Dem zweiten Angriff von Aru war kein Kraut mehr gewachsen. Nachdem es der Italiener im happigen Schlussaufstieg bereits einmal probiert hatte, setzte der Astana-Profi 2 Kilometer vor dem Ziel mit der zweiten Attacke den finalen Nadelstich, sprengte das Feld der Spitzenleute des Gesamtklassements und brauste alleine dem Ziel entgegen. Aru, in der Bergwertung der 1. Kategorie getragen von den fanatischen Tifosi, zog seinen Antritt durch und gewann nach 225 km mit 21 Sekunden Vorsprung solo vor dem Kolumbianer Fabio Duarte. Eine Sekunde dahinter wurde Duartes Landsmann Nairo Quiantana Dritter.

Der Gesamtleader Rigoberto Uran, der nach der samstäglichen Etappe leicht angeschlagen schien, zeigte sich indes gut erholt und kam mit 42 Sekunden Rückstand ins Ziel, womit er seine Leaderposition problemlos verteidigte. Vielmehr nahm der Giro-Gesamtzweite des vergangenen Jahres im 15. Teilstück dem bis dato ärgsten Kontrahenten Cadel Evans (10.) 31 Sekunden ab. Im Gesamtklassement vergrösserte Uran somit den Vorsprung auf den 37-jährigen Australier auf 1:03 Minuten. Der Pole Rafal Majka (6.) weist als Gesamtdritter einen Rückstand von 1:50 Minuten auf, machte aber ebenfalls auf Evans Zeit gut. Neu an Vierter Stelle der Overall-Wertung liegt der Tagessieger Aru.

Am Montag kommt der Tross in den Genuss eines dritten Ruhetags an der Italien-Rundfahrt, bevor schliesslich die happige Schlusswoche gefahren wird. Zum Auftakt wartet bereits am Dienstag die Königsetappe über 139 km. Das Peloton erwartet zwei Bergpreise der 1. Kategorie und das Stilfserjoch.