Schweizer Nati
Petkovic wünscht sich mehr Tore und weniger Kritik

Vladimir Petkovic ist nach den beiden Spielen in der EM-Qualifikation in Slowenien (0:1) und San Marino (4:0) kein zufriedener Nationalcoach. Enttäuscht haben ihn die schlechte Chancenauswertung und die negative Berichterstattung.

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Vladimir Petkovic zieht Zwischenbilanz.

Vladimir Petkovic zieht Zwischenbilanz.

Keystone

Als die Schweizer Nationalmannschaft am Mittwochmorgen in Rimini das Flugzeug bestieg, prasselte ein heftiger Gewitterregen über die Adria-Region. Knapp zwei Stunden später bei der Ankunft in Zürich schien die Sonne. Doch deshalb hellte sich die Miene von Nationalcoach Vladimir Petkovic nicht auf. Zu viel hat ihm in den letzten zehn Tagen nicht gepasst - trotz des 4:0 in San Marino, mit dem sein Team fünf Tage nach der Niederlage in Slowenien immerhin den Totalschaden verhindert und die ersten Punkte in der EM-Qualifikation geholt hat: das unnötige 0:1 in Slowenien, die vielen verpassten Chancen in beiden Spielen, der fehlende Rhythmus einzelner Spieler und die negative Kritik in den Medien vor dem Auftritt in San Marino. Sie vor allem ärgerte Petkovic.

Als ehemaliger Trainer von Lazio Rom ist sich Petkovic Kritik gewohnt. Aber: "In Italien geht es um das Fachliche, hier wird auf den Mann gezielt. Mit Kritik, die nichts mit dem Platz zu tun hat. Das tut weh."Petkovic hat offenbar missfallen, wie einzelne Spieler (vor allem Von Bergen) für die Niederlage in Maribor verantwortlich gemacht worden waren, und wie einzelne Medien schon vor dem Spiel in San Marino eine allfällige Pleite einordneten: Als grösste Blamage in der Geschichte des SFV. "Ich habe Zweifel, ob wir und die Medien die gleichen Ziele verfolgen. Es sollte mehr positive Stimmung gemacht werden. Wenn sich die Schweiz nicht für die EM qualifiziert, haben wir alle verloren."

Petkovic hat damit nach der Rückkehr in die Schweiz gesagt, was ihm am Herzen lag. Doch in den nächsten knapp vier Wochen sind die Berichte der Medien noch die kleinste Baustelle in seiner Agenda. Am 15. November empfängt die Schweiz in St. Gallen Litauen. Die Balten haben drei Punkte mehr. Sie sind im Vergleich zu San Marino Riesen, aber gegen die Schweiz doch nur Aussenseiter. Im FIFA-Ranking belegen sie hinter Ruanda, Katar und Palästina Platz 103, die letzte WM-Qualifikation schlossen sie im 4. Platz ab.

Doch die Schweiz kann in einem Monat der Favoritenrolle nur gerecht werden, wenn sie ihre Effizienz steigert. Sie wird es sich dann wie schon in Slowenien nicht leisten können, Chance um Chance zu vergeben. Diesbezüglich war das Spiel in San Marino trotz vier Toren kein wesentlicher Schritt nach vorne. "Wir haben in Slowenien 19 Torschüsse gehabt, in San Marino 21. Daraus haben wir viel zu wenig Tore erzielt", so Petkovic.

Schweizer Nati-Auftritt in San Marino
21 Bilder
Haris Seferovic erzielt nach neun Minuten das 1:0 per Kopf.
Seferovic jubelt über seinen ersten Treffer.
San Marinos Fabio Vitaioli stellt sich Blerim Dzemaili in den Weg.
Kasami gratuliert Doppeltorschütze Seferovic.
Auch von Captain Lichtsteiner gibt es ein Lob.
Gedränge am Strafraum der Platzherren.
Seferovic darf zum zweiten Mal jubeln.
...und sich wieder von den Teamkollegen feiern lassen.
Kasami (hinten) geht auf Tuchfühlung.
Blerim Dzemaili wird von allen Seiten ins Visier genommen.
Torhüter Aldo Simoncini erhält Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Und wieder verfehlt ein Schweizer Abschluss das gegnerische Tor.
Pajtim Kasami bringt frischen Wind in die Schweizer Nationalmannschaft.
Auch bei Seferovic ging nicht jeder Abschluss ins Tor.
Silvan Widmer kommt zu seinem Länderspiel-Debüt.
Kasami mit perfekter Schusstechnik.
Admir Mehmedi spielte 45 Minuten wurde aber kaum gesehen.
Auch Barnetta durfte in der Schlussviertelstunde noch ran.
Shaqiri setzt nach seinem Tor zum Nachschuss an.
Nationaltrainer Petkovic scheint zufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler.

Schweizer Nati-Auftritt in San Marino

Keystone

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