Kommentar
Nati-Pleite gegen Italien: Es liegt nicht an der Qualität, sondern am Willen

Nach dem 0:3 gegen die Squadra Azzurra ist klar: Die Schweiz braucht im abschliessenden Gruppenspiel gegen die Türkei einen Sieg, um in die Achtelfinals einzuziehen.

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Machtlos. Chancenlos. Die Schweizer sehen gegen Italien nicht gut aus. Das gibt zu denken. Denn: Entspricht es nicht dem Selbstverständnis dieses Teams, Europas Elite auf Augenhöhe zu begegnen? Am Mittwoch haben die Schweizer bestenfalls den Bauchnabel des Gegners im Blick, wenn sie geradeaus schauen. Da fragt man sich: Ist es doch eine Frage der Qualität? Sind die Schweizer doch nicht so gut, wie sie sich selber sehen?

Verzweiflung bei Granit Xhaka (links) und Manuel Akanji, während Italien bereits den Achtelfinaleinzug feiert.

Verzweiflung bei Granit Xhaka (links) und Manuel Akanji, während Italien bereits den Achtelfinaleinzug feiert.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Nicht zwingend. Nehmen wir die Italiener. Da stehen mit Doppeltorschütze Locatelli und Flügelstürmer Berardi zwei Spieler von Sassuolo in der Startformation. Dieser Klub hat nicht das Format von Liverpool, Arsenal, Benfica Lissabon oder Mönchengladbach, wo die besten Schweizer kicken. Sassuolo, das ist ein kleines Nest in der Emilia-Romagna, bestenfalls Mittelmass in der Serie A.

Die Gründe für die Niederlage finden wir also weniger bei den Füssen als in Köpfen. Es ist Wille, Gier, Reife und Leidenschaft, die man bei den Italienern in jedem Moment spürt. Kurz: Sie sind auf einer Mission, ihren von Corona arg gebeutelten Landsleuten etwas zurückzugeben. Und die Schweizer? Da wissen wir auch nach zwei Spielen nicht, was sie wollen und können.

Und das sagen die Fans zur Pleite:

KEYSTONE SDA