Normalerweise ist Granit Xhaka einer, der hinsteht. Klartext redet. Sagt, was ihn stört. Und was gut war. Nach dem 0:1 gegen Dänemark tut er dies nicht, er ist angesäuert, im Stolz verletzt. Weil sein Team zum wiederholten Mal in einem Pflichtspiel Punkte in der Schlussphase liegen lässt, in dem es eigentlich besser ist. Vielleicht will sich Xhaka ja auch nur schützen, nachdem er vor einem Monat den späten Ausgleich der Iren zum 1:1 noch als «Kindergarten» bezeichnet hat. Was würde er nur an diesem Abend sagen? Man wird es nie erfahren.

Die Leistung der Schweizer gegen die Dänen war nicht schlecht, über weite Strecken hatten sie das Spiel im Griff. «Wir haben fünf bis sechs gute Chancen vergeben, während die Dänen eine Möglichkeit für den Sieg brauchten. Das ist hart», sagt Verteidiger Nico Elvedi. «Wir standen gut, haben wenig zugelassen, und dann zerstört eine Situation alles», sagte Goalie Yann Sommer, der einen ruhigen Abend verbrachte.

Das dumme Gegentor

Stephan Lichtsteiner, der nach mehr als einem halben Jahr wieder einmal in der Startformation stand und in der 68.Minute mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt wurde, schloss sich mit seiner Aussage nahtlos den Teamgefährten an: «Das Gegentor fällt auf dumme Weise, ganz komisch. Wir müssen daran arbeiten, über 90 Minuten voll durchzuziehen.» Es waren Sätze, die man zuletzt oft hörte in den Reihen der Schweizer.

Bereits am Sonntag will die Schweiz die Niederlage hinter sich lassen und sich voll auf die Iren konzentrieren, den nächsten Gegner. Auf die Frage, ob es denn nun fast zu einem Finalspiel in der Gruppe D komme, sagte Captain Lichtsteiner dezidiert: «Nein, es ist ein Finalspiel.»