EM-Qualifikation

Österreicher einen Schritt vor der EM-Qualifikation

Österreichs Nationaltrainer Franco Foda steht mit seiner Mannschaft kurz vor der EM-Qualifikation

Österreichs Nationaltrainer Franco Foda steht mit seiner Mannschaft kurz vor der EM-Qualifikation

Am Samstag können die Österreicher in Wien gegen Nordmazedonien alles klarmachen: Einen Punkt nur braucht die Auswahl von Trainer Franco Foda, um sich für die EM 2020 zu qualifizieren.

Die Voraussetzungen für ein grosses Fussball-Fest im Wiener Ernst-Happel-Stadion sind hervorragend: Über 35‘000 Tickets konnten gemäss dem österreichischen Fussball-Bund (ÖFB) bereits abgesetzt werden, und der Nationalmannschaft reicht ein Unentschieden gegen Nordmazedonien, um sich nach 2008 (als Gastgeber zusammen mit der Schweiz) und 2016 zum dritten Mal in ihrer Geschichte für eine EM-Endrunde zu qualifizieren.

Doch noch fehlt der letzte Schritt. "Uns erwartet ein schwieriges Spiel gegen eine starke Mannschaft, aber wir wollen unbedingt gewinnen und den Sack zumachen", sagt Nationaltrainer Franco Foda. Gelingt dies gegen Nordmazedonien nicht, kann Österreich den fehlenden Punkt auch im letzten Spiel auswärts gegen das punktelose Lettland holen. Dass die Österreicher die direkte EM-Qualifikation zwei Runden vor Schluss so einfach erreichen können, zeichnete sich zu Beginn der EM-Kampagne kaum ab. Im Gegenteil.

Aus Niederlagen lernen

Die Österreicher wurden in der vermeintlich leichten Gruppe G mit den Gegnern Polen, Israel, Nordmazedonien und Lettland zu Beginn auf dem falschen Fuss erwischt: Das erste Spiel zuhause gegen Polen (0:1) verloren sie ebenso wie das zweite auswärts gegen Israel (2:4).

Doch statt die Mannschaft und das Spielkonzept in Frage zu stellen, bewahrte Trainer Foda, der den österreichischen Fussball und dessen Medien aus seinen Jahren in verschiedenen Trainerfunktionen bei Sturm Graz bestens kennt, kühlen Kopf. Er stärkte die mannschaftliche Geschlossenheit, liess weiter variabel spielen und setzte auf schnelle Balleroberungen.

Die sich rasch einstellenden Erfolge auf dem Platz gaben ihm recht: Nach diesen beiden Niederlagen holten die Österreicher in den folgenden sechs Spielen fünf Siege sowie ein Unentschieden. Nun rangieren sie zwei Runden vor Schluss auf Platz 2 der Gruppe G, drei Punkte hinter Polen, das sich bereits im Oktober für die Endrunde qualifiziert hat.

Doch nicht nur die Ergebnisse stimmen bei den Österreichern, auch die Art und Weise ihres Fussballs weiss zu überzeugen. Es sei ein Zeichen von Qualität, dass sie die Bälle nicht mehr wegschiessen unter Druck, sondern sichern und dann sofort den Gegner überspielen, wenn er tief stehe, meint Captain Julian Baumgartlinger. Foda betont generell den guten "Teamspirit". "Jeder ist für den anderen bereit, auch Opfer zu bringen im Spiel."

Breite im Kader

Ein Scheitern kurz vor dem Zielstrich wäre für diese österreichische Mannschaft mit ihrer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, die fast alle in der deutschen Bundesliga unter Vertrag stehen, eine herbe Enttäuschung.

Der Verband denkt bereits langfristig. "Wir hätten das erklärte Ziel erreicht, bei Grossereignissen ziemlich regelmässig dabei zu sein", hält ÖFB-Präsident Windtner fest. Zudem wolle man auch den nicht ganz glücklichen Auftritt bei der EM 2016 korrigieren. Damals scheiterte Österreich unter dem Schweizer Trainer Marcel Koller als Gruppenletzter in der Vorrunde.

Gegen Nordmazedonien und Lettland kann Coach Foda wieder auf seine Stars David Alaba von Bayern München und Marko Arnautovic von Shanghai SIPG zählen, die beim wegweisenden Sieg im Oktober gegen die heimstarken Slowenen verletzungsbedingt gefehlt haben. Doch nicht nur sie, sondern auch Spieler wie Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt), Marcel Sabitzer (RB Leipzig) und Baumgartlinger (Bayer Leverkusen) verleihen dieser Mannschaft Qualität und Stabilität.

Daneben empfahlen sich gegen Israel und Slowenien wegen Verletzungen von Stammkräften weitere Spieler wie zum Beispiel Stefan Posch (Hoffenheim), der gegen die Slowenen das entscheidende Tor zum 1:0 schoss. "Wir sind im Kollektiv momentan sehr stark. Egal wer reinkommt, er macht Topspiele. Das zeichnet uns derzeit aus", so Captain Baumgartlinger.

Gar Gruppensieg noch möglich

Die Chancen stehen also sehr gut, dass die Österreicher unter Foda den erhofften letzten Schritt machen. Und wer weiss: Wenn Polen in seinen letzten beiden Partien gegen Israel und Slowenien gröber patzt, steht Österreich vielleicht zuletzt sogar als Gruppensieger da.

Dies würde die Chancen erhöhen, bei der EM-Gruppenauslosung am 30. November in Bukarest stärkeren Gegnern aus dem Weg zu gehen. Doch vorerst gilt es, den Ball flach zu halten und einen Punkt gegen Nordmazedonien zu holen.

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