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Penalty zwingt St.Gallen in die Knie

Enttäuscht: St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi.

Enttäuscht: St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi.

Der FC St.Gallen ist beim 0:1 gegen Athen lange die bessere Mannschaft. Ein harter Penaltypfiff bedeutet das Aus.

Regen, leere Sitze – so geisterhaft und trostlos war es nicht einmal in den letzten Super-League-Spielen zu- und hergegangen, als wenigstens 700 Zuschauer Stimmung machten. Ein einsames Klatschen rechts hinten bei der Bekanntgabe der Startaufstellungen, sonst nur das Trommeln der Tropfen auf dem Stadiondach. Europa-League-Qualifikation? Echt?

Am Ende ist aber doch noch etwas akustisches Feuer drin, Freudenschreie der Spieler des AEK Athen und wütende Stimmen von St.Gallern, die das 0:1 nicht akzeptieren können – zumal es in der 71. Minute nach einem wohl falsch gepfiffenen Foulpenalty zustande gekommen war.

Es ist ein bitteres Ausscheiden für die St.Galler, da sie in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft gewesen waren. Gänzlich ohne Nervosität waren sie in diese Partie gegangen, die für viele Akteure in Peter Zeidlers Team europäische Premiere war. Zielstrebig suchten sie von Beginn an den Weg in den Strafraum des AEK Athen.

St.Gallen im Abschluss zu ungenau

Unsicherheiten waren zu Beginn eher bei den Griechen auszumachen, die als Favoriten in diese Partie gegangen waren. St.Gallen war ballsicher und die Neuen wie Basil Stillhart und Kwadwo Duah fügten sich schnell ins Pressingspiel ein, weit besser als noch am Sonntag in der Meisterschaft gegen Sion. Alessandro Kräuchi mit einem Vorstoss über rechts brachte früh Gefahr, eine Flanke von Stillhart ebenfalls. Die grösste Möglichkeit der ersten Halbzeit aber vergab Duah, der alleine auf den griechischen Goalie Panagiotis Tsintotas zulaufen konnte, aber zuwenig präzis abschloss.

Eigentlich wartete man nur auf eines: Dass die Griechen irgendwann zu ihrem Spiel finden würden. Nach einer halben Stunde war es zumindest teilweise soweit, die Athener wurden gefährlicher mit ihren Vorstössen. Ein Kopfball durch Marko Livaja nach einem Freistoss brachte zum ersten Mal Gefahr vor das St.Galler Tor, ein Weitschuss von André Simões ein zweites Mal. Es kündigte kurz vor der Pause an: Im Kybunpark könnte für die St.Galler eine schwierige zweite Halbzeit anstehen.

Die grosse Kehrtwende zugunsten der Griechen aber zeichnete sich zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht ab. Die erste Möglichkeit nach der Pause eröffnete sich den St.Gallern. Der Weitschuss von Stillhart war aber zu wenig gefährlich, landete in den Händen des Goalies. Auf der anderen Seite hatte AEK Athen nun den einen oder anderen Vorstoss, der vielversprechend aussah – und bei Eckbällen, Flanken und Freistössen kamen sie mit Kopfballversuchen dem Führungstor nahe, einmal rettete Leonidas Stergiou erst im letzten Moment vor zwei heranstürmenden Griechen. Was kurzzeitig aus St.Galler Sicht aber mehr beunruhigte: Ihr Pressing schien je länger je weniger druckvoll. Was Trainer Zeidler an der Seitenlinie mit klatschen und gestikulieren wieder ins Lot zu bringen versuchte.

Zigi hält – und muss sich doch bezwingen lassen

Doch das Unheil kam doch noch. Als ein Grieche enteilte, schien Stergiou das Laufduell zwar zu gewinnen, behalf sich am Ende aber mit einem Foul im Strafraum – einem angeblichen Foul, es war ein harter, wohl falscher Entscheid. Den Penalty versenkte Nelson Oliveira erst im Nachschuss. St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi hatte den Versuch aus elf Metern zunächst bravourös abgewehrt.

Danach fanden die Ostschweizer nicht mehr ins Spiel zurück. Zwar hatte Youan seine Chance, Florian Kamberi ebenfalls. Doch zeigte sich nun die Spielstärke und Abgeklärtheit der Athener.

Das St.Galler Ausscheiden ist bitter, zumal es einen harten Penaltypfiff brauchte, um die Ostschweizer in die Knie zu zwingen. Wie vor zwei Jahren, als St.Gallen an Sarpsborg scheiterte, bedeutet der erste europäische Gegner damit bereits Endstation. Für AEK hingegen geht es kommende Woche weiter gegen den VfL Wolfsburg. Eine Mannschaft, welche die St.Galler gerne selber empfangen hätten.

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