Eishockey

Träumen verboten: Urdorf vor dem Fall in die Abstiegsrunde

Trainer Thomas Heldner (Mitte), Tobias Landis (gebückt) und Michel Kunz mögen nicht hinsehen.

Trainer Thomas Heldner (Mitte), Tobias Landis (gebückt) und Michel Kunz mögen nicht hinsehen.

Die Urdorfer verlieren die Disziplin und darum das 2.-Liga-Match gegen Zug mit 2:6. Damit schwinden die Chancen auf die Teilnahme an den Playoffs, die Abstiegsrunde kommt dafür umso näher.

Es war ein Bild, das ein Meer an Vergleichen offenbart: Einige Urdorfer hatten sich beim Versuch, das Areal der Zuger Bossard Arena zu verlassen, verlaufen. Schliesslich mussten sie mühsam mit Sack und Pack über die Absperrung des Ausseneisfelds klettern. In Anbetracht der sportlichen Situation drängte sich folgender Gedankengang auf: Im Gegensatz zum Hindernis auf dem Weg nach Hause, dürfte das Hindernis auf dem Weg in die Playoffs nach der 2:6-Niederlage in Zug unüberwindbar sein.

Disziplin ging verloren

Es war ein selten naiver Auftritt der «Stiere». Sämtliche Gegentreffer fielen entweder in Unterzahl oder kurz nach Ablauf einer Strafe gegen die Limmattaler. Die Disziplin, in den vorangegangenen Matches im Vergleich zum Gegner kaum mehr ein Negativfaktor, ging ab dem Mitteldrittel verloren. Bei manchen Entscheidungen der Unparteiischen konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie genervt waren von den dauernd mosernden Urdorfern. Das ist zwar nicht fair, aber menschlich – und für den EHCU aus eigener Erfahrung nichts Neues.

Dennoch hatten die Gäste lange die Chance auf Zählbares: Im Anschluss an den vierten Gegentreffer liessen sie eine doppelte Überzahl ungenutzt. Wenige Sekunden nach Ablauf der zweiten Strafe kassierten sie das 2:5 (53.). Während der letzten Minuten wurden persönliche Rechnungen beglichen – physisch auf dem Eis, verbal auf der Strafbank: Urdorfs Yvan Yanez beschimpfte einen Unparteiischen und hatte Glück, dass dieser – im Gegensatz zu den dahinter sitzenden Zuschauern – die Worte unter der Gürtellinie im hallenden leeren Rund nicht hörte.

Trainer Thomas Heldner, der nach der Saison aufhören wird (siehe Box), entschuldigte die «Undiszipliniertheiten» nicht, brachte aber etwas Verständnis dafür auf: «Das Spiel lief sehr frustrierend für uns. Es war ein Lehrstück insachen Verhalten, wenn eine Strafe abgelaufen ist.»

Heute ohne Verstärkung

Vor dem Match hatten die Urdorfer die Chance auf ein Träumen von den Playoffs. Nach dem Spiel regiert im engen Tabellenkeller wieder die Angst. Schon heute geht es für das Team von Thomas Heldner gegen Illnau-Effretikon weiter (17.30 Uhr, Weihermatt), Urdorf muss auf die Verstärkungsspieler aus den Elite-Junioren Zürichs und Winterthurs verzichten. Fast zeitgleich treffen die Direktkonkurrenten Küssnacht am Rigi und Bellinzona aufeinander. Je nachdem stehen die «Stiere» nach dieser Runde also wieder am Tabellenende und damit vor dem Fall in die Abstiegsrunde.

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