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Gibt es im Schweizer Fussball-Cup bald Gruppenspiele?

Weil wohl die Super League aufgestockt wird, soll sich der Cup verändern. Neu könnte es wie in der Champions League eine Gruppenphase geben.

Der Schweizer Cup hat an Attraktivität eingebüsst. Nur gerade 20 500 Zuschauer sind im Mai beim Final zwischen Basel und Thun in Bern mit dabei. Diese enttäuschende Zuschauerzahl ist weniger Ausnahme, sondern vielmehr Regel. Zeiten, in denen sich Fans um Cuptickets stritten, sind vorbei.

Auf dem Weg bis zur Cuptrophäe muss Cupsieger FC Basel künftig wohl mehr Spiele als heute bestreiten.

Auf dem Weg bis zur Cuptrophäe muss Cupsieger FC Basel künftig wohl mehr Spiele als heute bestreiten.

Nun stellt sich die Frage: Wie kann der Schweizer Cup wieder attraktiver werden? Dieser Frage widmet sich die holländische Consultingfirma Hypercube. Sie untersucht für den schweizerischen Fussballverband, ob der Cupmodus geändert werden soll - und wenn ja, wie er neu aussehen soll. Dazu befragt die Firma derzeit Klubvertreter, Fans, Sponsoren, TV-Partner, Sportler, Wissenschaftler und Journalisten. Erst danach wird ein Modus ausgearbeitet, über den die Vereine abstimmen können.

Gruppenspiele ab der dritten Runde

Der Schweizer Cup ist seit jeher ein einfacher K.-o.-Wettbewerb. Wer eine Partie verliert, scheidet aus. Genau dies soll sich in einem neuen Modus ändern. Bedeutet: Auch wenn ein Team eine Partie verliert, kann es noch Cupsieger werden.

Das wahrscheinlichste der neuen Formate orientiert sich an den Uefa-Wettbewerben Champions League und Europa League, die einst ebenfalls aus reinen K. o.-Wettbewerben (Meisterpokal und Cupsiegercup) entstanden sind. Der neue Modus des Schweizer Cups sähe demzufolge so aus:

  • Analog von Qualifikationsrunden gibt es zunächst zwei K. o.-Runden, bei denen Super-League-Teams nicht aufeinandertreffen können.
  • Danach folgt die Gruppenphase mit vier Gruppen à vier Teams. Jeder spielt einmal gegen jeden Gruppengegner. Die Gruppensieger und die Gruppenzweiten qualifizieren sich für die Viertelfinals.
  • Viertel-, Halbfinals und Final finden wie gewohnt statt.

Diesen Modus führt Dänemark auf die nächste Saison hin ein. Auch der finnische, schwedische und griechische Fussball kennt Cupformate mit Gruppenspielen. Vorteil dieses Modus wäre es, dass es für unterklassige Teams mehrere attraktive Gegner geben könnte. Bei den Profis wäre zudem die Motivation höher, da es früher als heute zu Cup-Knüllern kommen könnte.

Komplexer wäre dagegen ein Modus, bei dem anhand einer Setzliste Paarungen angesetzt würden. Jedes Team würde dann Partien gegen unterschiedlich starke Gegner bestreiten. Zum Beispiel: gegen ein Topteam, wie Basel, ein mittelmässiges Team, wie Neuchâtel Xamax, ein Challenge-League-Team, wie Stade Lausanne-Ouchy, und ein Amateurteam, wie der SC Cham. Die ersten acht Teams der Tabelle würden im Viertelfinal stehen. Nachteil: Der Modus ist kompliziert und stösst daher wohl auf wenig Akzeptanz.

32 statt 36 Ligaspiele: mehr Zeit für den Cup

Hintergrund der neuen Überlegungen im Schweizer Cup ist insbesondere die Tatsache, dass die Super League neu auf 12 Mannschaften aufgestockt werden soll. Darüber entscheiden die Vereine an der Generalversammlung am 22. November. Tritt der neue Liga-Modus ein, haben die Super-League-Teams nur noch 32 statt 36 Meisterschaftsspiele. Mit den Cup-Gruppenspielen sollen für die Profivereine dann wieder mehr Partien dazugewonnen werden.

Nicht angedacht, ist derweil ein gemeinsamer Cup-Wettbewerb mit einem anderen Landesverband, zum Beispiel dem österreichischen.

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