FC Basel
Urs Fischer zur Trennung: "Ich hätte es mir anders gewünscht"

Am Freitag äusserte sich Urs Fischer erstmals öffentlich zur Trennung vom FC Basel. Er kann mit dem Entscheid gut umgehen - bedauert diesen aber auch. Und will sich auf das Sportliche konzentrieren. Dort muss er auf diverse Spieler verzichten.

Céline Feller
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Urs Fischer muss gehen. Auch wenn er sich das anders gewünscht hätte, wie er sagt.

Urs Fischer muss gehen. Auch wenn er sich das anders gewünscht hätte, wie er sagt.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Am letzten Freitag hatte Urs Fischer Gewissheit. Dann wohl, als diverse Medien via Push-Benachrichtigungen mitteilten: Die Mitglieder des FC Basel nehmen das neue Konzept an. Denn mit diesem Entscheid war auch das Ende der Trainerkarriere von Urs Fischer beim FC Basel per Sommer besiegelt.

Eine Woche später sitzt Urs Fischer im Medienzentrum des FC Basel. Eigentlich will er auf das Spiel gegen Lausanne vorausschauen. Aber er weiss auch, dass er den Entscheid nicht unkommentiert lassen kann. Und gibt daher ein Statement ab. "Für mich ist es wichtig, auch von meiner Seite einige Punkte anzusprechen." Da wäre der Zeitpunkt, als Fischer erstmals vom grossen Umbruch bei seinem Arbeitgeber hörte. "Ich wurde im Januar im Trainingslager von der aktuellen Führung informiert, dass im Sommer ein Wechsel stattfinden könnte."

Dass er sich dann bereits Gedanken gemacht habe, sei klar. Seither wurden er - wie auch der restliche Staff - von der designierten neuen Führung stets auf dem Laufenden gehalten. "Ich habe gewusst, dass, wenn das Konzept angenommen wird, es Veränderungen geben wird. Auch was meine Person angeht." Die neue Führung um Marco Streller habe ihm mitgeteilt, dass sie mit einem neuen Trainer in die neue Saison gehen wolle.

Transparenz statt Spielchen

Eine Tatsache, die Fischer "schade findet. Ich hätte mir das anders gewünscht. Aber ich kann es nachvollziehen und kann mit dem Entscheid gut umgehen." Wohl auch deshalb, weil die neue Führung sehr korrekt und transparent gehandelt hat, wie er betont: "Es ist so abgelaufen, wie man sich das wünscht und vorstellt. Es gab keine Spielchen."

Nicht transparent - zumindest für die Öffentlichkeit - sind die vertraglichen Details. Sprich, ob Fischer eine Abfindung bekommt, weil sich sein Vertrag womöglich bereits automatisch um ein weiteres Jahr verlängert hat. "Das ist etwas zwischen dem FC Basel und mir. Und daher soll das auch intern bleiben."

Ähnlich professionell wie Fischer habe es auch die Mannschaft aufgenommen, als er ihr am Montagmorgen von dem Ende seines Engagements beim FCB erzählt habe. "Es ist nicht das erste Mal, dass sie so einen Wechsel erleben, sondern das x-te Mal." Die Konzentration sowie der Spassfaktor hätten ebenfalls nicht darunter gelitten. Die Mannschaft habe gut trainiert, die Arbeitseinstellung habe sich nicht verändert. "Aber ich sehe nicht in die Spieler hinein."

Mehr wollte Fischer nicht sagen. Schliesslich steht das Spiel gegen Lausanne an. Einen Gegner, mit dem sich der FCB wie gegen kaum einen anderen in dieser Saison immer enorm schwer getan hat. Immer ging Lausanne in Führung. Immer waren die Spiele bis zur letzten Sekunde eng. Und immer gewann der FCB am Schluss mit nur einem Tor Unterschied.

Suchy fällt aus - Hoegh rückt nach

Da kommt Fischer die personelle Situation alles andere als entgegen. Zusätzlich zum langzeitverletzten Kevin Bua müssen gleich vier Spieler verletzungs- oder krankheitshalber ersetzt werden. Während die Ausfälle von Dereck Kutesa (war die ganze Woche krank) und Geoffroy Serey Die (leidet nach einer Wurzelbehandlung noch immer unter starken Schmerzen) zu verkraften sind, wiegen vor allem jene von Eder Balanta und Marek Suchy schwer.

Balanta fehlt schon länger, hat Schmerzen im Rücken und ist noch immer nicht bei hundert Prozent. Und Marek Suchy war wie Kutesa die ganze Woche krank. "Er konnte heute locker laufen, ist aber sicher nicht einsatzfähig gegen Lausanne." Somit verpasst Suchy, der Mann der meisten Einsätze, die ersten Super-League-Minuten in dieser Saison.

Nachrücken für ihn wird Daniel Hoegh. Er wird mit Manuel Akanji die Innenverteidigung bilden. Für ihn wird es eine Premiere im Jahr 2017, in dem er bislang nur für die U21 auflief oder die Bank oder die Tribüne drückte. "Er brennt darauf. Wir sind mit Eder und Marek in die Saison gestartet, dann war Manuel Akanji unheimlich gut drauf und so hat es einen Wechsel gegeben und Daniel wurde zur Nummer vier."

Er musste lange auf seine Chance warten, spielte im November das letzte Mal in der ersten Mannschaft. "Aber er hat immer gut trainiert und war stets hoch konzentriert. Daher hat er es sich verdient, dass er morgen von Anfang an auflaufen darf."

Winterthur und YB? "Einfach zu wenig"

Als Teil der Startelf hat Hoegh denselben Auftrag wie die anderen zehn Spieler, die beginnen werden: sie müssen eine Schippe drauf legen, wie Fischer fordert. "Unsere letzten beiden Auftritte in Winterthur und insbesondere die erste Halbzeit gegen YB waren einfach zu wenig." Man könne unentschieden spielen oder verlieren, das komme nun mal vor. "Aber auch dann geht es immer um die Art und Weise, wie das passiert."

Denn wenn Fischer neben dem Statement zu seinem Abgang nach dem Spiel noch etwas nicht wiederholen will, dann sind es jene Worte, zu denen er sich am letzten Sonntag gezwungen sah, als er sagte, dass das Resultat noch das einzig Erfreuliche war an diesem Nachmittag. "Das ist jetzt unsere Challenge, dass diese Aussage nicht mehr nötig wird."