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Chris Froome: Der unbeliebte Dominator

Froome gewinnt auch in diesem Jahr die Tour de France.

Froome gewinnt auch in diesem Jahr die Tour de France.

In Frankreich hat sich die Wahrnehmung von Chris Froome gewandelt. Zu Hause in Grossbritannien muss der Tour-Dominator aber weiter um die Herzen der Fans kämpfen. Die Konkurrenz zittert vor 2018.

Die "engste Tour" seiner Karriere wird dem spindeldürren Mann noch einige Zeit in den Knochen stecken. Trotzdem hat der viermalige Champion Chris Froome, der seine Landsleute nicht gerade zu Begeisterungsstürmen animiert, die nächsten Herausforderungen bereits im Visier. Weil die 105. Tour de France wegen der Fussball-WM im kommenden Jahr am 7. Juli eine Woche später startet, prüft der Brite die "Option eines Doubles" mit Erfolgen in Italien und Frankreich.

Die Konkurrenz ist auf jeden Fall gewarnt. "Im nächsten Jahr nehme ich den fünften Sieg in Angriff", sagte Froome auf den Champs-Élysées, bevor er sich zur feuchtfröhlichen Teamfeier verabschiedete. Via Twitter postete er Bilder, auf denen sein Teamkollege Michal Kwiatkowski routiniert eine Champagnerflasche öffnet – augenscheinlich nicht die erste an diesem Abend.

Verhaltener Jubel in Grossbritannien

Unmittelbar nach der am Sonntag zu Ende gegangenen Frankreich-Rundfahrt genoss Triumphator Froome nach seinem vierten Triumph die öffentlichen Lobeshymnen vor Ort. In Frankreich wird er nach harten Jahren der Anpassung endlich als "Nice Guy" wahrgenommen. Zu Hause allerdings fiel der Jubel eher verhalten aus. Auch in Grossbritannien muss der als kühler Rechner und Kalkulator verschrieene Radprofi, dessen unattraktiver Fahrstil so gar nichts Elegantes hat, um Sympathiepunkte kämpfen.

"The Telegraph" schrieb immerhin, Froome bekomme nicht die Anerkennung, die er verdiene. Nach Grossereignissen im Fussball, Cricket oder Rugby laufen in Grossbritannien die Spiele am Tag danach in Endlosschleifen als TV-Wiederholungen. Bei der Tour de France: Fehlanzeige.

"Froomes grosse Stärke bei seinen vier Siegen ist seine Fähigkeit, sich allem anzupassen, was die Tour-Organisatoren ihm präsentieren und was das Schicksal verfügt", schrieb der "Guardian" am Montag eher lakonisch. Für die "Daily Mail" lief die Tour "weitestgehend nach Drehbuch, auch wenn der Team-Sky-Fahrer an einem besonders steilen Schlussspurt in den Pyrenäen zusammenbrach, weil er nicht vernünftig aufgetankt hatte." Jubel über die Heldentaten eines Landsmannes hören sich anders an. Bei Bradley Wiggins' Toursieg 2012 spielte das ganze Land verrückt. Die Engländer liebten den Mann mit den Ecken und Kanten.

Landa wohl zu Movistar

Egal, welche neuen sportlichen Prüfungen bevorstehen – eventuell sogar die Vuelta im September, die er noch nie gewonnen hat – im System Froome und Sky ist die Mannschaft alles. Mikel Landa, der den 3. Platz in Paris nur um eine Sekunde verfehlte, ist auf dem Sprung ins spanische Movistar-Team. Dort könnte Nairo Quintana Platz für den Spanier machen. "Ich möchte im nächsten Jahr selbst als Captain fahren", gab Landa nach seinem Tour-Debüt zu Protokoll. Für den Iberer könnte der französische Tour-Bergkönig Warren Barguil vom deutschen Sunweb-Team zu Sky kommen.

Froomes Edelhelfer Landa will im nächsten Jahr als Captain fahren.

Froomes Edelhelfer Landa will im nächsten Jahr als Captain fahren.

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