Tour de France

Heute beginnt die Tour de France und das Motto lautet: Alle gegen Buhmann Froome

Christopher Froome wird an dieser Tour der Gejagte sein.

Christopher Froome wird an dieser Tour der Gejagte sein.

Heute Samstag beginnt in Noirmoutier-en-l'Île die diesjährige Tour de France. Der Weg zum fünften Triumph im wichtigsten Radrennen der Welt wird für den Briten hart: Die Herausforderer lauern.

Die französischen Fans empfingen Chris Froome mit donnernden Buhrufen und gellenden Pfiffen, sein Ruf ist beschädigt, hinter seiner Form stehen Fragezeichen: Der langjährige Tour-de-France-Dominator ist vor der heute Samstag startenden 105. Frankreich-Rundfahrt angreifbar wie lange nicht mehr.

Der 3351 km lange Weg zum Podium in Paris und seinem historischen fünften Gesamtsieg wird zur grössten Prüfung in der Karriere des erfolgsverwöhnten Briten. Die Konkurrenz ist zahlreich, namhaft und bestens vorbereitet – der Sturz des aktuellen Tour-Königs ist wahrscheinlicher denn je.

Froome nimmt die schwierige Aufgabe mit dem nötigen Respekt an. «Dieses Rennen wird jetzt die grösste Herausforderung meines Lebens», sagte der Kapitän des umstrittenen Sky-Teams.

Die Asthmamittel-Affäre nach einer auffälligen Dopingprobe bei der Vuelta 2017 sorgt vor dem Grand Depart in der Vendée allerdings weiterhin für viel Wirbel. Froomes Freispruch durch Welt-Antidoping-Agentur Wada und Radsport-Weltverband UCI am vergangenen Montag ändert daran wenig.

Sorgen über Fan-Attacken

Im Peloton herrscht zudem Sorge über Attacken der Fans auf den in Frankreich unbeliebten Froome. Dass diese nicht unberechtigt sind, bewies die Teampräsentation am Donnerstag in La Roche-sur-Yon, bei der Froome ein gellendes Pfeifkonzert und lautstarke Buhrufe durch das Publikum erwarteten.

Froome e la Sky accolti così dai simpaticoni d'oltralpe 🤔 #TourIgnorante

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So wurde Chris Froome bei der Teampräsentation empfangen

Auf Schwächephasen spekuliert die Konkurrenz. Eine prominente Auswahl an erfahrenen Top-Fahrern will der Dominanz Froomes nach drei Tour-Siegen nacheinander ein Ende bereiten.

Der Franzose Romain Bardet (AG2R La Mondiale), Ex-Tour-Sieger Vincenzo Nibali (Italien/
Bahrain-Merida), der Australier Richie Porte (BMC Racing Team), der Vorjahreszweite Rigoberto Uran (EF Education First-Drapac) und dessen kolumbianischer Landsmann Nairo Quintana (Movistar) zählen zu den härtesten Rivalen Froomes.

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Romain Bardet, der einmal mehr die Hoffnungen der Grande Nation auf den ersten französischen Gesamtsieg seit Bernard Hinault vor 33 Jahren trägt, schob Froome trotz aller Umstände die Favoritenrolle zu. «Er ist immer noch der Hauptrivale. Aber man muss sehen, wie seine Form ist. Ich habe jedenfalls noch nie so ein gutes Team um mich herum gehabt», sagte er am Donnerstag.

Der Kurs ist für alle Sieganwärter gleichermassen herausfordernd. Das Mannschaftszeitfahren am Montag um Cholet, die Kopfsteinpflasterpassagen auf dem Weg nach Roubaix, der legendäre Anstieg nach L’Alpe d’Huez, der 65 km lange Bergsprint in der Schlusswoche und das bergige Zeitfahren der vorletzten Etappe werden zu Schlüsselstellen im Kampf um den Gesamtsieg.

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