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Hat das letzte Stündchen der Abfahrt geschlagen?

Gibt es bald keine Abfahrten mehr?

Gibt es bald keine Abfahrten mehr?

Die Abfahrt an Olympischen Spielen steht zur Diskussion. Wird die Königsdisziplin aus Kostengründen sogar gestrichen?

Für die meisten Schweizer ist es das Highlight der Olympischen Winterspiele: die Abfahrt – die Königsdisziplin des Wintersports. Umso mehr lassen neuste Meldungen aufhorchen. Den Anfang machte Gian-Franco Kasper, Präsident des Internationalen Ski-Verbands (FIS). «Wir werden höllisch kämpfen, um die traditionellen Wettbewerbe im Olympia-Programm zu behalten. Ich bin nicht gegen neue Disziplinen wie Ski-Freestyle, aber wir sollten an unseren Traditionen festhalten, da sie für uns enorm wichtig sind», sagte der 71-jährige Schweizer. Aus Kostengründen stünden vor allem die Abfahrt und der Super-G unter Beobachtung.

Gestern doppelte Peter Schröcksnadel, Präsident des österreichschen Skiverbandes, nach: «Das Interesse am Abfahrtssport hat nachgelassen. Doch die Athleten wollen es nicht glauben, dass das ein Problem ist. Wir diskutieren im FIS-Vorstand seit längerem darüber.» Weiter sagte Schröcksnadel der Agentur APA: «An Olympischen Spielen haben mittlerweile 40 Nationen Interesse, die Fernsehrechte für den Slalom zu kaufen. Für die Abfahrt sind es nur acht bis zehn.»

Das Interesse erhöhen

Stirbt die Abfahrt? Noch nicht. Denn zumindest an den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea bleibt die Abfahrt im Programm. Doch 2022 in Peking, warnen Kasper und Schröcksnadel, könnte das anders sein. «Wir müssen aufpassen, dass wir unserem Sport nicht dadurch schaden, dass wir Kosten einsparen und nur noch auf das Geld schauen», sagte Kasper.

Für Schröcksnadel ist es darum an der Zeit, sich Gedanken zu machen, wie man die Attraktivität von Abfahrten erhöhen könnte. Der Österreicher schlägt Massnahmen vor. Im Moment starten die besten Abfahrer mit den Nummern 16 bis 22. Das führe dazu, dass die TV-Zuschauer «erst bei der 12 ein- und bei der 25 wieder ausschalten. Die Idee ist nun, im letzten Training eine Quali zu fahren.»

Ideen zu mehr Attraktivität

Die Top sieben der Weltrangliste dürften dann gemäss Rangliste ihre Startnummer wählen. Bei Rennen, bei denen erfahrungsgemäss oft mit hohen Nummern die Bedingungen besser sind, könnte ein Topathlet auch einmal die 45 wählen. Schröcksnadel will so die Skifans länger an den TV-Bildschirm binden.

Bei Gesprächen mit der Athletenkommission habe er positive Feedbacks erhalten, sagt Schröcksnadel, auch über den Vorschlag, künftig Sprintabfahrten mit zwei Durchgängen durchzuführen. «Die Klassiker müssen wir fahren, wie wir sie immer gefahren sind. Aber man muss auch eine andere Möglichkeit schaffen», sagte er. Seine Vorschläge will Schröcksnadel nun an der nächsten Tagung der FIS im November einbringen.

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