Nachgefragt
FCB-Abwehrchef Klose findet ehrliche Worte: «Es ist nicht einfach, wenn einem der Captain genommen wird»

Der Abwehrchef des FC Basel spricht nach der Abwehrschlacht gegen YB und dem überraschenden Punktgewinn auch über die Fan-Demo und das Fehlen von Valentin Stocker.

Jakob Weber (aufgezeichnet)
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Timm Klose machte gegen YB sein bestes Spiel für den FC Basel.

Timm Klose machte gegen YB sein bestes Spiel für den FC Basel.

Claudio Thoma / freshfocus

Gratulation zum Punkt und Ihrer Leistung. War das die beste im FCB-Dress?

Timm Klose: Das sollen andere beurteilen. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, wenn ich spiele. In diesen unruhigen Zeiten versuche ich, ein gewisser Fels zu sein, der da steht, wenn es schwierig wird. Momentan prasselt sehr viel auf uns ein. Aber ich glaube, dass wir heute als Team gezeigt haben, dass wir gemeinsam in eine positive Zukunft gehen wollen.

Wie wurde die Beurlaubung von Valentin Stocker in der Mannschaft wahrgenommen?

Das ist natürlich nicht einfach, wenn einem der Captain weggenommen wird. Leute haben diese Entscheidung getroffen. Aber wir akzeptieren das als Mannschaft.

Wie bewerten Sie die heutige Leistung?

Das war eine gute Reaktion nach dem St.Gallen-Spiel, das auch nicht einfach war. Wir müssen jetzt schauen, dass wir die positiven Dinge mitnehmen. Aber wir müssen auch kritisch sein, um aus dieser Situation herauszukommen. Das heute war ein Schritt in die richtige Richtung.

Wäre heute sogar ein Sieg drin gewesen?

Ich gehe immer gerne als Sieger vom Platz. Das ist normal. Aber man muss die Situation sehen. Momentan haben wir viel Druck, da muss man gegen ein sehr starkes YB auch mal den einen Punkt mitnehmen.

Hat der FCB in der ersten Halbzeit bewusst auf Ballbesitz verzichtet?

In so einer Phase ist es normal, dass man gerade gegen einen Gegner, der mit sehr viel Selbstvertrauen kommt, erstmal defensiv gut stehen will. Das haben wir über längere Strecken sehr gut gemacht, bis auf das eine Gegentor. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mehr Mut gefunden.

Fehlt aktuell einfach auch Qualität mit so vielen Verletzten, um gegen YB spielerisch mithalten zu können?

Das mit den vielen Verletzten ist mir zu einfach. Wir hatten auch heute super Spieler auf dem Platz. Und man hat gesehen, dass diese Spieler in der zweiten Halbzeit den Bock umstossen wollten. Wir haben gute Ansätze gezeigt. Wenn wir das sauber fertig spielen, wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen.

Servette hat auch gewonnen. Wird das ein richtiges Spitzenspiel am Samstag?

Ja. Ich freue mich, mal wieder in Genf zu spielen. Ich weiss gar nicht, wann ich zuletzt dort war. Sie haben ein tolles Stadion und sind ein guter Gegner. Für uns ist wichtig, dass wir sie auf Abstand halten. Das wird ein wichtiges Spiel.

Sie kennen Basel ja sehr gut. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie die hochemotionalen Bilder vom Fanmarsch gesehen haben?

Fussball bewegt. Das ist so. Wir wussten, dass Unruhe da ist. Aber wir Spieler müssen das ausblenden und gemeinsam auf dem Platz Leistung bringen.

Hat die Fanaktion die Mannschaft berührt?

Es zeigt, wie viel den Fans dieser Klub bedeutet. Als Basler ist das sehr schön zu sehen und man spürt, dass die Unterstützung da ist. Auch die Fans wollen, dass wir da rauskommen.