«Wir haben noch nichts erreicht»

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld ist nach dem Sieg erleichtert und überglücklich. Das Team habe heute Geschichte geschrieben, noch sei die Truppe aber noch nicht am Ziel, warnt er.

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«Wir haben heute Geschichte geschrieben»
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Ottmar Hitzfeld
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Ottmar Hitzfeld Switzerland's head coach Ottmar Hitzfeld and his crew react after winning Group H's 2010 FIFA soccer World Cup preliminary round match between Switzerland and Spain in Durban while Spain's goalkeeper Iker Casillas walks from the pitch, South Africa, pictured on Wednesday, June 16, 2010. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

«Wir haben heute Geschichte geschrieben»

Keystone

Herr Hitzfeld, wie glücklich macht dieser Sieg?Ottmar Hitzfeld: Es ist ein schönes Gefühl, mit drei unerwarteten Punkten zu starten, gegen den Topfavoriten zu gewinnen und darüber hinaus eine gute Leistung gebracht zu haben. Das befriedigt sehr. Ich bin sehr glücklich, dass wir diesen guten Start hatten, den wir brauchen, um mit Selbstvertrauen gegen Chile zu spielen. Das wird nämlich genau so schwierig wie gegen Spanien.

War dieser Sieg nicht auch sehr glücklich?

Hitzfeld: Natürlich, man braucht gegen Spanien auch das nötige Schlachtenglück. Wir haben Spanien in der ersten Halbzeit wenige Möglichkeiten gegeben, es hat nicht gebrannt im Strafraum. Dann hat Spanien seine Abwehr geöffnet und wir konnten immer wieder Nadelstiche setzen. Mit dem 1:0 haben wir noch mehr Sicherheit bekommen.

Ist Ihr Schlachtplan voll aufgegangen?Hitzfeld: Unser Ziel war heute, zwei enge Reihen mit Eren Derdiyok davor aufzubauen und ab der Mittellinie sehr kompakt zu stehen, uns nicht rauslocken zu lassen. Wir wollten uns nur auf die Torverteidigung und Konter konzentrieren. Denn wer gegen Spanien offen mitspielen will, läuft in Konter und wird ausgespielt.

Torschütze Gelson Fernandes kam auf den letzten Drücker ins Team...Hitzfeld: Ja, Fernandes ist noch sehr spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Er hat sich mit einer Topleistung gegen Italien in die Mannschaft gespielt. Ich freue mich besonders für ihn, weil er ein Teamplayer ist, der die Mannschaft motiviert und anspornt – auch wenn er auf der Bank sitzt.

Wie haben Sie Diego Benaglio gesehen?Hitzfeld: Diego Benaglio war einer der Matchwinner. Der Torwart muss über sich hinauswachsen, wenn man gegen Spanien gewinnen will. Er hat ein sensationelles Stellungsspiel gezeigt, war Weltklasse im 1:1. Es ist sehr schwer gegen ihn im 1:1 ein Tor zu machen.

Sind Sie sich der Tragweite dieses Sieges bewusst?Hitzfeld: Mir ist schon bewusst, dass wir heute einen historischen Sieg gelandet und Geschichte geschrieben haben. Aber ich habe immer gesagt: Irgendwann wird das erste Mal sein. Ich bin sehr glücklich, dass wir es jetzt waren. Das ist ein Geschenk, das wir gerne annehmen, uns aber auch hart erarbeitet haben. Wir haben aber noch nichts erreicht und müssen nun gegen Chile diese Leistung bestätigen, wenn wir den Achtelfinal erreichen wollen. (SID)

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