Tour de France

Nach seinem Horrorsturz: Cancellara muss die Tour abbrechen

Horror: Der Sturz von Fabian Cancellara an der Tour de France.

Horror: Der Sturz von Fabian Cancellara an der Tour de France.

Hiobs-Botschaft für alle Cancellara-Fans: Bei seinem Sturz in der 3. Etappe brach sich der Berner zwei Lendenwirbel. Somit ist die Tour für ihn zu Ende. Die Führung im Gesamtklassement übernahm Chris Froome.

Fabian Cancellaras Freude am Maillot jaune währte nur kurz. Nach einem schweren Sturz in der 3. Tour-Etappe musste der Berner das Trikot gleich bei erster Gelegenheit wieder abgeben. Neuer Gesamtleader ist Chris Froome, der Tagessieg in Huy ging an Joaquim Rodriguez.

Fabian Cancellaras emotionale Achterbahn an der 102. Tour de France hielt auch am dritten Tag an. "Man weiss in unserem Sport nie, was kommen wird. Man will natürlich nicht ein Kapitel mit einem Misserfolg abschliessen." Diese Aussage von Fabian Cancellara - erfolgt am Sonntag nach der Übernahme des Gelben Trikots bei seiner wohl letzten Tour-Teilnahme - sollte sich weniger als 24 Stunden später als fast prophetisch erweisen.

Purzelbaum bei 80 km/h

Der Gesamtleader wurde am Montag knapp 60 km vor dem Ziel bei leicht abfallender Strecke in einen Massensturz seltenen Ausmasses verwickelt. Als Erster ging bei diesem Zwischenfall weit vorne im Feld der Franzose William Bonnet zu Boden, rund 20 weitere Fahrer kamen danach bei rund Tempo 80 ebenfalls zu Fall. Unter ihnen befand sich auch Cancellara, der als Leader eher etwas zu weit hinten anzutreffen war. Der Schweizer sah zwar, was geschah und hoffte, dass er zwischen den gestürzten Fahrern durchschlüpfen konnte.

Sturz Tour de France

Doch er wurde von einem anderen Fahrer von hinten getroffen und dadurch neben die Strecke gedrückt. Dort geriet Cancellara in einen kleinen Graben. Es folgte ein Purzelbaum über den Lenker und die schmerzhafte Landung auf dem Rücken. "Dieser fühlt sich nicht gut an", so Cancellara. Gegenüber Teamchef Luca Guercilena sagte der Pechvogel, dass er ähnliche Schmerzen im Rückenbereich verspüre wie nach dem Sturz Ende März in Harelbeke. Damals brach er sich zwei Lendenwirbel und es dauerte neun Wochen, bis er wieder Rennen bestreiten konnte.

Cancellara Sturz Tour de France

MRI-Untersuchung im Spital

Das Teilstück, welches in der Schlussphase wie beim Halbklassiker Flèche Wallonne zur Mur de Huy hinaufführte, fuhr Cancellara zwar zu Ende. Da die Etappe durch Tour-Direktor Christian Prudhomme zunächst neutralisiert und danach für zehn Minuten ganz gestoppt wurde, fand das Maillot jaune auch wieder ins Hauptfeld zurück.

Nach der Pause ging es zunächst eher gemächlich weiter. Doch als im anspruchsvollen Finale wieder voll gefahren wurde, musste Cancellara rund 20 km vor dem Ziel abreissen lassen. Der Traum, das Gelbe Trikot noch zum 30. Mal zu tragen, war definitiv zu Ende. Bis ins Ziel handelte er sich fast zwölf Minuten Rückstand ein. Danach ging es so schnell wie möglich weiter ins Spital, um mittels MRI-Untersuchung die Schwere der Verletzung herauszufinden.

Fabian Cancellara mit schmerzverzerrtem Gesicht nach seinem Sturz rund 60 km vor dem Ziel

Fabian Cancellara mit schmerzverzerrtem Gesicht nach seinem Sturz rund 60 km vor dem Ziel

Wer beobachten konnte, wie Cancellara vom Velo stieg und die paar Stufen in den Teambus hinaufkroch, der konnte nicht wirklich an ein Happy-End für den Berner an dieser Tour glauben. Ähnlich äusserte sich auch Trek-Teamchef Luca Guercilena: "Immerhin konnte er die Etappe zu Ende fahren. Doch er hat Schmerzen und wir müssen nun den Befund aus dem Spital abwarten." 

Und dieser bestätigte schlussendlich die schlimmsten Befürchtungen: Cancellara brach sich wie bereits im Frühjahr zwei Lendenwirbel, wie er selbst auf Twitter bekanntgab. Über das vorzeitige Ende der 102. Tour der France sei er wahnsinnig enttäuscht, so Cancellara. (si/az)

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