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Meistermärchen: Leicester City fast wie der FC Aarau vor 23 Jahren

Die Aarauer feiern ihren Meistertitel im Jahr 1993.

Die Aarauer feiern ihren Meistertitel im Jahr 1993.

Der Titelgewinn des FC Aarau in der Saison 1992/1993 und jener von Leicester City 2015/16 ist in beiden Fällen ein sportliches Wunder. Es gibt einige erstaunliche Parallelen, aber auch Unterschiede.

Der Hauptunterschied ist der Trainer: Rolf Fringer war jung, dynamisch und erfolgreich. Claudio Ranieri ist ein Vertreter der älteren Generation und feierte im Alter von 64 Jahren seinen allerersten Meistertitel. Die Parallelen der Trainer sind: Beide hatten vor der glanzvollen Saison keinen Kredit. Weder bei den Fans noch bei den Medien. Und trotzdem starteten sie so richtig durch.

Leicester feiert Meisterschaft der «Füchse»

Leicester feiert Meisterschaft der «Füchse»

Mehrere tausend Fans von Leicester City haben den ersten Meistertitel in der 132-jährigen Vereinsgeschichte gefeiert. In zahlreichen Pubs der mittelenglischen Stadt und auf einer Großleinwand vor dem King Power Stadium verfolgten die Fans, wie Verfolger Tottenham mit einem Unentschieden gegen Chelsea im London-Derby an der Stamford Bridge die letzte Meisterschaftschance verspielte. 

Die verrückteste Parallele: vom Fast-Absteiger zum Meister

Beide Teams spielten in der Vorsaison gegen den Abstieg. Der FC Aarau schaffte in der Saison 1991/92 den Ligaerhalt erst in der letzten Runde. Es war ein Wunder!! Der FC Aarau siegte im letzten Spiel der Auf-/Abstiegsrunde im Brügglifeld gegen Locarno 1:0, rettete sich aber nur, weil der FC Basel in Yverdon 2:1 gewann. Yverdon war damals der Hauptkonkurrent und hätte gegen die Basler nur noch einen Punkt für einen Platz in der höchsten Spielklasse gebraucht. Leicester City kämpfte in der Saison 2014/15 ebenfalls gegen den Abstieg.

Vardy wie Aleksandrov

Der 19-fache Torschütze Petar Aleksandrov ist vergleichbar mit Mittelstürmer Jamie Vardy. Beide waren sie in der Meistersaison die absoluten Stars des Teams. Beide sind sie extravagante Typen, die gerne auch mal ausflippen. 

Linksverteidiger Christian Fuchs ist durchaus mit Bernd Kilian zu vergleichen. Beides Kämpfer vor dem Herrn, die keinem Zweikampf aus dem Weg gehen. Und in der Innenverteidigung weisen der Deutsche Robert Huth und Mirko Pavlicevic gewisse Parallelen auf. Zu vergleichen ist diesbezüglich auch die Spielweise. Beide Teams spielten enorm aggressiv und überschritten oft die Grenze des Erlaubten.

Di Matteo und Mahrez

Der Spieler in der Meistermannschaft des FC Aarau der nach dem Triumph die grösste Karriere machte war Abwehrchef Roberto Di Matteo. Lazio Rom und Chelsesa. Italienischer Nationalspieler. Und als Trainer holte Di Matteo mit Chelsea 2012 den Sieg in der Champions League.  Bei Leicester könnte der Algerier Ryiad Mahrez eine ähnliche Karriere machen. Di Matteo spielte beim FC Aarau allerdings Libero, während Mahrez im Mittelfeld die Fäden zog. Regisseur in der Aarauer Meistermannschaft war der Pole Ryszard Komornicki.

Bei Leicester City war Gökhan Inler in der Meistersaison nicht mehr als ein Edelreservist. Bei Aarau wechselten sich Uwe Wassmer und Salvatore Romano im Sturm ab. Wassmer spielte auswärts von Beginn an, Romano zuhause von Beginn an.

Die Fans als zwölfter Mann

Und einen grossen Anteil am Titelgewinn hatten sicherlich auch die Fans im Brügglifeld und im King Power Stadion. In Aarau waren in den Spitzenzeiten über 10000 Zuschauer im Stadion, die dem Ruf des zwölften Mannes durchaus gerecht wurden. Gleiches gilt auch für Leicester City.

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Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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