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Ottmar Hitzfeld stellt seinen Captain infrage

Nationalcoach Ottmar Hitzfeld im Gespräch mit Captain Gökhan Inler

Nationalcoach Ottmar Hitzfeld im Gespräch mit Captain Gökhan Inler

Gökhan Inler ist vor dem Zypern-Spiel vom 8. Juni unter Druck. Gleichzeitig gibt es gute Aussichten für Dzemaili, der auf einen EInsatz hoffen darf. Am Dienstag gab Hitzfeld das Aufgebot für die WM-Qualifikation in Zypern bekannt.

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld gab das Schweizer Aufgebot für die Partie in der WM-Qualifikation gegen Zypern vom 8. Juni in Genf bekannt. Im Vergleich zum 0:0 auf Zypern Ende März nominierte er die beiden FCZ-Stürmer Mario Gavranovic (zurück nach Verletzung) und Josip Drmic. Kein Aufgebot dagegen bekamen Admir Mehmedi, Gelson Fernandes, der bis vor kurzem verletzte Eren Derdiyok und Pirmin Schwegler, der um eine Auszeit bat, um eine Entzündung auszukurieren. Insgesamt sind 21 Spieler dabei. «Ein aufgeblähtes Kader für nur ein Spiel bringt nichts», sagt Hitzfeld.

Interessant ist, wie Hitzfeld über die Situation seines Captains Gökhan Inler denkt. Bei Napoli spielte er seit dem Schweizer Spiel in Zypern nur noch zwei Mal von Anfang an. Verdrängt wurde er ausgerechnet von seinem Landsmann Blerim Dzemaili.

Leistung und Glaubwürdigkeit

Nun sagt Hitzfeld: «Es zählen die Leistung und meine Eindrücke der Trainings. Auch Inler hat keine Privilegien.» Auf die Nachfrage, dass dies doch erstaunlich ist, weil Inler der Captain und Anführer des Teams sei, ergänzt Hitzfeld: «Es ist legitim, wir leben in einer Leistungsgesellschaft und es geht auch um die Glaubwürdigkeit.»

Hitzfeld versteht sein Votum als Signal an die Ersatzspieler, die spüren müssen, dass sie bei konstant guten Leistungen eine Chance auf einen Einsatz haben. Diesen Weg schlug er bereits in Zypern ein, als er anstelle der ausser Form geratenen Barnetta, Xhaka und Derdiyok das Trio Stocker, Emeghara und Seferovic nominierte.

Hoffnung für Dzemaili

Balsam sind Hitzfelds Worte besonders für Blerim Dzemaili. «Wenn er seine gute Form konserviert, hat er grosse Chancen auf einen Einsatz.» Das könnte einerseits neben Valon Behrami im defensiven Mittelfeld sein – oder auf der Position hinter der Spitze. Hier hat bei Hitzfeld ein Umdenken stattgefunden. «Seit dem Zypern-Spiel hat sich Dzemaili bei Napoli offensiv gesteigert, auch einige Tore erzielt.»

In der Offensive ist Shaqiri gesetzt, Stocker wahrscheinlich auch. Ihm wird Hitzfeld auch während der Vorbereitungswoche etwas mehr Ruhe gönnen. Im Tor steht Rückkehrer Benaglio, davor Lichtsteiner, Von Bergen und Djourou. Um den Platz als linker Aussenverteidiger kämpfen Rodriguez und Ziegler. Im defensiven Mittelfeld ist Behrami unverzichtbar.

Die Schweiz führt die WM-Qualifikationsgruppe E nach der Hälfte aller Spiele mit 11 Punkten an. Dahinter folgen Albanien (9), Island (9), Norwegen (7), Zypern (4) und Slowenien (3). Der Gruppensieger fährt an die WM, der Zweite muss in die Barrage.

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