Eishockey-WM

Knapp verloren: Die Schweiz wird erstmals an dieser WM geschlagen

Die Schweden waren einfach eine Spur abgeklärter als die Schweizer. Nach der 1:0-Führung rannte die Nationalmannschaft immer einem Ein-Tore-Rückstand hinterher. Die Mannschaft mit den drei Kronen hat jedes Mal gleich nachgedoppelt wenn die Schweiz den Ausgleichstreffer erzielt hatte.

Schweden bleibt für das Eishockey-Nationalteam das Rote Tuch. Die Schweizer gewannen auch an der WM in Bratislava gegen die Schweden wieder nicht. Nach einer frühen Führung resultierte eine 3:4-Niederlage.

Die Partie hätte anders laufen können. Nach der frühen Führung durch Sven Andrighetto schon nach vier Minuten boten sich in Überzahl zwei Chancen zum 2:0. Gregory Hofmann und Lino Martschini besassen in dieser Phase die besten Chancen. Im zweiten Abschnitt kamen wieder Hofmann, Andrighetto, Roman Josi und Noah Rod zu Grosschancen. Und Philipp Kuraschew traf in der 33. Minute den Pfosten.

Die wichtigsten Goals in dieser Phase erzielten indessen die Schweden: Alexander Wennberg glich nach 19 Minuten im Powerplay zum 1:1 aus. Und im zweiten Abschnitt gingen die Schweden durch William Nylander und Erik Gustafsson innerhalb von drei Minuten 2:1 und 3:2 in Führung. Die Schweizer Freude über den 2:2-Ausgleich von Joel Genazzi währte bloss 30 Sekunden lang.

Euphorie tat den Schweizern am Samstag alles andere als gut. Die Schweizer fighteten im Schlussabschnitt. Sie demonstrierten Stärke. Sie verdienten sich den 3:3-Ausgleich durch Gaetan Haas in der 51. Minute. Aber 80 Sekunden später führte Schweden schon wieder.

Trotzdem: Das Schweizer Spiel macht Mut. Vor einem Jahr in Kopenhagen verlor die Schweiz gegen Schweden in der Vorrunde 3:5 und sah damals nicht einmal annähernd so gut aus wie am Samstagabend beim 3:4 von Bratislava.

Nur im ersten Abschnitt agierte Schweden klar überlegen. Ab dem zweiten Drittel erspielten sich die Schweizer die besseren Torchancen. Die Effizienz im Abschluss muss besser werden. Und das Powerplay - vor einem Jahr in Kopenhagen der Grund der Schweizer Silbermedaille in Kopenhagen - produzierte diesmal aus sechs Chancen kein Tor, auch wenn der 3:3-Ausgleich unmittelbar nach einer schwedischen Strafe fiel.

Viertelfinals erreicht

Trotz der Niederlage müssen die Schweizer nicht mehr länger um die Viertelfinals bangen. Die Schweiz kann in der Gruppe B nicht mehr aus den Top 4 fallen. In den letzten beiden Gruppenspielen bietet sich gegen Russland (am Sonntag) und gegen Tschechien (am Dienstag) die Chance, um die Plätze 1 bis 4 zu spielen.

Zur sicheren Viertelfinalqualifikation reichte der Schweiz eine Niederlage mit einem Goal Unterschied. Bei einem 3:5 hätte die Schweiz weiter bangen müssen. Dennoch nahm Nationalcoach Patrick Fischer schon über 100 Sekunden vor Schluss Goalie Reto Berra für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis. Den Schweden bot sich eine Chance für einen Schuss ins leere Tor; die Skandinavier suchten aber nicht entschlossen ein weiteres Goal. Fischers Mut, den Goalie vom Eis zu nehmen und doch noch den Punktgewinn zu suchen, zeigt besser als alles andere auf, dass die Schweizer in der Slowakei gross denken.

Den Unterschied im Spiel gegen Schweden machte der schwedische Jung-Stürmer William Nylander aus. Der 23-Jährige der Toronto Maple Leafs stieg als WM-Topskorer in die Partie und steuerte erneut ein Tor und zwei Assists bei. In den ersten fünf WM-Partien gelangen Nylander fünf Tore und 9 Assists. Das ist ein feiner Trost für eine enttäuschende NHL-Saison, in der sein Punktetotal von 61 (Saison 17/18) auf 27 schrumpfte.

Haben Sie das Spiel der Nati verpasst? Lesen Sie die Partie gegen Schweden hier nach:

Meistgesehen

Artboard 1