druck – ein gepflegter Spielaufbau war den Gästen weitestgehend nicht möglich. Der Power-Fussball, den Sforza beim Antritt angekündigt hatte, war deutlich zu erkennen. Und wenn die Genfer dann einmal doch in die Platzhälfte der Wiler kamen, so waren sie oft zu ungenau, um wirkliche Gefahr auszustrahlen.

So kam es, dass den Genfern bis zur 86. Minute kein einziger Abschluss aufs Tor gelungen war. In dieser Minute jedoch, in welcher Alex Schalk zunächst die Latte traf und anschliessend von Nick von Niederhäusern gehalten wurde, änderte sich alles. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Mychell Chagas schickte Zivko Kostadinovic in die falsche Ecke und verwandelte souverän.

Dass die Wiler aber auch nach diesem Treffer nicht aufgaben, zeigte sich lediglich zwei Zeigerumdrehungen später. Nach einem langen Ball von Magnus Breitenmoser tauchte Nias Hefti alleine vor dem Tor der Genfer auf. Seinen Kopfball konnte Frick mit einer Glanzparade noch über die Latte lenken. Die Gäste ihrerseits hatten schliesslich in der 94. Minute tatsächlich noch eine Grosschance. Nach einem Freistoss von Daniel Follonier war es Schalk, der alleine vor Kostadinovic auftauchte. Aber sein Kopfball fand den Weg ins Tor nicht – Kostadinovic rettete mit einem schönen Reflex den Wilern den Punkt.

Nach dem Spiel sah Trainer Sforza viel Gutes, er sagte: «Dass das Potenzial der Mannschaft vorhanden ist, sehe ich.» Auf die Frage, ob eher die Enttäuschung über die zwei verlorenen Punkte überwiegt oder die Tatsache zählt, dass man dem Leader ebenbürtig war, sagte Sforza: «Ich bin nicht enttäuscht. Ich habe eine Wiler Mannschaft gesehen, die Fussball spielen kann. Heute haben wir den Leader unter Druck gesetzt. Die Mannschaft hat vor niemanden Angst.»

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