Champions League
Geschafft, was niemand für möglich hielt – der FC Basel ist zurück bei den ganz Grossen

Die Sensation ist perfekt! Der FCB ist zurück im Konzert der ganz Grossen. Er überwintert nicht bloss europäisch, er überwintert in der Königsklasse, gehört zu den 16 besten Mannschaften Europas. Eine Analyse zum Achtelfinal-Einzug des FC Basel in der Champions-League

Sébastian Lavoyer
Sébastian Lavoyer
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Nach Lissabon-Spiel: Der FC Basel im Siegestaumel
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Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug
Der FC Basel feiert den Achtelfinal-Einzug

Nach Lissabon-Spiel: Der FC Basel im Siegestaumel

Keystone

Am 11. Dezember wissen Trainer Raphael Wicky und sein Team, mit wem sie sich im Februar messen werden. Dabei schieden die Basler noch vor einem Jahr sang- und klanglos aus der Königsklasse aus. Schlimmer noch: Sie verabschiedeten sich komplett vom internationalen Parkett, weil sie in der Gruppe mit Arsenal, PSG und Ludogorets nur Vierte wurden.

Sternstunden? Fehlanzeige! Dem damaligen Sportchef Georg Heitz blieb bloss die Feststellung, dass die Schere zwischen Top-Ligen und finanziell weniger potenten Ligen wie der Super League immer weiter auseinanderdrifte. Zugleich wurde man mit 17 Punkten Vorsprung Meister. Der FCB im luftleeren Raum.

Mit einer riskanten Strategie zurück zu altem Glanz auf internationalem Parkett
Und so kam es letzten Sommer zum grossen Umbruch. Der Medienunternehmer Bernhard Burgener und sein Team übernahmen von Bernhard Heusler & Co. Mit der neuen sportlichen Führung um Sportchef Marco Streller verpasste sich der FCB auch gleich eine neue Philosophie. Mehr Junge, mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, mehr Unterhaltung. Ein neuer Trainer, neue Offensivkräfte, neue Spielsysteme.

An den Zielen der Vergangenheit festgehalten

Kaum ein Stein blieb auf dem anderen. An den Zielen der Vergangenheit aber hielt man fest: Meistertitel, europäisch überwintern. Doch die Basler zollten dem radikalen Wandel Tribut. Sie holperten aus den Startlöchern, kickten sich in die Krise. Mitten in dieser Phase sagte Streller dann: «Wir wollen in den Achtelfinal der Champions League.» Und viele dachten, er sei nicht ganz bei Trost.

Tomás Vaclík: 5.5 Einige sehr starke Paraden vor der Pause. Hält den frühen Basler Vorsprung fest. Und verhindert damit einen plötzlichen Nervenkitzel.
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Manuel Akanji: 4.5 Der Beste in einer Abwehr, die für einmal einige Probleme mehr als gewöhnlich hat. Liefert sich einige packende Duelle mit Seferovic.
Marek Suchy: 4.5 Nicht immer souverän. Häufig einen Schritt zu spät. Steigert sich in der zweiten Hälfte. Und trägt dazu bei, dass Basel ohne Gegentor bleibt.
Éder Balanta: 4.5 Manchmal mit seinen Dribblings etwas nonchalant. Zum Glück nicht bestraft. Wäre mit einer gelben Karte im Achtelfinal-Hinspiel gesperrt gewesen.
Michael Lang: 5 Für einmal nicht Torschütze. Aber dafür eine sensationelle Flanke zur frühen Führung. Einige tolle Vorstösse. Kurz: So gut wie zuletzt immer.
Taulant Xhaka: 4 Erstaunlich wenig Einfluss aufs Spiel. Gehemmt nach der frühen gelben Karte. Hatte schon prägendere Auftritte in diesem Champions-League-Herbst.
Luca Zuffi: 4.5 Positiv betrachtet: Verliert auch in solch entscheidenden Spielen nie die Ruhe. Kritischer Einwand: Die Hoheit im Mittelfeld erlangt er zu selten.
Raoul Petretta: 4.5 Mehrheitlich souverän. Aber bei weitem nicht seine beste Leistung in der Königsklasse. Hat am Ende Glück, dass er nicht vom Platz gestellt wird.
Renato Steffen: 4.5 Kämpferisch herausragend, vor allem anfangs der präsenteste FCB-Spieler. Leitet das 1:0 ein. Abzug für die beiden vergebenen Topchancen.
Mohamed Elyounoussi: 5 Ein sehenswertes Tor. Dazu mehrfach im eigenen Strafraum als Retter unterwegs. Starke Leistung. Wieder einmal, darf man anfügen.
Dimitri Oberlin: 5 Der Sprint-Held vom Hinspiel gegen Benfica trifft erneut. Diesmal per Kopf. Mit der ersten Chance. Sonst blass – aber danach fragt niemand mehr.
Blas Riveros: - In der 82. Minute für Petretta eingewechselt. Zu kurz für eine Bewertung.
Kevin Bua: - In der 87. Minute für Oberlin eingewechselt. Zu kurz für eine Bewertung.
Alexander Fransson: - In der 94. Minute für Steffen eingewechselt. Zu kurz für eine Bewertung

Tomás Vaclík: 5.5 Einige sehr starke Paraden vor der Pause. Hält den frühen Basler Vorsprung fest. Und verhindert damit einen plötzlichen Nervenkitzel.

Zur Verfügung gestellt

Jetzt also ist geschafft, was kaum einer für möglich hielt. Der FCB steht im Achtelfinal der Königsklasse und untermauert damit die Stellung, die er sich in den letzten Jahrzehnten in Europa erarbeitet hat. In den letzten 15 Jahren spielten die Rotblauen acht Mal in der Champions League, vier Mal überwinterten sie in der Königsklasse. So ist der FCB zu einer wichtigen Adresse im europäischen Fussball geworden, einem Sprungbrett für Talente aus der Schweiz und dem Ausland.

Er drohte diesen Status zu verlieren, aber Burgener & Co. haben es mit einer riskanten Strategie geschafft, dieser Tendenz entgegenzuwirken. Man hat dazu in Zusammenarbeit mit Trainer Raphael Wicky ein Team geformt, das weniger auf Ballbesitz aus ist, dafür stärker im Umschaltspiel. Das sorgte in der Meisterschaft für anfängliche Schwierigkeiten, war aber zugleich Basis für die Erfolge in der Königsklasse. $

Rosige Zukunft

Rosige Zukunft: Auch im Nachwuchs-Bereich mischt der FC Basel ganz vorne mit
Mit diesen durfte man nicht rechnen, denn der FCB wurde in eine Gruppe mit grossen Namen gelost. Obwohl: ZSKA Moskau und Benfica gehören zu den höchst verschuldeten Klubs Europas. Die Portugiesen haben im Sommer Spieler im Wert von 150 Millionen Franken verkauft, aber nur etwas mehr als 10 Millionen wieder investiert. Die Russen haben sich nur mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs «verstärkt». Sensationell ist die Achtelfinal-Qualifikation vor allem, weil man auf dem Weg in den Achtelfinal auch Manchester United bezwang.

Oberlin gegen Svilar
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Jubel beim FCB
Freistosssituation
FCB-Benfica
Die FCB-Spieler kämpfen um den Ball
Oberlin im Zweikampf
Die Teams beim einlaufen
Akanji im Zweikampf
Der Jubel übers 1:0
Mannschaftsbild vor dem Spiel
Petretta im Zweikampf
Mohamed Elyounoussi macht das Tor
Der FC Basel führt gegen Benfica
Zuffi im Zweikampf
Mohamed Elyounoussi war der Mann, der zum 1:0 einköpfelte
Elyounoussi ist der erste Norweger seit 4 Jahren, der in der Champions League trifft
Der FCB tritt gegen Benfica an

Oberlin gegen Svilar

Keystone

Das Weiterkommen spült 7 Millionen in die Kassen des Serienmeisters. Und er wird ihm bei künftigen Transfers von Talenten – wie den gestrigen Torschützen Dimitri Oberlin und Mohamed Elyounoussi oder Verteidiger Manuel Akanji – weitere Millionen einbringen. Zudem sichern die Basler dem Schweizer Fussball wichtige Punkte in der Fünfjahreswertung der Uefa. Diese entscheidet, wie einfach, respektive schwierig, es für Schweizer Klubs künftig wird, sich für die Königsklasse zu qualifizieren.

Sollte es dem FCB nun gelingen, auch in der Meisterschaft noch das Ruder herumzureissen, hat er sich quasi selbst den Weg geebnet, um auch künftig an die Honigtöpfe der Königsklasse heranzukommen. Gute Perspektiven für die Zukunft des Klubs. Eine Zukunft, für die er gerüstet scheint, wie das Abschneiden der U19 in der Youth League nahelegt. Der FCB-Nachwuchs hat sich mit einem 0:0 in Lissabon für die Achtelfinals qualifiziert. Auch bei den Junioren- mischt er bei den ganz Grossen mit.

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