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Sina Cavelti kommt beim FC Luzern in Fahrt

Der FC Luzern schlägt Yverdon 2:1. Die NLB-Torschützenkönigin der letzten Saison trifft im dritten Spiel in Folge.

Stephan Santschi
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Die Luzerner Stürmerin Sina Cavelti (Mitte) setzt Yverdons Innenverteidigerin Elisa Zeller (links) unter Druck.

Die Luzerner Stürmerin Sina Cavelti (Mitte) setzt Yverdons Innenverteidigerin Elisa Zeller (links) unter Druck.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 30. Oktober 2021)

Der Jubel im Lager der Luzernerinnen war nach 95 Minuten gross. Der zweite Sieg in der Women’s Super League musste hart erdauert werden, seit dem Saisonauftakt im August und dem 5:1 gegen Lugano hatten sie nicht mehr gewonnen. «Klar sind wir erleichtert», sagte Trainer Edvaldo Della Casa nach dem 2:1-Arbeitsieg gegen Schlusslicht Yverdon.

«Fussballerisch war das zwar nicht, was wir erwartet haben. Dafür haben wir in anderen Partien gut gespielt, aber keine Punkte geholt.»

Tatsächlich fiel der Lohn für die Aufwärtstendenz der letzten Wochen gegen die besser klassierte Konkurrenz von Basel (0:1), Zürich (2:3) und YB (2:2) mager aus.

Mit diesem Erfolgserlebnis hat der FCL den Anschluss an das Tabellenmittelfeld wieder hergestellt. Immer besser in Fahrt kommt auch Stürmerin Sina Cavelti. Letzte Saison sorgte sie in der NLB für Furore, traf 28-mal (!) für Rapperswil-Jona und wurde mit grossem Vorsprung Torschützenkönigin. «Wenn eine Stürmerin ein solches Hoch hat, muss sie es einfach geniessen. Ich war selbst erstaunt», erzählt die 23-Jährige mit einem Lächeln. Interesse aus der höchsten Liga des Landes war ihr gewiss. «Trotzdem habe ich gezögert. Schliesslich war ich in Rapperswil zufrieden.»

Sabina Jackson sorgt für das Highlight

Mittlerweile ist die Schwyzerin aus Wollerau, die in Goldau an der PH studiert, auf der Allmend angekommen. Vier Mal traf sie für die Blauweissen seit dem Wechsel im Sommer, wobei sie nun dreimal hintereinander jeweils ein Tor markiert hat. Am Samstag gegen Yverdon stand Sina Cavelti am Ursprung des Triumphs. Nach einer Viertelstunde erwischte sie einen zu kurz geratenen Rückpass vor dem Goalie und staubte mit einem Flachschuss ab. Vier Minuten später sorgte ihre Teamkollegin für das Highlight des Nachmittags, aus 22 Metern traf Sabina Jackson in den Winkel zum 2:0. «30 Minuten haben wir dominiert, dann machten wir den Gegner stark», hielt Della Casa fest.

So souverän sein Team bis dahin auftrat, so schnell geriet es aus dem Tritt. Verantwortlich hierfür war eine Unachtsamkeit von Verteidigerin Rahel Sager, die sich von Tanja Bodenmann den Ball stibitzen liess. Die Waadtländer Capitaine gewann die anschliessende 1:1-Situation gegen die FCL-Torhüterin mit etwas Glück, das Geschehen war neu lanciert. Fortan entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, der kämpferische Aspekt lag im Vordergrund. Da beide Teams die Durchschlagskraft in der Offensive vermissen liessen, rettete der FCL den knappen Vorsprung über die Zeit. Auch Sina Cavelti konnte sich nach der gelungenen Startphase nicht mehr gewünscht in Szene setzen, «mit ihren Laufwegen und den stürmertypischen Bewegungen bringt sie aber neue fussballerische Elemente in unser Spiel», lobte Della Casa seine zentrale Angreiferin.

Fortschritte dank College-Soccer in Kentucky

Cavelti selbst fühlt sich gut im Spiel der Luzernerinnen, auch wenn der Anpassungsprozess noch nicht abgeschlossen ist:

«In Rapperswil war das Spiel auf mich zugeschnitten. Beim FCL bin ich eine von elf Figuren, die Verantwortung ist auf verschiedene Schultern verteilt.»

Eine gute Schulung in Sachen Teamgedanken erhielt sie in den USA, eineinhalb Jahre spielte Cavelti in Kentucky College-Soccer. Tempo, Physis und eine eher freche Note charakterisieren das Spiel der kräftigen Frau, die vor kurzem übrigens Schweizer Meisterin im Steinstossen wurde. Im Fussball bewundert sie Dortmunds Erling Haaland für dessen Zug aufs Tor. Wie weit sie selbst kommen kann, will sie beim FCL herausfinden. «Ich würde es bereuen, wenn ich es nicht ausprobierte.»

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