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WM-Aus für Streller: Der Oberschenkel hielt nicht

Marco Streller reist nicht zur Endrunde in Südafrika. Der FCB-Topskorer erlitt am Mittwochmorgen einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel und muss das WM-Quartier der Schweizer verlassen. Damit verliert die Nati den formstärksten Stürmer.

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Der Oberschenkel hielt nicht

Der Oberschenkel hielt nicht

Sven Schoch, Crans-montana

Noch hat Ottmar Hitzfeld nicht (öffentlich) entschieden, wen er für den Stürmer, der hinter dem gesetzten Duo Frei/Nkufo und Derdiyok die Nummer 4 war, nachnominieren wird: Nürnberg-Professional Albert Bunjaku (26) oder der U17-Weltmeister Nassim Ben Khalifa (18/GC) sind die beiden Hauptkandidaten. Das Schusstraining brach der Basler wegen Schmerzen vorzeitig ab. Zur zweiten Lektion erschien er nicht mehr. «Wir müssen die Untersuchung abwarten», erklärte Hitzfeld zur Mittagszeit. Wenige Stunden später wurde der Nationalcoach vom medizinischen Stab über das Out des 32-fachen Internationalen informiert.

Problemloser Start

Tags zuvor hatte Streller sämtliche medizinischen Checks und Leistungstests in Magglingen ohne Vorbehalte bestanden. Und die ersten Einheiten im Wallis verliefen gemäss Teamarzt Cuno Wetzel problemlos. In der Schlussphase der Meisterschaft hatte Streller indes mehrfach mit muskulären Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt.

Ob die Hiobsbotschaft damit zusammenhängt, lässt sich zwar nicht einwandfrei belegen, ist aber anzunehmen. «Er hat sich am gleichen Oberschenkel verletzt», bestätigte Wetzel nach der MRI-Untersuchung.

Endrunden-Trauma

Für den besten Torschützen der Axpo Super League mit Schweizer Pass -- Streller markierte 21 Treffer -- verwandelt sich der Traum, an einer Endrunde teilnehmen zu können, immer mehr zum Trauma. An der EM 2004 fehlte er wegen eines Schienbeinbruchs, die WM in Deutschland endete für ihn mit einem verschossenen Penalty, und an der EM im eigenen Land verpasste Streller zwei Drittel der missratenen Vorrunde wegen einer beschädigten Leiste. Seit dem EM-Out ist Streller im Nationalteam in zwei Jahren nur noch dreimal zum Einsatz gekommen.

Zur Zeit der Bekanntgabe von Strellers Malheur bereitete sich der hochtalentierte GC-Stürmer Ben Khalifa auf seinen ersten Einsatz mit der Schweizer U21 vor. In St.Gallen kam er im
entscheidenden EM-Ausscheidungsspiel gegen die Türken zum Zug.

Knapp sieben Monate nach dem sensationellen Gewinn des WM-Titels mit der U17-Equipe in Nigeria könnte er vor dem nächsten Highlight seiner jungen Karriere stehen. Der zweite Stürmer auf Hitzfelds Pikettliste ist Albert Bunjaku. Der Bundes-liga-Profi, der mit Nürnberg in extremis den Abstieg abwendete, ist der erfahrenere der beiden Nachrück-Kandidaten und spielte bereits in der A-Nati.

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