Pius: Granate versprochen, Granate verpflichtet. Differenz null. Oder man nennt das auch: einen super Job gemacht.

Tobias: Wovon sprichst du?

Pius: Von Matthias Hüppi. Er hat gesagt, der FC St. Gallen würde eine Granate als neuen Trainer verpflichten. Das ist ihm mit Peter Zeidler auf jeden Fall gelungen.

Tobias: Peter wer?

Pius: Zeidler. Deutscher, etwa Mitte 50, Pädagoge, einst Ziehsohn von Ralf Rangnick, arbeitete als Trainer in Salzburg, Sion und Sochaux.

Flavio: Schön und gut. Aber Gigi . . .

Tobias: Wenn ich mir die letzten Stationen von Zeidler anschaue, ging es stetig bergab. Spielt Sochaux nicht in der zweiten Liga?

Pius: Schon. Die Karriere eines Fussballtrainers kennt halt nicht nur eine Richtung. Zeidler wird von Experten in den höchsten Tönen gelobt.

Tobias: Von Alain Sutter?

Pius: Natürlich. Oder kennst du etwa einen anderen Experten? Also: Zeidler, da bin ich überzeugt, ist ein hervorragender Trainer.

Flavio: Aber Gigi . . .

David: Was sagst denn du zur Wahl des neuen Trainers beim FC St. Gallen?

François: Ich habe von Menschen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, gehört, er sei bodenständig, ein guter Kommunikator, fachlich unbestritten und verfüge über grosse Sozialkompetenz.

Pius: Sag ich doch, eine Granate.

Flavio: Aber Gigi . . .

Pius: Was mich bei der Sache mit Zeidler stört, ist einzig die Laufzeit des Vertrags. Drei Jahre sind etwas gar viel. Umso mehr, als Sportchef Alain Sutter kürzlich sinngemäss betonte, beim FC St. Gallen dürfe der Trainer kein Klumpenrisiko mehr sein.

David: Ich sehe noch eine andere Problematik. Hüppi, Zeidler, Sutter. Die reden alle so gern und so viel, Sitzungen enden wohl wie im Eishockey die Playoffs erst durch den Sudden Death. Also wenn nur noch einer redet und die anderen unter dem Tisch liegen.

Flavio: Aber Gigi . . .

David: Ausserdem finde ich es etwas problematisch, den neuen Trainer als Granate anzupreisen.

Pius: Warum?

David: Weil das die Erwartungshaltung zusätzlich schürt. Es ist ja nicht so, dass es in St. Gallen daran mangeln würde.

Pius: Ich sehe da kein Problem. Falls es mit Zeidler nicht funktioniert, kann Hüppi immer noch darauf verweisen, dass halt auch im richtigen Leben nicht jede Granate explodiert.

Flavio: JETZT LASST MICH ENDLICH MAL AUSREDEN! Es kommt mir vor, als wären wir an einer Strategiesitzung des FC St. Gallen.

David: Was willst du uns denn erzählen?

Flavio: Der Gigi. Also wir reden über Nebenschauplätze wie den neuen Trainer des FC St. Gallen, während sich eine prägende Figur des Weltfussballs verabschiedet. Leute, ich sag euch: Ohne Buffon ist der Fussball ein grosses Stück ärmer.

David: Gewiss ist das bedauerlich. Aber nachdem wir die Tränen abgewischt haben: Was wird Gigi künftig tun? Ich wünschte mir, er würde als Entwicklungshelfer arbeiten.

Flavio: Was soll er denn in Afrika?

David: Nein, nicht Afrika. Bei sich zu Hause, in Italien. Da gibt es genug zu tun.