FC Aarau
Nach dem Saisonauftakt: Ärger über den zeuselnden FCA-Fanblock

Es war alles angerichtet für ein herrliches Fussballfest: Knapp 5000 Zuschauer waren für das Derby zwischen Aarau und Wohlen (1:1) zum Saisonauftakt ins Brügglifeld gekommen. Für Diskussionen sorgen im Nachgang aber fast nur die Pyros im Fanblock.

Dean Fuss
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Es hätte zu einem tollen Fussballfest werden können, dieses Aargauer Kantonsderby zwischen dem FC Aarau und dem FC Wohlen zum Auftakt der Challenge-League-Saison 2015/16. 4981 Zuschauer hatten sich an diesem Montagabend im Stadion Brügglifeld eingefunden, was für ein toller Rahmen für dieses Fussballspiel.

Doch am Tag nach dem tristen 1:1 drehen sich die Diskussionen viel weniger um die Kader der beiden Teams und deren Möglichkeiten für die Saison, sondern viel mehr um den FCA-Fanblock. Dieser sorgte sowohl im Publikum, als auch bei Spielern und Verantwortlichen des FCA mit seinen Feuerwerk- und Pyro-Aktionen für Ärger.

«Das mit den Pyros ist eine unglaublich mühsame Sache für den Verein. Das verursacht immer Kosten und ist auch gefährlich. Familien trauen sich kaum mehr in die Stehrampe. Das ist wirklich ein Seich», sagt FCA-Captain Sandro Burki nach Spielschluss gegenüber der «Aargauer Zeitung». Damit teilt der 29-Jährige dieselbe Meinung, wie viele Zuschauer, die am Montagabend im Brügglifeld zugegen waren und die Pyro-Aktion mit Pfiffen und Buhrufen quittierten.

Sportchef Urs Bachmann: «Das ist völlig daneben»

In der 82. Minute sah sich Schiedsrichter Sébastien Pache sogar gezwungen, die Partie wegen Nebels durch im Fanblock gezündete Pyros für ein paar Minuten zu unterbrechen. Unmittelbar nach Wiederaufnahme des Spiels profitierte Marijan Urtic in der 86. Minute von der Unordnung in der FCA-Defensive und traf aus dem Chaos zum 1:1-Ausgleich. Trotzdem will Captain Burki die Verantwortung des Teams für den Gegentreffer nicht abschieben: «Das soll keine Entschuldigung sein, es ist halt einfach unglücklich, dass das Ausgleichstor gleich nach dem Unterbruch gefallen ist.»

Als sich die Mannschaft nach Spielschluss beim FCA-Fanblock wie gewohnt für die Unterstützung der Zuschauer bedanken wollte, schritt Sportchef Urs Bachmann ein. Zusammen mit Captain Burki diskutierte Bachmann in der Folge mit den beiden «Capos» des Fanblocks. «Ich habe ihnen meine Meinung gesagt. So ein Verhalten ist völlig daneben», sagt Bachmann am Tag danach. Wie hoch die Busse für den Klub nach dem Vorfall ausfallen wird steht noch nicht fest. Die Liga dürfte sich aber im Lauf der Woche beim FCA melden.

Wohler Freude im Aarauer Nebel: Marijan Urtic (l.) bejubelt sein Ausgleichstor vor der sichtlich vernebelten Fankurve des FCA.

Wohler Freude im Aarauer Nebel: Marijan Urtic (l.) bejubelt sein Ausgleichstor vor der sichtlich vernebelten Fankurve des FCA.

Keystone

Kaum Unterstützung für die Pyro-Aktion

Für viel Ärger sorgt die Pyroaktion aus dem Aargauer Derby auch in den Kommentarspalten der Website der «Aargauer Zeitung», auf der «Facebook»-Seite des FCA oder auch im «FCA Forum». Die ganz grosse Mehrheit der Kommentierenden verurteilt das Verhalten des Fanblocks, der sich selber allerdings als einzigen Stimmungsmacher unter den FCA-Fans sieht und die Aktion dementsprechend verteidigt.