Fussballwochenende
Tödliche Tragödie in Leicester, Shaqiris feines Füssen und eine herbe Klatsche für Real Madrid

Eine Übersicht mit Geschichten aus der englischen Premier League, der spanischen Primera Division, der deutschen Bundesliga und der Schweizer Super League.

Markus Brütsch
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Grosse Trauer bei Leicester City: Fans gedenken dem populären Klub-Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha.

Grosse Trauer bei Leicester City: Fans gedenken dem populären Klub-Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha.

Keystone

1. Klubbesitzer stürzt mit dem Helikopter ab

Englands Klubfussball steht unter Schock. Nach dem 1:1 seines Klubs
Leicester City gegen West Ham am Samstag verliess Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha das Stadion, wie er das meistens getan hatte: mit seinem Helikopter in den Klubfarben blau und weiss. Kurz nach dem Start beobachteten Augenzeugen, wie der Rotor aussetzte, die Maschine ins Trudeln kam und ausserhalb des Stadions auf einen Parkplatz stürzte und ausbrannte. Wie viele Personen sich im Helikopter befanden, wurde bis zum Sonntagabend nicht kommuniziert. Mit dem 60-Jährigen soll auch eine Tochter mit an Bord gewesen sein.

Am Tag nach dem Unglück versammelten sich viele Leicester-Fans, um zu trauern. Manche sprachen vom schwärzesten Tag in der Klubgeschichte. Srivaddhanaprabha war in der Stadt sehr populär, die Leute wussten, was sie dem Milliardär aus Thailand zu verdanken hatten. Dieser hatte den Verein im Sommer 2010 gekauft, als dieser noch in der Championship spielte. 2014 gelang die Rückkehr in die Premier League und zwei Jahre später eine der grössten Sensationen, die der Fussball je gesehen hatte: Leicester wurde englischer Meister. Der vierfache Familienvater Srivaddhanaprabha galt als grosszügig und war ein Wohltäter.

Am Tag nach dem Unglück lief das Business «Premier League» weiter. Nach elf Pflichtspielsiegen in Serie reichte es Arsenal bei Crystal Palace nur zu einem 2:2. Wie in der Europa League kam Granit Xhaka als Linksverteidiger zum Einsatz. Er schoss ein tolles Freistosstor und verursachte den Penalty zum 2:2.

2. Shaqiri: Premiere mit feinem Füsschen

Der Aussenristpass von Mohamed Salah erreicht Xherdan Shaqiri knapp innerhalb des Strafraums. Mit einer Körpertäuschung setzt der Schweizer die Verteidigung von Cardiff City schachmatt und zwirbelt dann den Ball aus zehn Metern mit grösstmöglicher Präzision flach zum 3:1 in die linke Torecke. Es ist im neunten Pflichtspiel der erste Treffer Shaqiris für den Tabellenführer FC Liverpool.

Shaqiri und Salah in Feierlaune.   

Shaqiri und Salah in Feierlaune.   

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Zwar ist er erst zwei Mal über die volle Spielzeit auf dem Platz gestanden und hat fünf Mal die Bank gedrückt, doch der Offensivspieler, der schon drei Assists auf dem Konto hat, setzt sich immer besser in Szene. Schon unter der Woche hatte er in der Champions League gegen Roter Stern (4:0) mit wunderbaren Pässen geglänzt.

3. Real Madrid verliert den Klassiker 1:5

Barcelonas Regisseur Ivan Rakitic hatte es nach dem Sieg über Inter in der Champions League gesagt: «Jetzt können wir beweisen, dass wir auch ohne Messi eine gute Mannschaft sind.» Im ersten Clasico seit 2009, bei dem weder Ronaldo noch Messi auf dem Platz standen, zeigten die Katalanen, dass es, zumindest temporär, auch ohne den argentinischen Superstar geht.

Marcelo möchte am liebsten im Boden versinken.   

Marcelo möchte am liebsten im Boden versinken.   

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Gleich mit 5:1 schickten sie Real aus dem Camp Nou heim, mit Luis Suarez als dreifachem Torschützen. Die Königlichen andrerseits sind ohne Ronaldo offensichtlich keine gute Mannschaft mehr. Sie liegt sieben Punkte hinter Leader Barça nur auf Rang zehn. Zu schlecht, als dass der neue Trainer Julen Lopetegui sich noch Hoffnungen auf Weiterbeschäftigung machen darf. Antonio Conte ist im Anmarsch.

4. Die Serie des FCZ endet in St. Gallen

Drei Tage nach dem Triumph in der Europa League gegen Leverkusen ging die Serie des FC Zürich von neun Pflichtspielen ohne Niederlage in St. Gallen zu Ende. Die unbeständigen Gastgeber schlossen vor 12 120 Zuschauern mit dem 3:2-Sieg punktemässig zum viertplatzierten Gegner auf. Wie gegen Thun, YB und Leverkusen erwischten die Zürcher auch in der Ostschweiz nach der Pause eine schwache Phase, als Majeed Ashimeru auf 2:0 erhöhte, nachdem Vincent Sierro in der ersten Hälfte ein Prachttor gelungen war.

Später traf dann auch noch Tranquillo Barnetta mit einem Kopfball zum 3:1. «Jetzt freuen wir uns auf die Walliser Woche», sagte Trainer Peter Zeidler. Innert vier Tagen trifft St. Gallen zwei Mal auf Sion; einmal im Cup, einmal in der Super League.

Totgesagte leben länger: Bayer gewinnt

Nach dem 2:3 im Europacup gegen den FCZ waren Bayer Leverkusen und sein Trainer Heiko Herrlich nicht zu knapp mit Häme übergossen worden. Die Meinungen waren gemacht: Nach dem Spiel am Sonntagabend beim formstarken Werder Bremen würde Herrlich die Koffer packen müssen, ein Erfolg in Norddeutschland sei so gut wie ausgeschlossen.

Leverkusen schlägt Werder entgegen den Erwartungen.   

Leverkusen schlägt Werder entgegen den Erwartungen.   

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Dann aber kam alles anders: Leverkusen spielte die Bremer schwindlig, führte schon zur Pause 3:0 und am Ende hiess es 6:2. Werder hatte erstmals seit einem Jahr wieder ein Heimspiel verloren. «Wir wollten gut verteidigen und sie auskontern. Das ist uns gut gelungen», sagte Herrlich. «Ich hoffe, dass das Spiel Kräfte freisetzt und die Mannschaft den Schwung nun mitnehmen kann.»

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