WM-Kampagne
Statistisch auf Weltklasseniveau: Warum die Schweizer Nati glänzende Zahlen zu bieten hat

Die Schweizer Equipe setzt ihre Testserie in Luzern gegen den WM-Neuling Panama fort. Sie wirkt gefestigt und hat glänzende Zahlen zu bieten.

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Die Schweizer Nati vor Panama
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Blerim Dzemaili schiesst die Schweiz zum Auftakt des WM-Jahres 2018 mit einem herrlichen Seitfallzieher-Tor zum 1:0-Sieg in Griechenland.
Die Schweizer Nati siegte gegen Griechenland dank Dzemailis Tor.

Die Schweizer Nati vor Panama

Keystone

In den vergangenen Jahren sind die Trainer generell davon abgerückt, ausserhalb der Wettkampfagenda von Freundschaftsspielen zu sprechen. Für Petkovic sind die Termine vor der WM-Endrunde seriöse Planspiele. Er trifft taktische Vorkehrungen und denkt mit seiner Equipe alle relevanten WM-Prozesse durch.

Übungen alleine genügen nicht, gewisse Situationen zu simulieren. Er muss die geschützte Trainingswerkstatt dann und wann verlassen. Im Rahmen einer Live-TV-Übertragung und mit entsprechend mehr Druck fühlt sich die Umsetzung der Vorgaben anders an. "Im Spiel Dinge auszuprobieren, ist schwieriger", bestätigte Petkovic nach dem 1:0 in Athen.

Gutes Gefühl

Die griechische Herausforderung hielt sich in Grenzen. Anspruchsvoller als der mittelmässige Konkurrent war für die SFV-Beteiligten der eigene Game Plan. Petkovic hatte ein neues, in der Vorwärtsbewegung mehr Richtung Zentrum ausgerichtetes Schema angeordnet, um ein allfälliges Manko auf den Flügelpositionen aufzufangen.

Mit den während der Trainingswoche in Südeuropa gut einstudierten Veränderungen ging das Team professionell um. Den Zeitpunkt des Experiments werteten die Leaderfiguren als richtig. "Es gibt nicht viele Gelegenheiten für taktische Tests. Das Timing stimmte. Wir kamen gut klar damit, solche Erfahrungen sind hilfreich", erklärte Valon Behrami.

Der Tessiner Wortführer besitzt ein feines Sensorium für die Teamströmungen. Er vertritt nicht nur klare Standpunkte, er beobachtet auch sehr präzise. Wenn der neben Granit Xhaka und Captain Stephan Lichtsteiner einflussreichste Schweizer Nationalspieler den Daumen hebt, stimmt die Richtung. Vor ziemlich genau zwei Jahren war das nicht der Fall, das Gros des Teams wirkte ratlos, es passte "von hinten bis vorne" (Petkovic) wenig zusammen.

Glänzende Zahlen

Im zweiten Frühjahr seit dem Ausscheiden im EM-Achtelfinal spielt die Mannschaft stabiler und flexibler denn je unter der Leitung von Petkovic. Dass der innovative Trainer seine Spieler phasenweise bewusst aus der eigenen Wohlfühlzone drängt, spricht nicht nur für ihn als Chef, sondern ist auch als Zeichen des Fortschritts zu werten - Petkovic handelt nicht in (medialer) Bedrängnis, er operiert von der Position der Stärke und des Vertrauens aus.

Hinter dem SFV-Ensemble liegt eine gute bis erstklassige Phase, den Penalty-Frust gegen Polen im EM-Sommer 2016 verarbeiteten die Schweizer mit zwölf Siegen und nur einer Niederlage in 14 Spielen.

Damit bewegen sie sich statistisch auf der Höhe der Weltnummer 2 Brasilien. Die Seleção gewann 14 ihrer 18 Partien. Der Schweizer Punkteschnitt von 2,64 ist seit September 2017 sogar um eine Nuance höher als jener des fünffachen Weltmeisters (2,5).

Die übrigen Schweizer WM-Gegner Serbien und Costa Rica, das im vergleichbaren Zeitrahmen sieben Spiele mehr bestritt, erlitten zwei bis vier (Costa Rica) Fehltritte mehr.

Und im Fall von Serbien häuften sich vor dem Jahreswechsel hinter den Kulissen die Irritationen, worauf die Verbandszentrale den ehemaligen Bundesliga-Profi Mladen Krstajic für den nicht mehr genehmen Erfolgstrainer Slavoljub Muslin einsetzte.

Robuster Kontrahent

In Luzern wollen Petkovic und Co. gegen den WM-Debütanten Panama auf ihrem angestammten Kurs fortfahren. Die robusten Mittelamerikaner schrieben am 11. Oktober mit einem 2:1 gegen Costa Rica im Estadio Rommel Fernandez die beste Story ihrer Verbandsgeschichte.

Der Charakterkopf steht an der Linie: Hernan Dario Gómez, der nach Kolumbien und Ecuador nun auch Los Canaleros an die Endrunde lotste. Sie stehen für eine Prise Physis und Mentalität.

Ihr Keeper Jaime Penedo ist die Nummer 1 von Dinamo Bukarest, die übrigen Stammspieler verdienen ihr Geld in den USA, Mexiko, Guatemala, Kolumbien und in Peru.