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Liga- und Modusreform im Schweizer Fussball: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Wie viele U21-Teams (im Bild ein Akteur des FC Zürich) sollen künftig in der Promotion League mitspielen dürfen? (Bild: Freshfocus).

Wie viele U21-Teams (im Bild ein Akteur des FC Zürich) sollen künftig in der Promotion League mitspielen dürfen? (Bild: Freshfocus).

Die Erste Liga hat vorerst Nein gesagt, weil sie die Gelder der Swiss Football League braucht und über ihre eigenen Strukturen diskutieren will.

Am Freitag hätte die GV der Swiss Football League (SFL) darüber abstimmen sollen, ob die Super League ab der Saison 2021/22 zwölf statt wie bisher zehn Teams umfasst und ein neuer Modus kommt. Überraschend plädieren nun aber einige Klubs dafür, die geplanten Änderungen zu überdenken.

Eine Arbeitsgruppe soll bis Ende Januar für Klarheit sorgen, was im wirtschaftlichen Bereich genau zu erwarten ist und welcher Modus der Beste ist. Stutzig gemacht hat, dass auch die Erste Liga mit ihrem Veto einen Teil zur Aufschiebung beitrug.

Reto Clavadetscher, deren Präsident, nennt zwei Hauptgründe, weshalb die GV Nein gesagt hat: «Seit der Einführung der Promotion League (PL) im Jahre 2013 gibt es einen Vertrag zwischen der SFL und der Ersten Liga, der uns 500 000 Franken für die Integration der U21-Teams garantiert. Dieser ist nun aber von der SFL gekündigt worden.»

Erst-Liga-Clubs setzen andere Prioritäten

Clavadetscher sagt, einige Vereine aus der Ersten Liga hätten verlangt, dass zuerst die Fortsetzung der finanziellen Unterstützung durch die SFL geregelt werden müsse, bevor sie Ja zu den Änderungen in der Super League sagten. «Zum zweiten möchten wir zuvor die Diskussion eröffnen, ob mit Blick auf eine optimale Nachwuchsförderung auch in der Challenge League (CL) und in der Ersten Liga Strukturänderungen vorgenommen werden sollten», sagt Clavadetscher.

Und rennt damit bei der SFL offene Türen ein. «Genau deshalb haben wir den Vertrag ja gekündigt», sagt Heinrich Schifferle, der Präsident. «Bevor wir einen neuen unterschreiben, wollen wir überprüfen, welches die richtigen Ligagrössen sind.

Die Diskussionen sind am Laufen.» Die SFL hat den Wunsch, dass deutlich mehr ihrer U21-Teams in die PL integriert werden; bisher waren vier Teams zugelassen. Und sie möchte, dass die PL auf 18 Teams aufgestockt wird, um den Teams mehr Spiele zu bescheren.

So wird jetzt neben der Modus-Arbeitsgruppe eine zweite installiert, die sich mit einer Umstrukturierung der CL und PL auseinandersetzt. Diese wird ihre Arbeit zwar nicht bis Ende Januar abgeschlossen haben, aber Schifferle ist überzeugt, dass die Gespräche mit der Ersten Liga zu einer Übereinkunft führen, welche die Abstimmung über die Aufstockung und den neuen Modus Anfang Februar 2020 ermöglicht.

Ein Ja ist wohl Formsache.

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