Nach 80 Minuten hatte der leicht verletzte und deshalb nicht eingesetzte Lionel Messi genug gesehen. Der Star der Argentinier verliess die Tribüne des Wanda Metropolitano, wo normalerweise Atletico Madrid seine Heimspiele bestreitet. Barcelonas Messi musste mitansehen, wie einer von Real Madrid zur grossen Figur der Partie wurde. Der bald 26-jährige Isco schoss drei Treffer, zwei davon nach der Pause.

Erst in der zweiten Halbzeit nahm das argentinische Debakel seinen Anfang. Zur Pause lagen die Gäste erst 1:2 zurück. Am Ende fehlte nur ein Gegentreffer zur höchsten Niederlage überhaupt einer argentinischen Nationalmannschaft. Eine Niederlage mit fünf Toren Unterschied gab es für die Südamerikaner erst zum fünften Mal. Letztmals verlor Argentinien 2009 in Bolivien mit 1:6.

In einem weiteren Prestigeduell trennten sich England und Italien im Wembley 1:1. Nach Deutschland, Brasilien und der Niederlande schien auch Italien keinen Treffer gegen den Weltmeister von 1966 zustande zu bringen. Erst ein nach Videokonsultation in der 87. Minute zugesprochener Penalty beendete die schöne englische Serie nach über zehn Stunden ohne Gegentor. Lorenzo Insigne verwertete den Elfmeter, nachdem Jamie Vardy die Engländer nach 26 Minuten in Führung gebracht hatte.

Bei der WM trifft England unter anderem auf Belgien, das einen beeindruckenden Goalgetter auf die englische Abwehrmauer loslassen wird. Romelu Lukaku erzielte die ersten zwei Tore zum 4:0 gegen Saudi-Arabien. Der Stürmer von Manchester United und Rekordtorschütze Belgiens hat in den letzten 9 Länderspielen 13 Mal getroffen.

Saudi-Arabien bestreitet in 79 Tagen das WM-Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Russland. Grund in Ehrfurcht zu erstarren gibt es für die Saudis nicht. Russland präsentierte sich in den letzten Monaten und zuletzt im Test gegen Frankreich in schlechter Verfassung. Obwohl die Russen seit dem Confederations Cup nur noch daheim antreten, gewann sie nur zwei ihrer letzten zehn Matches, gegen Neuseeland und Südkorea. Gegen Frankreich stand die von Stanislaw Tschertschessow trainierte Mannschaft genauso auf verlorenem Posten wie am letzten Freitag beim 0:3 gegen Brasilien. Für die Franzosen trafen der 19- jährige Kylian Mbappé zweimal und Paul Pogba mit einem schönen Freistoss.

Neben Saudi-Arabien wird sich Russland in der WM-Gruppe A auch mit Ägypten messen. Die Nordafrikaner bestritten ihre zweite Partie im Zürcher Letzigrund und mussten sich ein zweites Mal geschlagen geben. Nach Portugal war am Dienstagabend Griechenland, der vorletzte Testspiel-Gegner der Schweizer, zu stark. Die Griechen erzielten den Treffer zum 1:0-Sieg nach einer halben Stunde durch Belgien-Legionär Nikos Karelis. Ägypten spielte ohne seinen Star Mohamed Salah.

Challandes optimal gestartet

Einen idealen Einstand erlebte Bernard Challandes als Nationalcoach von Kosovo. Der 66-jährige frühere FCZ-Meistertrainer führte sein neues Team in der Nähe von Paris zu zwei Siegen. Nach Madagaskar setzten sich die Kosovaren mit den Super-League-Spielern Benjamin Kololli, Gjelbrim Taipi und Hekuran Kryeziu in der Startformation auch gegen Burkina Faso (2:0) durch. Für Kosovo war es im 14. offiziellen Länderspiel erst der 4. Sieg.