Tour de France

Klasse statt Masse - Starke Schweizer mit Hirschi an der Spitze

Marc Hirschi bei der Siegerehrung auf den Champs-Elysées in Paris, wo er als kämpferischster Fahrer der diesjährigen Tour de France geehert wurde

Marc Hirschi bei der Siegerehrung auf den Champs-Elysées in Paris, wo er als kämpferischster Fahrer der diesjährigen Tour de France geehert wurde

Vier Schweizer starteten vor drei Wochen in Nizza zur 107. Tour de France. Das Quartett mit dem neuen Jungstar Marc Hirschi sowie Stefan Küng, Michael Schär und Sébastien Reichenbach fiel positiv auf.

Dass Marc Hirschi viel Talent hat, war bekannt. Dass der Berner aber gleich bei seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt derart ins internationale Rampenlicht fährt, damit hat nicht gerechnet werden können. Dreimal stand Hirschi auf dem Podest, in der 12. Etappe in Sarran krönte der 22-Jährige seine überragenden Leistungen mit seinem ersten Sieg bei den Profis - und dies ausgerechnet am wichtigsten Radrennen der Welt - und dem ersten Tour-Etappensieg eines Schweizers seit acht Jahren.

Seine guten Resultate und vor allem seine aktive Fahrweise trug Hirschi zudem die Auszeichnung als "Super Combatif", als kämpferischster Fahrer der Rundfahrt ein. "Das bedeutet mir sehr viel", sagte Hirschi gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF. Als Lohn durfte er wie Gesamtsieger Tadej Pogacar auf den Champs-Elysées in Paris auf das Podest steigen.

Dabei stand Hirschi zumindest offiziell nur "zum Lernen" am Start. Was hat er denn nun gelernt? "Dass eine Tour nicht nur physisch, sondern auch mental sehr hart ist", so Hirschi. "Es ist wichtig, dass man in einen Rhythmus kommt während der drei Wochen, sich gut organisiert, dass man seine Ruhe findet, abschalten und genügend schlafen kann."

In der Gesamtwertung klassierte sich Hirschi im 54. Rang, mit einem Rückstand von fast drei Stunden auf Pogacar. Noch ist unklar, ob der Jungstar dereinst auch auf das Gesamtklassement grosser Rundfahrten fahren kann und will. Eintagesrennen scheinen dem Profi des Teams Sunweb derzeit noch eher zu liegen.

Bereits an der WM am kommenden Sonntag kann sich Hirschi wieder beweisen. Er startet im italienischen Imola als Leader der Schweizer Equipe. Wenn er sich von der Tour de France gut erholt, ist mit ihm im Kampf um die Medaillen sicher zu rechnen. Zahlreiche Experten zählen ihn bereits zu den Topfavoriten.

Auch die anderen Schweizer fuhren eine aktive Tour de France. Nebst Hirschi (dreimal) wurden auch Michael Schär (nach der 1. Etappe) und Stefan Küng (10. Etappe), der mit Blick auf das WM-Zeitfahren nach 16 Etappen ausstieg, je einmal als kämpferischster Fahrer des Tages ausgezeichnet. Reichenbach, der vierte Schweizer, klassierte sich derweil als bester des Quartetts im 24. Rang der Gesamtwertung (1:39:27 hinter Pogacar).

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