Kommentar
War die Ski-WM ein Erfolg? Heute traut man sich wieder, mehr zu fordern

Neun Medaillen gewannen die Schweizer Skifahrerinnen und Skifahrer an der WM. Damit ist die Bilanz so gut wie seit 32 Jahren nicht mehr. Aber reicht das? Ein Kommentar.

Martin Probst
Martin Probst
Drucken
Teilen
Lara Gut-Behrami (r.) freut sich über Gold im Riesenslalom.

Lara Gut-Behrami (r.) freut sich über Gold im Riesenslalom.

Bild: Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Dreimal Gold, einmal Silber und fünfmal Bronze. Die WM-Bilanz liesst sich gut – und erinnert an die erfolgreichsten Jahre im Schweizer Skisport. Schon 32 Jahre ist es her, seit ein Schweizer Team besser war. Und doch bleibt die ganz grosse Euphorie aus. Wieso ist das so?

Weil sich viele noch mehr erhofft haben, nachdem die Weltmeisterschaften durch die Erfolge von Lara Gut-Beharmi und Corinne Suter so wunderbar begannen. Die beiden Frauen prägten diese WM. Fünf der neun Medaillen haben sie ge­wonnen und alle Weltmeistertitel. Das ist eine überragende Bilanz.

Und die Auftritte des restlichen Teams? Die waren solid, manchmal auch gut, aber nicht überragend. Besonders jene der Männer. Natürlich: Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte man von einer solchen Medaillenbilanz kaum zu träumen gewagt. Doch mit dem Erfolg steigen die Ansprüche. Swiss-Ski ist im Weltcup wieder die Skination Nummer eins. An der Weltmeisterschaft war dies allerdings Österreich. Mit einer Medaille weniger zwar, aber mit fünfmal Gold.

Als Fazit bleibt: Es wäre mehr möglich gewesen für Swiss-Ski. Das ist Kritik und Lob zugleich. Heute traut man sich wieder, mehr zu fordern. Weil das Skiteam so stark ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Vor der WM schrieben wir, acht Medaillen sollten es werden, neun sind es geworden. Die Erwartung hat Swiss-Ski erfüllt. Ein Exploit war es allerdings nicht.