Zusammen mit vier Begleitern riss Niemiec auf der 152 km langen Etappe von Oviedo zu den Lagos de Covadonga früh aus. Als das Quintett, dem lange Zeit auch Kristof Vandewalle (Be), Cameron Meyer (Au), Javier Aramendia (Sp) und John Degenkolb (De) angehörten, die finale Steigung erreichte, spielte der 34-jährige Pole seine Kletterqualitäten aus und erwies sich unter den Ausreissern wenig überraschend als stärkster Bergfahrer. Am Ende rettete Niemiec fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel und feierte dergestalt den grössten Triumph seiner Karriere. Nie zuvor hatte er an einer der drei grossen Rundfahrten eine Etappe für sich entscheiden können.

Anders als am Samstag, als Oliver Zaugg den Traum vom Etappensieg erst kurz vor dem Ziel hatte begraben müssen und hinter dem Kanadier Ryder Hesjedal letztlich Zweiter geworden war, vermochte sich keiner der sechs verbliebenen Schweizer an der Spitze in Szene zu setzen. Zaugg verrichtete jedoch einmal mehr wertvolle Helferdienste und führte die Verfolgergruppe um Alberto Contador, seinen Teamleader bei Tinkoff-Saxo, in der ersten Hälfte des 12 km langen Schlussanstiegs Sekunde um Sekunde näher an die Ausreisser heran, ehe die Favoriten um den Gesamtsieg die Initiative ergriffen und förmlich den Berg hinauf flogen.

Am Ende fehlte nur wenig, und Alejandro Valverde (2.) oder Joaquim Rodriguez (3.) hätten Niemiec den Tageserfolg noch entrissen. Die beiden Spanier vermochten auf den letzten Metern auf den Gesamtleader Contador noch einige Sekunden herauszufahren, sodass der Vorsprung des Madrilenen in der Gesamtwertung um elf auf 31 Sekunden gegenüber Valverde schrumpfte. Rodriguez und der Brite Chris Froome liegen vor der Königsetappe von San Martin del Rey Aurelio nach La Farrapona am Montag 80 Sekunden hinter Contador zurück.