FC Basel
Wegen Personalmangel kündigt Wicky an: "Lang rückt in die Innenverteidigung"

Der FC Basel tritt morgen in St. Gallen an und strebt dort endlich wieder nach einem Sieg in der Super League. Trainer Raphael Wicky muss jedoch gleich auf drei Stammspieler verzichten.

Céline Feller
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Michael Lang rückt gegen St. Gallen in die Innenverteidigung.

Michael Lang rückt gegen St. Gallen in die Innenverteidigung.

Keystone

Noch vor dem Spiel gegen Chiasso in der zweiten Runde des Schweizer Cups betonte Raphael Wicky, dass er keine Experimente machen wolle. Zu wichtig sei dieses Spiel, so der Trainer des FC Basel letzten Freitag.

Ähnlich ist die Ausgangslage auch vor dem Spiel gegen den FC St. Gallen von morgen Abend. Seit drei Spielen ist der FCB in der Super League sieglos. Zuletzt setzte es gar eine Pleite gegen Lausanne ab. "Das ist etwas, das sehr wehgetan hat. Diese Niederlage gegen Lausanne war ein Schlag", musste Wicky auch zehn Tage später noch eingestehen.

Die aktuelle Ausbeute von nur 11 Punkten stimmt ihn unzufrieden. "Natürlich ist das so, wenn man FCB-Trainer ist und die Resultate nicht da sind. Es ist nicht das, was erwünscht ist. Das ist punktemässig zu wenig." Und genau dieser schwierigen Situation ist Wicky zu etwas gezwungen, was er gegen Chiasso noch tunlichst zu vermeiden wusste: zu Experimenten. Und zwar in der Innenverteidigung. Dort fehlen Wicky mit Marek Suchy und Eder Balanta gleich zwei Stammspieler. Suchy spielte immer, und Balanta dann, wenn die Basler mit Dreierkette spielten.

Langs neue alte Position

Weil aber Suchy beim Rückschlag gegen Lausanne innert 44 Sekunden zweimal die gelbe und Balanta nach einem Aussetzer in Chiasso die glatte rote Karte gesehen hatte, fehlen beide in St. Gallen. Der Kolumbianer bekommt intern eine Strafe, diese wurde ihm bereits mitgeteilt. Wicky hofft, dass er so "merkt, dass das nicht geht. Er schadet damit sich und der Mannschaft."

Der Ausschluss Balantas und jener Suchys wäre eine Möglichkeit, mit Pedro Pacheco einen jungen Spieler ins kalte Wasser zu werfen. Weil aber auch noch Renato Steffen nach seiner vierten gelben Karte nicht spielberechtigt ist, scheint Wicky dies zu viel Experimentierfreude auf einmal zu sein. So kündigte er am Tag vor dem Spiel an: "Michael Lang wird in der Innenverteidigung spielen."

Dass Lang das kann, daran zweifelt keiner. "Er hat das früher gespielt (bei GC und St. Gallen, Anm. d. Red.), ich kenne ihn noch als Innenverteidiger aus der U20. Ich bin überzeugt, dass er ein gutes Spiel machen wird und der Mannschaft helfen wird." Tendenziell deutet dieser Personalentscheid auf eine Viererkette hin, ausser Wicky packt doch noch der Mut und er lässt eine Dreierkette aus Akanji-Pacheco-Lang auflaufen.

Tore fallen "zu einfach"

Es kommt zur Unzeit, dass die Defensive umgebaut werden muss. Denn dort zeigte sich der FCB zuletzt oft verwundbar, bekam zu einfach Gegentore, wie auch Wicky immer wieder betont. "Es ist nicht so, dass die Gegner viele Chancen bekommen. Aber wenn sie da sind, dann 'klöpft' es meistens. Das gefällt mir natürlich nicht." Die Mannschaft müsse das Bewusstsein wieder haben, dass man in gewissen Situationen mit aller Konsequenz sein Tor verteidigen müsse. "Das hat mir in einigen Momenten etwas gefehlt. Gerade gegen Lausanne, das haben wir auch angesprochen."

Jetzt wolle er aber voraus, und nicht nicht mehr immer zurück auf dieses ihn schmerzende Lausanne-Spiel schauen. Denn der FCB muss sich auf strenge Wochen vorbereiten. In den nächsten 11 Tagen warten St. Gallen, der FC Zürich, Benfica Lissabon und zuletzt das Duell gegen GC und Ex-Trainer Murat Yakin. Der FCB muss Selbstvertrauen tanken. Und Punkte sammeln. Ungewollten Experimenten zum Trotz.