David: Heiliger Bimbam. Ich bin immer noch stinksauer über den Auftritt der Schweizer im Achtelfinal gegen Schweden. Grosse Klappe von wegen Viertelfinal, Halbfinal, Spiel ohne Grenzen – Trallala. Aber dann ist gegen die schwedischen Schränke schon «Aus die Maus». Warum? Weil die Spieler mit einer Sorglosigkeit und Überheblichkeit auf den Platz gehen, als sei das Weiterkommen reine Formsache. Aber dann fällt ihnen nichts Besseres ein, als hoch in den Strafraum zu flanken. Das ist absurd, überhaupt nicht zielführend. Ich nehme von einer Alaska-Reise ja auch kein Stück Eis als Souvenir mit nach Hause.

Flavio: Der Ärger ist verständlich, weil im Gegensatz zu unserem Scheitern gegen Schweden nicht mal ein Aufbäumen erkennbar ...

Pius: ... Hör doch auf! Was interessieren uns jetzt deine Italiener!

Flavio: Ich mein ja nur.

Tobias: Können wir die Italiener ausklammern und uns auf das Wesentliche beschränken?

Flavio: Das wäre?

Tobias: Beispielsweise der fehlende Siegeswille, die offensichtlichen Mentalitätsprobleme, die für den Gegner berechenbare Spielweise und die zu diskutierende Aufstellung von Vladimir Petkovic.

Pius: Was soll man da noch diskutieren? Alles war mies und die Stürmer noch mieser.

David: Wir haben doch unmittelbar vor dem ersten Spiel darüber diskutiert, wie Petkovic spielen sollte. Und du hast das doch in der Zeitung dokumentiert, oder?

François: Ja.

David: Also frage ich mich: Liest Petkovic keine Zeitung?

François: Auch wenn ich unseren Ansatz mit zwei Stürmern, Shaqiri zentral dahinter und drei Mittelfeldspielern richtig finde, ist es vielleicht doch etwas vermessen, zu glauben, Petkovic die Aufstellung diktieren zu können.

David: Ist mir doch klar. Aber lesen und darüber nachdenken wäre bestimmt hilfreich gewesen.

Tobias: Finde ich auch. Das Spiel der Schweizer wäre mit unserer Aufstellung unberechenbarer, variabler, und im Mittelfeld hätte man durch die Hereinnahme von Zakaria ein kämpferisches Element mehr. Wie sehr das gefehlt hat, sieht man allein beim Treffer der Schweden. Behrami kann Forsberg nicht am Schuss hindern und Xhaka will nicht. Zakaria hätte ihm den Ball abgejagt.

François: Unverständlich ist für mich, dass Petkovic ständig an Dzemaili als offensivem Mittelfeldspieler festgehalten hat. Das Spiel der Schweizer ist so ausgelegt, dass der Spieler auf dieser Position zu den meisten Chancen kommt. Aber Dzemaili ist vieles, aber nicht abschlussstark. Also muss doch dort ein treffsicherer Spieler auflaufen. Dass Petkovic nicht zu dieser Einsicht gelangt ist, verstehe ich nicht.

Flavio: Was nun? Soll man Petkovic wegen seiner Uneinsichtigkeit entlassen?

Pius: Ich finde schon.

François: Für mich hängt es von seiner Analyse ab. Falls seine Ansätze erfolgversprechend sind, würde ich ihm eine dritte Chance geben.

David: Allein mir fehlt der Glaube, dass Petkovic diese Mannschaft weiterentwickeln kann.

Tobias: Vielleicht wird er schon bald vor die Wahl gestellt: Schweizer oder kroatische Staatsbürgerschaft. Vielleicht geht es dem Fussballverband mit seiner Idee vom Doppelbürgerverbot einzig darum, Petkovic loszuwerden.