Olympische Spiele
Kann das 8-Milliarden-Budget eingehalten werden? In Paris wachsen die Sorgen vor Olympia 2024

Zwei Jahre vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Paris trafen sich Emmanuel Macron und IOC-Chef Thomas Bach. Beide zeigten sich zuversichtlich. Doch die Fragezeichen bezüglich Finanzen und Sicherheit sind gross.

Peer Lasse Korff
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Macron und Bach, hier bei einem Treffen 2017 in Lausanne.

Macron und Bach, hier bei einem Treffen 2017 in Lausanne.

Bild: Jean-Christophe Bott (Lausanne, 10. Juli 2017)

Emmanuel Macron und Thomas Bach reichten sich die Hand, umarmten sich freundschaftlich und gingen dann mit einem optimistischen Lächeln auf den Lippen vor dem Elysée-Palast auseinander. Zuversicht, Vorfreude und Entschlossenheit galt es für Frankreichs Staatspräsidenten und den Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach dem «Baustellen-Treffen», fast exakt zwei Jahre vor dem Beginn der Sommerspiele in Paris 2024, zu verkörpern. Es soll der Beginn einer «neuen Ära» werden, wie Bach hochtrabend ankündigte.

Doch zuletzt nahmen die Sorgen auf dem Weg zu den «Open Games» deutlich zu. Insbesondere die Fragezeichen hinter den Finanzen und der Sicherheit des Weltevents, das am 26. Juli 2024 mit einer gigantischen Eröffnungsfeier beginnen soll, sind gross. Auch Frankreich spürt die Folgen der schwer angespannten geopolitischen Lage empfindlich und ächzt angesichts einer Inflationsrate von 5,8 Prozent im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Herausforderung, das olympische Budget von rund acht Milliarden Euro einzuhalten, wächst dadurch spürbar. Alles sei «sehr eng in Bezug auf den Haushalt», sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle der Nachrichtenagentur AFP.

«Die Spiele müssen die Spiele finanzieren»

Macron, der am Montag auch den Austausch mit Innenminister Gerald Darmanin und Sportministerin Amelie Oudea-Castera sowie dem Leiter des Pariser Organisationskomitees Tony Estanguet suchte, strahlte dagegen Zuversicht aus. Es gebe «Lösungen», und er befürchte keine «Kostenexplosionen», sagte der 44-Jährige, für den die Spiele ein prägendes Element seiner zweiten Amtszeit werden. Macron bekräftigte, dass es für die französischen Bürger «keine Olympia-Steuer» geben werde. «Die Spiele müssen die Spiele finanzieren», betonte er.

Befürchtungen wegen der Sicherheit

Spätestens mit den grossen Problemen und den chaotischen Szenen rund um den Champions-League-Final im Fussball Ende Mai rückte auch das Thema Sicherheit auf die Agenda. Viele Wettkämpfe sollen im Zentrum der Metropole ausgetragen werden, unter anderem rund um den Eiffelturm und den Place de la Concorde.

Eine besonders minutiöse Planung verlangt die Eröffnungsfeier – denn die soll nicht im Stadion abgehalten werden, sondern mit 200 Booten auf der Seine vor Hunderttausenden Zuschauern am Ufer. Die Zeitung «Le Monde» berichtete, dass dies die Organisatoren in «kalten Schweiss» versetze. Frankreich ist seit Anfang 2015 Ziel mehrerer schwerer Terroranschläge gewesen, unter anderem in Paris, Nizza, Strassburg und Lyon.

Bach zweifelt nicht daran, dass Olympia in der französischen Hauptstadt ein grosser Erfolg wird. «Paris 2024 setzt die Empfehlungen der Olympischen Agenda 2020 um. Nachhaltigkeit, Vermächtnis und Inklusion stehen im Mittelpunkt ihrer Strategie, die zwei Jahre vor Beginn der Spiele bereits zu deren positiven Auswirkungen beiträgt», sagte der 68-Jährige. Doch vor den ersten Wettkämpfen stehen grosse Herausforderungen. (sid)