Leichtathletik

Kambundji über Weltklasse Zürich: «Cool, die machen was»

Mujinga Kambundji dehnt beim Training in Bern ihre Muskeln für den Einsatz bei Weltklasse Zürich.

Mujinga Kambundji dehnt beim Training in Bern ihre Muskeln für den Einsatz bei Weltklasse Zürich.

Die WM-Dritte Mujinga Kambundji lanciert am Donnerstagabend bei den «Inspiration Games» von Weltklasse Zürich ihre Wettkampf-Saison.

Im Rahmen des Fernseh-Events misst sie sich im Fernduell mit zwei Top-Läuferinnen über die Aufbaudistanz von 150 m.

«Ich bin selber gespannt, was ich zu leisten vermag», blickt Mujinga Kambundji voraus. «Ich bin seit zehn Jahren nicht mehr über 150 m gegen die Zeit gelaufen. Es wird also eine persönliche Bestleistung geben», fügt sie im Gespräch während der Trainingspause im Wankdorfstadion augenzwinkernd an.

Kambundji verrät nicht, welche Zeit sie ins Visier nimmt. Es macht auch wenig Sinn, denn ihr Formstand lässt sich nicht vergleichen mit der Hausse im vergangenen Herbst, als die Bernerin mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 200 m an der WM in Doha ihre bislang wertvollste Leistung ablieferte. Nun sprintet Kambundji auf einem tieferem Niveau. Mit dem Ausbruch der Coronavirus-Krise wurde die Trainingsplanung revidiert. «Wir haben alles in die Länge gezogen. Der Druck ist ja raus», sagt sie.

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Eigentlich wäre die 29-Jährige Ende Mai in die Saison gestartet. Nun plant sie einen Peak Mitte September für die Schweizer Meisterschaften. Ein Höhepunkt im Jahr 2020 bleibt wichtig, damit die Athletin im Rhythmus bleibt und nicht in ein Dahinplätschern verfällt. «Auch mental sind ein paar gute Zeiten mit Blick auf das Jahr 2021 viel Wert», betont Kambundji.

Es lässt sich nicht wegdiskutieren: Das Jahr 2020 bleibt für die Schweizer Rekordhalterin mit Blick auf die internationalen Wettkämpfe ein verlorenes Jahr. Keine Europameisterschaften, keine Diamond League, keine Olympischen Spiele. «Es war für mich kein Schock, die Absagen waren absehbar. Aber es ist schon schade», meint die Sprinterin.

Die Anfrage von Weltklasse Zürich für die «Inspiration Games» kam ihr gelegen. «Cool, die machen was», schoss es ihr durch den Kopf. «National haben wir ja Startmöglichkeiten. Für das TV-Publikum finde ich es aber toll, dass auch international was läuft», betont sie.

Die Schweizer Sportlerin des Jahres 2019 stellt klar, dass primär ein TV-Produkt kreiert wird. Sie dürfte mit ihren beiden Konkurrentinnen keinen Kontakt haben. Felix startet zeitgleich in Walnut (USA), Miller-Uibo in Bradenton (USA). «So gut, dass wir uns auch privat austauschen würden, kenne ich die beiden nicht. Wir werden also nicht in Kontakt stehen. Im Gegensatz zu einem gängigen Meeting fällt somit das Hallo sagen auf dem Platz und der kurze Smalltalk nach dem Wettkampf weg», beschreibt sie die Atmosphäre, die sie im fast leeren Letzigrund erwarten wird.

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