Ludogorets - Basel
Zurück bleiben einmal mehr nur Fragezeichen

Sebastian Wendel
Sebastian Wendel
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Tief enttäuscht: Marek Suchy und Matias Delgado bedanken sich bei den Fans.

Tief enttäuscht: Marek Suchy und Matias Delgado bedanken sich bei den Fans.

Keystone

All jene, die es nicht wussten, wären wohl nicht darauf gekommen: Im Vassil-LevskiStadion zu Sofia fand gestern Abend tatsächlich ein Spiel der Champions League statt. Doch das einzige Indiz, das daran erinnerte, waren die Sterne auf den Trikotärmeln der Spieler. Der Rest – die trostlose Kulisse genauso wie das Gebotene auf dem Rasen – war dem Prädikat «Königsklasse» unwürdig. So viel steht fest: Die Gegner der Champions-League-Revolution, die Mannschaften wie Basel und Ludogorets die Teilnahme erschweren wird, konnten gestern keine Argumente sammeln.

Aber eben: Die Champions League war ja auch nur noch die Verpackung einer Partie, in der es um die Europa League ging. In der es darum ging, welche der beiden Mannschaften im Februar im «Cup der Verlierer» (Franz Beckenbauer) weiterspielen darf. Die Antwort auf die Gretchenfrage? Sie ist vertagt.

Vertagt genauso wie die Antwort auf eine andere Frage: Wie gut ist der FC Basel Ausgabe 2016/17 wirklich? Gute Ansätze waren immer wieder zu sehen – so holte sich Rot-Blau im Auswärtsspiel in Paris das bislang beste Zeugnis der diesjährigen Europa-Kampagne. Doch den Wow-Effekt blieb die Mannschaft bislang schuldig.

Warum? In erster Linie ist es eine Frage der Qualität. In der Breite ist das FCB-Kader so gut besetzt wie noch nie. Doch es fehlen die Ausnahmespieler. Typen wie früher Salah, Shaqiri, Stocker oder Alex Frei, die aus dem Nichts auch schwache Leistungen in einen Sieg verwandelten. Wer jetzt widerspricht und meint, der FCB habe sehr wohl solche Spieler: Okay – doch die, die das Zeug dafür hätten, sind im Formtief. Bestes Beispiel dafür ist Seydou Doumbia, der in der Champions League die hohen Erwartungen an ihn in keinem Spiel erfüllen konnte.

Was gestern auch auffiel: Die Mannschaft agierte führungslos. Captain Matias Delgado ist ein wunderbarer Fussballer – doch in Drecksspielen wie gestern kann er den Kollegen nicht helfen. Der gesperrte Serey Dié fehlte an allen Ecken und Enden. Marco Streller, der ernüchternd ins SRF-Mikrofon sprach, ebenso. Die FCB-Ausgabe 2016/17 ist zu brav, um die Sternstunden ihrer Vorgänger zu wiederholen. Immerhin: Eine letzte Chance, den Eindruck zu korrigieren, bietet sich im abschliessenden Heimspiel gegen Arsenal. Mit der Bitte an den FCB, endlich den Fuss von der Bremse zu nehmen.