Super League

Viele Neue und eine offene Torhüter-Frage beim FCSG

Der FC St. Gallen will in der neuen Saison einen Schritt nach vorne machen. "Wir wollen angreifen", sagt Trainer Peter Zeidler

Der FC St. Gallen will in der neuen Saison einen Schritt nach vorne machen. "Wir wollen angreifen", sagt Trainer Peter Zeidler

Der FC St. Gallen steht wieder einmal vor einem Neubeginn. Mit Barnetta (Rücktritt), Ashimeru (Salzburg) und Sierro (YB) verlor er sein Herzstück. Jetzt sollen neue Kräfte neue Hoffnungen wecken.

Eine ganze Mannschaft ist weg und hat teilweise das Budget entlastet. Lopar, Nias Hefti, Koch, Mosevich, Wittwer, Sierro, Barnetta, Ashimeru, Ben Khalifa, Rapp und Tafer sind Geschichte. Trainer Peter Zeidler hat ein neues Team und in Vorbereitungsspielen gegen namhafte Gegner wie Celtic Glasgow (0:0), Thun (5:1), Bochum (2. Bundesliga/3:0) und Sporting Lissabon (2:2) gute Ansätze erkennen lassen und nie verloren. Doch Testspiele sind eben Testspiele und haben häufig wenig Aussagekraft.

Nach der Decke strecken

Teilweise freiwillig wurde auf Vertragsverlängerungen verzichtet. Andere wie die Leihspieler Ashimeru (zurück zu Besitzer Salzburg) oder Sierro (von YB für kolportierte 2,5 Millionen Franken von Freiburg erworben) oder Kultfigur Barnetta, den man gerne für eine weitere Saison verpflichtet hätte, tragen aus pekuniären oder persönlichen Gründen nicht mehr das grün-weisse Dress des ältesten Klubs des europäischen Kontinents. "Finanziell können wir mit den Grossen des hiesigen Fussballs nicht mithalten. Unser Budget für die erste Mannschaft inklusive Staff beträgt 7,6 Millionen. Daran halten wir uns. Dennoch konnten wir einen Grossteil unseres Teams halten, punktuell ergänzen und verstärken. Nun haben wir mit Bakayoko (von Inter, die Red.) nur noch einen einzigen Leihspieler", sagt Sportchef Alain Sutter, der selbst mit einem Abgang als Nationalmannschaftsdirektor flirtete, ehe er sich aus der engsten Wahl zurückzog und sein Bekenntnis zum FC St. Gallen abgab.

Haarscharf an Europacup-Millionen vorbei

Ein Tor oder ein Punkt fehlte St. Gallen am Ende der turbulenten letzten Saison, um in der Schlusstabelle Platz 3 zu belegen und sich damit direkt für die Europa League zu qualifizieren. Die Ostschweizer verpassten die fetten Einnahmen von drei Millionen und mehr hauchdünn. Geld, das der seit 18 Monaten von Matthias Hüppi als Präsident geführte Traditionsverein mit einem strukturellen Defizit von immer noch über einer Million gut hätte gebrauchen können. "Wir müssen mit dem haushalten, was wir haben, unsere eigenen Kräfte bündeln und den Kitt zu unseren Fans und unserer Bevölkerung weiter zementieren", erwähnt der Präsident.

Hüppi bleibt optimistisch und ist stolz, dass die Troika mit Sutter und Trainer Zeidler beisammen bleibt. Trotz des Buhlens um Sutter ist wieder Ruhe eingekehrt. "Ich habe während meinen Verhandlungen mit dem SFV gespürt, was mir der FC St. Gallen bedeutet und dass unsere gemeinsame Arbeit noch nicht am Ende ist", liess sich Sutter nach zunächst vornehmer Zurückhaltung vernehmen.

St. Gallen will angreifen

Zeidlers vertikaler Powerfussball mit offensivem Pressing und schneller Umschaltung soll weiter gefördert und automatisiert werden. Dazu wurden junge, entwicklungsfähige und laufstarke Akteure neu ins 26-Mann-Kader berufen, aus dem wahrscheinlich noch zwei, drei abgegeben und ausgeliehen werden dürften.

Neu dazugekommen sind der Franzose Yannis Letard (20), der erfahrene Verteidiger Vincent Rüfli (31), der technisch versierte deutsche Mittelfeldspieler Lukas Görtler (25), der Brasilianer Fabiano (24), Rückkehrer Moreno Costanzo (31) und mit Angelo Campos, Betim Fazliji, Tim Staubli, Fabio Solimando junge Eigengewächse, die mit einem Profivertrag ausgerüstet wurden.

Klinsmann im Tor?

Prominentester Neuzugang, vor allem seinem Nachnamen zufolge, ist der 193 cm grosse Torhüter Jonathan Klinsmann, der Sohn des ehemaligen deutschen Stürmer- und Trainerstars Jürgen Klinsmann. Seine Kampfansage ist deutlich: "Ich habe von Hertha Berlin zu St. Gallen gewechselt, weil ich Stammtorhüter werden will." Dejan Stojanovic ist herausgefordert. Zeidler hat die Qual der Wahl.

Von den jungen Wilden sind der Bündner Stürmer Campos (19) und der Rheintaler Fazliji (20) am nächsten an der Stammformation dran. Leonidas Stergiou (17) scheint in der Innenverteidigung bereits gesetzt. Nach den Verletzungen von Nuhu (Kreuzbandriss) und Routinier Vilotic (Fusssohlenprobleme) scheint mit Letard der Partner von Stergiou gefunden zu sein.

Trainer Peter Zeidler zu Hoffnungen und Absichten: "Ich spüre, dass etwas entstehen kann. Einige haben unsere Spielweise schon ziemlich verinnerlicht. Die Entwicklung ist positiv. Wille und Talent sind vorhanden. Wir wollen angreifen." Aber wohin geht die Reise? Von Platz 3 bis 9 ist alles möglich.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1