FC Aarau
Schnäppchen-Alarm: Michael Perrier tut dem Aarauer Portemonnaie gut

Auf die neue Saison kam der Walliser Michael Perrier vom FC Sion in den Aargau. Was viele nicht wissen: Die Aarauer dürften sich wegen der Transfersumme für den 26-Jährigen die Hände gerieben haben - über Geld wird aber nicht geredet.

Ruedi Kuhn
Drucken
Michael Perrier (2. von links) in seinem zweiten Pflichtspiel für den FCA gegen den FC Wil.

Michael Perrier (2. von links) in seinem zweiten Pflichtspiel für den FCA gegen den FC Wil.

Keystone

Verträge im Fussball? Die sind nichts wert! Na ja – im Fall von Michael Perrier ist das tatsächlich so: Der 26-jährige Walliser hatte beim FC Sion einen Vertrag bis 2016. Während der Vorbereitung auf die neue Saison fiel der kleine Mittelfeldspieler mit dem grossen Kämpferherzen bei Trainer Didier Tholot in Ungnade. Der Grund: Zu viele Spieler im Kader! Perrier also war überzählig, wurde abserviert und musste sich einen neuen Klub suchen.

Michael Perrier hatte zwei Interessenten

Super-League-Aufsteiger FC Lugano und Super-League-Absteiger Aarau meldeten ihr Interesse an. Die Tessiner luden Perrier zu einem zweiwöchigen Probetraining ein und wollten sich erst danach entscheiden, ob er einen Vertrag erhält oder nicht. Die Aarauer hingegen verzichteten auf Tests und boten Perrier gleich einen Zweijahresvertrag an.

Mit dem FC Sion einigte man sich auf eine Ablösesumme, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde. Interessant: Die Aarauer mussten vom vereinbarten Betrag nur die Hälfte bezahlen. Pikant: Die zweite Hälfte wird nur fällig, wenn die Mannschaft von Trainer Livio Bordoli im nächsten Frühling den Aufstieg schafft.

Man kann davon ausgehen, dass der FC Aarau für Perrier bis jetzt nicht einmal 100 000 Franken bezahlen musste. Bleibt die Mannschaft Ende Saison in der Challenge League, kommen keine weiteren Kosten hinzu. Ein guter Deal, den Sportchef Urs Bachmann ausgehandelt hat: Mehr noch! Den Zuzug von Perrier darf man als Schnäppchen bezeichnen.

Er will spielen

Er gilt als Musterprofi und gibt sowohl in den Trainings als auch in den Ernsteinsätzen alles. Ein Spielmacher ist er nicht, nein, aber Perrier ist ein Terrier: eine typische Nummer 8, dessen Aggressivität, Robustheit, Zweikampfstärke und Aufsässigkeit für den FC Aarau Gold wert sind.

Perrier selbst freut sich auf die neue Herausforderung. «Natürlich war ich enttäuscht, dass mich der FC Sion trotz eines Vertrags nicht mehr wollte», sagt Perrier. «Schliesslich leben meine Familie, meine Freunde und Kollegen im Wallis. Und auch ich bin Walliser. Durch und durch. Aber ich will in erster Linie Fussball spielen. Und das ist beim FC Aarau möglich.»

So spielt Perrier nun also beim Super-League-Absteiger und bestreitet am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Biel bereits seinen dritten Einsatz. Dabei kann er auf die Unterstützung einer kleinen Delegation aus dem Wallis zählen. Freundin Line, Grossmutter Rita, Mutter Jeannette, Vater Bernard und Grossvater Gaston sind im Brügglifeld mit dabei und drücken ihrem Michael kräftig die Daumen.

Aus Perrier wäre beinahe Cuche geworden

Michael Perrier ist in Haute Nendaz aufgewachsen. Das Talent hat er von seinem Vater, der mit dem FC Sion 1980, 82 und 86 dreimal den Cup gewann und heute als Verkäufer bei Glas Trösch arbeitet. Die grosse Leidenschaft von Perrier Junior war allerdings der Skisport. «Bis zu meinem 14. Geburtstag wollte ich Skirennfahrer werden», blickt Perrier zurück. «Meine Lieblingsdisziplin war die Abfahrt.»

Die Leidenschaft für den Fussball entdeckte er erst im Alter von 16 Jahren. Seine Profikarriere lancierte Perrier 2007 in Lugano. Von 2010 bis 2015 spielte er für Chiasso, Bellinzona und Sion. Der Trainer dieser Klubs war Raimondo Ponte. Jener Raimondo Ponte, der seit kurzer Zeit Chefscout und Mitglied vom Sportausschuss des FC Aarau ist. Da scheinen sich Zwei gefunden zu haben.

Aktuelle Nachrichten