Kommentar

Der Tour-Ausschluss von Chris Froome wäre verständlich, aber...

Die Tour-Organisatoren wollen Chris Froome nicht an der Tour.

Die Tour-Organisatoren wollen Chris Froome nicht an der Tour.

Dass der Brite Christopher Froome vom wichtigsten Radrennen der Welt ausgeschlossen werden könnte, ist weniger überraschend, als der Zeitpunkt in dem die Nachricht durchsickert.

Das geplante Vorgehen der Tour-de-France-Organisatoren im Fall «Chris Froome»
ist alles andere als überraschend. Es ist vielmehr erstaunlich, dass die ASO, welche das wichtigste Radrennen der Welt veranstaltet, so lange damit gewartet hat, die Ausschlussdrohung gegen den vierfachen Tour-Sieger an die Öffentlichkeit durchsickern zu lassen.

Es ist anzunehmen, dass man darauf gehofft hat, dass das nun schon über Monate dauernde juristische Hickhack um die Doping-Anschuldigungen gegen den Briten mit einem rechtskräftigen Urteil abgeschlossen wird. Das ist aber unglaublicherweise immer noch nicht passiert.

Nun hat die ASO das Heft offensichtlich selber in die Hand genommen und möchte Chris Froome von der Party ausschliessen. So wie das gemäss Reglement möglich ist. Auch wenn man sich bewusst ist, dass damit die nächste juristische Auseinandersetzung bevorsteht.

Mit Höllenritt zur Führung des Giro: Chris Froome kommt als Erster im Ziel an

Froome und sein Sky-Team werden alles daransetzen, dass der Superstar am kommenden Samstag in Noirmoutier-en-l’Ile am Start stehen darf. Dieses Vorgehen ist zwar rein objektiv nachvollziehbar. Froome wurde ja (noch) nicht als Dopingsünder überführt. Aber es zeigt eben auch die immer noch fehlende Sensibilität gegenüber dem Thema Doping auf.

Denn was hat das Sky-Team davon, wenn es einen Fahrer ins Rennen schickt, der drei Wochen lang von einer Anschuldigungs-Wolke verfolgt wird? Was auch immer Froome leisten wird: Es wird nur darüber diskutiert werden, weshalb er überhaupt das Rennen bestreiten darf.

Sein Husarenritt beim Giro d’Italia, der ihm letztlich den Gesamtsieg einbrachte, wurde überschattet von seinem ungeklärten Fall. Denn wer will schon einem potenziellen Betrüger zujubeln?

Umso wünschenswerter wäre es, wenn in der Causa Chris Froome endlich Klarheit herrschen würde. Die ganzen Diskussionen tragen mit Sicherheit nicht dazu bei, dass man die Tour de France ganz ohne Hintergedanken geniessen kann. Das wissen auch die Organisatoren. Deshalb ist ihre konsequente Haltung verständlich.

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