SCL Tigers

Mit der Verpflichtung von Heinz Ehlers verbraucht SCL-Tigers Sportchef seine letzte Patrone

Hexenmeister: Heinz Ehlers (Tigers).

Hexenmeister: Heinz Ehlers (Tigers).

Heute Montag ist der erste Arbeitstag für Langnaus neuen Trainer Heinz Ehlers. Eine Chronologie der Ereignisse.

Das Hotel Hirschen ist in Langnau das beste Haus am Platz. Am Sonntagabend checkte gegen 22.00 Uhr ein älterer Herr ein, um nach einer langen, fast 14-stündigen Autofahrt erst einmal zu schlafen. Heinz Ehlers (50) ist am Sonntag aus seiner dänischen Heimat mit der Benzinkutsche nach Langnau gefahren.

Mit Lausanne-Auto unterwegs

Und auf den deutschen Autobahnen dürfte sich dieser oder jener Automobilist über das Auto mit den Klubfarben des HC Lausanne gewundert haben. Heinz Ehlers fährt eben noch das Klubauto von Lausanne. Er war zuletzt drei Jahre Trainer in Lausanne und ist im Frühjahr aus dem noch ein Jahr weiterlaufenden Vertrag freigestellt worden. Obwohl er in drei Jahren zweimal die Playoffs erreicht hat.

Heute Montag holt Jörg Reber seinen neuen Trainer im «Hirschen» ab, geht mit ihm zu Fuss durch die Passerelle, die über die Bahngeleise führt, ins Büro, und dort wird der Vertrag feierlich unterschrieben. Sodann informiert der Sportchef die Spieler, Presse, Radio und Fernsehen offiziell über den Trainerwechsel.

Anschliessend übernimmt Heinz Ehlers die Mannschaft fürs erste Training. Er hat einen Vertrag bis Ende der nächsten Saison, und wenn er die Playoffs erreicht, verlängert sich der Kontrakt automatisch um ein weiteres Jahr bis ins Frühjahr 2019. Im Falle eines Abstieges wäre der Vertrag ungültig. Im Idealfall besiegen die SCL Tigers im ersten Spiel unter Ehlers am Dienstag Ambri und treten das Schlusslicht an Larry Huras und sein Fribourg ab.

Scott Beattie muss seinen Platz als Headcoach räumen

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Leuenberger war kein Thema

Es rockt wieder im Emmental. Heinz Ehlers freut sich auf die neue Herausforderung. Er hat schon einige Videos studiert und als erste Massnahme wird er mit ein paar taktischen Handgriffen die Defensive verbessern. Sein Vorgänger Scott Beattie wird voraussichtlich nicht als Assistent bleiben und zusammen mit dem bisherigen Assistenten Rolf Schrepfer gehen.

Interessanterweise war SCB-Meistertrainer Lars Leuenberger in Langnau in den letzten Tagen nie ein Thema – so wie er auch bei Christian Dubé nie zur Diskussion stand, als Gottérons Sportchef einen Nachfolger für Gerd Zenhäusern suchte und sich für Larry Huras entschied.

Als Sportchef Jörg Reber in Langnau nach der in solchen Fällen üblichen «Trotzphase» seinen Irrtum bei der Trainerwahl erkannte und sich dazu entschloss, Scott Beattie des Amtes zu entheben, war für ihn klar, wer der neue Chef werden soll. Heinz Ehlers. Er kennt seinen neuen Trainer aus eigener Erfahrung: in Biel verteidigte er unter Ehlers. Er schätzt dessen ruhige, bestimmte Art.

Nun hat Reber mit dem Trainerwechsel sozusagen die «letzte Patrone» verbraucht. Nun muss es rocken im Tal der heulenden Winde. Wenn nicht, fliegt bei der nächsten Krise der Sportchef. Da orientiert sich der Verwaltungsrat unter dem Präsidium von Peter Jakob an der NHL. In der wichtigsten Liga der Welt gilt die Regel: Zweimal darf der General Manager den Trainer feuern. Wird eine dritte Trainer-Entlassung nötig, fliegt der General Manager.

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