Unihockey
Weiterer Schritt in Richtung 1. Liga für Unihockey Limmattal

Nachdem das erste Playoffspiel vor einer Woche mit 10:5 gewonnen werden konnte, reisten die Herren des UHL diesen Samstag ins Baselbiet.

Michel Sutter
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Lukas Wittwer bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 4:2 aus Sicht der Limmattaler.

Lukas Wittwer bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 4:2 aus Sicht der Limmattaler.

Zur Verfügung gestellt

Gute und konzentrierte Stimmung mit hart umkämpften Quizduell-Fights (die Junioren konnten hier klar triumphieren; Anm. d. Red.) bestimmte das Essen vor der Abfahrt. Doch kaum in der Halle angekommen, galt der Fokus nur noch dem Spiel. Die nächste Schicht stand an. Jeder einzelne Spieler, von der Katze im Tor bis zum frechen Junior in der Offensive, wusste was seine Aufgabe war. Das Trainerduo Polo/Karlen (ä sehr gmögige Bärner Giel) hat versucht, das Team in der vergangenen Woche optimal auf den Match einzustellen.

Langsam aber sicher trudelten auch die Fans in der Halle ein, nachdem sie eine sehr spannende und teilweise knapp an Häuserecken vorbei gekurvte Fahrt durch das ländliche und verwinkelte Oberdorf hinter sich hatten (an dieser Stelle ein grosses Hoch auf unsern Busfahrer, Busfahrer Busfahrer... Entschuldigung, ich schweife ab). Die Stimmung war schon im Fancar grossartig und so liessen es sich die mit Fanmaterial eingedeckten Sympathisanten des gepflegten Unihockeysports nicht nehmen, gerade als erstes ihr Revier mit grossen Fanbannern zu markieren. Nur noch wenige Minuten und das zweite Playoffspiel konnte beginnen.

Man wusste von der „Heimstärke“ der Waldenburger, haben sie doch in der Playoutserie gegen die Hornets aus Moosseedorf das einzige Heimspiel gewinnen können. Deshalb war man auf Limmattaler Seite gespannt wie die Adler ihre Flügel ausbreiten werden.

Starkes Erstes Drittel

Die Unparteiischen gaben das Spiel frei und es dauerte nicht lange, bis es zu ersten Chancen kam. Hüben wie drüben versuchten die Stürmer den Ball im Tor unterzubringen, dagegen aber hielten die beiden Torhüter mit starken Paraden oder einfach gut getarntem Schlafen am richtigen Ort ihre Teams im Spiel. Im ersten Spiel dauerte es geschlagene 19 Minuten bis das erste Tor fiel. Nicht so in diesem. Es war der von Selbstvertrauen strotzende Youngster Dario Küng, welcher sich den Ball für einen Freistoss zurechtlegte und mit einer Coolness, von welcher sich so manch ein Unihockeyspieler noch eine Scheibe abschneiden könnte, direkt durch die Mauer zum 1:0 für die Zürcher einnetzte.

Nun dauerte es ganze 6 Minuten bis Papa Meier das 2:0 für den UHL schiessen konnte. Mit seiner gefühlten 100-jährigen Unihockeyerfahrung und doch einem kindlichen Touch versenkte er den Ball in Airhook-Manier von hinter dem Tor, ganz zum Frust der Waldenburger. Papa war dies egal, denn einen weisen Mann wie ihn bringt nichts so leicht aus der Fassung. Ob es nun Zufall war, dass wieder 6 Minuten später das dritte Tor für die Limmattaler fiel, wissen wohl nur die Götter.

U21 Capitano Flavio Schneider wurde von Nicolas Gitonga, welcher mit seinem Prachts-Schnauz gerade so gut als Trucker auf der Route 66 unterwegs sein könnte lanciert, tankte sich wie ein Bulle der Bande entlang durch, sah, schoss und traf. Aus seitlichem Winkel netzte der Bulle mit einem satten Schuss ein. Ok, der Schuss wurde laut den Schiedsrichtern noch abgelenkt, aber auch das änderte nichts daran, dass die Limmattaler mit 3:0 in die Pause gingen.

Unkonzentrierter Start ins zweite Drittel

Wer nun dachte oder auch hoffte, dass die Limmattaler dort weitermachten wo sie aufgehört hatten, täuschte sich. Wie schon im Hinspiel, brauchten die angeschlagenen Eagles nicht lange um ihren ersten Treffer an diesem Abend zu schiessen. Eine Unkonzentriertheit in der Defensive und schon musste der in diesem Spiel magistral aufspielende Hostettler hinter sich greifen. Kopf einschalten, die nächste Schicht antreten und ohne Schaden überstehen hiess es nun. Die Limmattaler wussten sich aber in einer Spielsituation nur mit einem Foul zu helfen, was die Spielleiter dazu veranlasste einen UHL-Spieler in die Kühlbox zu schicken. Kaum hatte dieser Platz genommen und sich darauf eingestellt ein bisschen als Zuschauer das Spiel auf dem Feld mit zu verfolgen, durfte er wieder ins Geschehen eingreifen.

Gerade einmal 15 Sekunden brauchten die Bebbis um die Überzahlsituation in ein Tor umzuwandeln. Was war denn das für ein Start ins Mitteldrittel der UHL Fraktion? Sollte dies die Wende sein in diesem Spiel? Nein, denn die Waldenburger ihrerseits machten es den Limmattalern gleich und schickten einen Spieler 2 Minuten zum pausieren auf die Strafbank. Das Powerplay der Zürcher setzte sich gut in der Zone des Gegners fest, doch zahlreiche Chancen wurden leider durch nicht gut eingestelltes Visier oder durch die Verteidiger samt Torhüter zu Nichte gemacht.

Kaum waren die Adler wieder vollständig konnte Lukas „der filigran Künstler“ Wittwer, welcher an diesem Abend besonders die harte Gangart der Waldenburger zu spüren bekam, mit einem gut platzierten Schuss das weite obere Eck des Waldenburger Tores testen. Dieses hielt zum Glück Stand und der Ball senkte sich im weissen Netz nieder als würde er nichts lieber tun. Mehr passierte in diesem Spielabschnitt nicht und beide Teams verabschiedeten sich zum zweiten Pausentee in ihre Kabinen.

In der Pause wurden noch die Junioren des SV Waldenburg Eagles geehrt, wir gratulieren ebenfalls herzlich zum Gruppensieg.

Reicht ein Zwei-Tore-Vorsprung?

Nach taktieren, durchschnaufen in der Garderobe und versuchen den Feinschliff fürs letzte Drittel zu finden kehrten die Gladiatoren in die Arena zurück. Der angezählte Adler durfte nicht unterschätzt werden, ist er doch jederzeit in der Lage mit seinen Krallen dem Gegner den Gar auszumachen. Das Spiel wog hin und her, wie dies nur eine römische Galeere bei hohem Wellengang tut und beide Teams versuchten das nächste Tor zu schiessen. Es dauerte sehr sehr sehr sehr lange, bis Etienne Benz, welcher sich vor dem Spiel scheinbar noch etwas Taktik bei den Badmintoner (kann man das so sagen?) an den Swiss Open abgeschaut hatte, nach einer herrlichen Vorlage Wittwers zum viel Umjubelten 5:2 einschieben konnte.

Nicht, dass Waldenburg keine Chancen hatte, doch die Katze im Zürcher Tor hexte wie es Bibi Blocksberg nicht besser hätte machen können und hielt seine Farben im Spiel, hexhex. Die Coaches der Baselbieter reagierten mit einem Timeout und versuchten es mit der 6-Mann-ohne-Torhüter-Taktik. Es schien wie ein Déjà-vu, denn auch in diesem Spiel konnten die Adler mit 6 gegen 5 einen Treffer erzielen. Doch die Hoffnung wurde von Best-Player Benz vehement vernichtet nachdem er auf Pass von Andris Ladner, welcher seinem Spitznamen #Zweikampfgott wieder einmal mehr mit viel Gas Gas gerecht wurde, den Empty-Netter zum Schlussstand von 6:3 zu Gunsten der Limmattaler schoss.

Nach seinem zweiten persönlichen Treffer an diesem Abend nutzte er einmal mehr die Gelegenheit um seinen Stock Richtung Hallenboden gleiten zu lassen um mit beiden Händen zu den Fans zu jubeln (die sogenannten benzsche Jubelpose).

Die Zürcher konnten somit auch das zweite Playoffspiel für sich entscheiden und haben somit die Möglichkeit am Ostersamstag, 26.03.2016 um 16:00 in der heimischen Zentrumshalle in Urdorf mit einem Sieg den Aufstieg in die 1. Liga zu realisieren. Nun heisst es eine weitere Woche arbeiten, die Fehler korrigieren und sich auf die nächste Schicht vorzubereiten.

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