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Ist das FCL-Urgestein David Zibung in der neuen Saison nur noch Zuschauer?

David Zibung (rechts) im Gespräch mit FCL-Trainer Thomas Häberli.

David Zibung (rechts) im Gespräch mit FCL-Trainer Thomas Häberli.

Mit Marius Müller hat der FC Luzern zwar eine neue Nummer 1, was aber mit den restlichen drei Goalies passiert, ist derzeit offen.

Gegen den Premier-League-Klub Crystal Palace konnte der FC Luzern am Dienstag beim Uhrencup in Biel mithalten. 1:1 lautete das Skore nach 90 Minuten, die 5:6-Niederlage im Penaltyschiessen ist in der Vorbereitung verschmerzbar. Von den FCL-Torhütern ist momentan allerdings nur Neuzugang Marius Müller (25) richtig zufrieden. Er feierte zwölf Tage vor dem Saisonstart einen gelungenen Einstand, wirkte präsent und sicherte mit einer starken Fussabwehr das Unentschieden in der regulären Spielzeit. «Ich bin froh, endlich wieder 90 Minuten zu spielen. Lange habe ich nur trainiert», sagte die vormalige Nummer 3 von RB Leipzig.

Die angesprochene Vergangenheit Müllers fast ohne Spielpraxis könnte das Schicksal der anderen drei Luzerner Goalies werden. David Zibung (35) sass gegen Crystal Palace auf der Tribüne der schmucken Tissot-Arena. Muss das FCL-Urgestein mit über 500 Pflichtpartien für seinen Herzensverein die Spieltage seiner letzten Profi-Saison in der Zuschauerrolle verbringen? Thomas Häberli versuchte, den Ball flach zu halten. «Wir werden schauen, dass Dave zum Spielen kommt.» Nicht in der U21, sondern bei den Profis, stellte der FCL-Trainer klar.

Wer die Nummer 2 ist, 
wird nächstens entschieden

Doch Häberli kann Zibung nichts versprechen. Entschieden sei, dass Marius Müller die Nummer 1 ist, so Häberli. «Die Frage ist, wer die Nummer 2 wird. Damit befassen wir uns in den nächsten Tagen.»

Gegen Crystal Palace sass Loïc Jacot (19) als Ersatzkeeper auf der Bank. Er und Simon Enzler (21) sind neben Müller die Goaliezukunft des FCL. Die Jungen seien wertvoller als er in seinem fortgeschrittenen Alter, stellte Zibung am Rand des Testspiels in Biel emotionslos fest.

Mit Zibung hat Sportchef Remo Meyer am vergangenen Freitag vor der Bekanntgabe der Unterzeichnung von Müllers Dreijahresvertrag ein offenes Gespräch geführt. Coach Häberli bestätigte, dass David Zibung über das Vorgehen der sportlichen Führung informiert worden sei. Diesem dürfe es nichts ausmachen, falls er künftig nicht einmal mehr erster Ersatzgoalie sein sollte. Denn diese Rolle sei für den Routinier eigentlich schon in der vorangegangen Saison geplant gewesen, bis man ihn anstelle von Mirko Salvi (er ging nach dem FCL-Leihjahr im Juni zurück zu GC) doch viel öfter eingesetzt hatte. «Jetzt haben wir erneut kommuniziert, wie es mit Dave weitergeht. Er bleibt enorm wichtig für uns, selbst in der Rolle als Nummer 2 oder 3 – darüber wir wie erwähnt bald entscheiden. Das ist kein Problem für ihn», meinte Häberli.

Den Abgang womöglich verpasst

Häberli macht sich also keine Sorgen bezüglich der Zukunft von Zibung. Trotzdem ist die Frage berechtigt, ob der FCL dem langjährigen Stammkeeper im Januar einen Gefallen gemacht hat mit der Vertragsverlängerung um ein Zusatzjahr bis Ende der neuen Saison. Damals war noch René Weiler Chefcoach, er soll dem Vernehmen nach über die Vertragsverlängerung nicht erfreut gewesen sein.

Thomas Häberli ist in Bezug auf Zibung, der seinen Zenit überschritten hat und dessen Zeit als Profi abgelaufen scheint, offenbar der gleichen Meinung wie Vorgänger Weiler. Häberlis Aufmerksamkeit gilt im Tor dem Neuen Müller – und den jungen Jacot und Enzler. «Wichtig ist nun, dass wir für die beiden Jungen eine gute Lösung finden.»

Doch ganz so einfach, wie es tönt, wird den Luzernern die Lösungssuche nicht gemacht. Am Dienstag hat der SC Kriens mit Fabio Zizzi vom SC Buochs (1. Liga) einen dritten Torhüter neben Sebastian Osigwe und Pascal Brügger verpflichtet.

Enzler könnte Opfer der Dissonanzen mit Kriens sein

Die Rückkehr von Simon Enzler zum Challenge-League-Klub Kriens ist damit vorläufig vom Tisch. Es macht den Anschein, dass der kleine Nachbar dem FCL mit dem befristeten Kontrakt für Zizzi bis Ende 2019 einen Denkzettel verpassen wollte. SCK-Präsident Werner Baumgartner zeigte sich in Interviews verärgert über das Vorgehen des FCL mit Enzler, der bis vor kurzem als Leihprofi auch nächste Saison in Kriens willkommen gewesen wäre.

Auf die Frage, wie Luzern nun mit Enzler plane, antwortete Sportchef Remo Meyer ausweichend: «Alle vier Torhüter sind aktuell Bestandteil des Kaders. Falls sich noch eine Veränderung ergeben sollte, werden wir diese entsprechend kommunizieren.»

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