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Kramers Eigentor des Jahres stoppt Mönchengladbachs Höhenflug

Zum lachen: Yann Sommer (Mitte) «gratuliert» Christoph Kramer (r.) zum Eigentor des Jahres.

Zum lachen: Yann Sommer (Mitte) «gratuliert» Christoph Kramer (r.) zum Eigentor des Jahres.

Ein an Kuriosität kaum zu toppendes Eigentor setzte der 18 Pflichtspiele währenden Ungeschlagenheit von Bundesligist Mönchengladbach ein Ende. Durch das Blackout von Christoph Kramer verlor Gladbach in Dortmund 0:1.

«Die Dortmunder können sich bei mir bedanken, bei den Gladbachern muss ich mich entschuldigen. Mich ärgert, dass ich heute eine richtige Grütze gespielt habe», gestand Kramer. Der 23-jährige Weltmeister düpierte in der 58. Minute seinen eigenen Goalie Yann Sommer, indem er in leichter Bedrängnis einen Rückpass aus gut 40 Metern viel zu hoch ansetzte und den ebenso chancen- wie fassungslosen Schweizer Keeper damit überlobte. Kramers Aussetzer sorgte dafür, dass Gladbach im 19. Ernstkampf der Saison erstmals verlor und dass gleichzeitig Dortmund einen ersten Schritt aus der Krise machte.

22:1-Torschüsse für Dortmund

Das Kräftemessen zwischen den beiden Borussias zeigte zwei Dinge auf: Rein spielerisch ist Borussia Dortmund als 15. der Liga weit unter Wert klassiert. Aber die Art, wie grob fahrlässig er abermals mit seiner Chancenverwertung umging, machte deutlich, dass der schwache Saisonstart des BVB kein Zufallsprodukt ist. 22:1 Torschüsse (13:0 zur Pause) zählten die Statistiker, Gladbachs einziger erfolgte nach 64 Minuten. Hätte Kramer nicht ins eigene Tor getroffen, wäre Dortmund womöglich wieder nicht für einen immensen Aufwand belohnt worden. In der Champions League, wo Dortmund dank vier makellosen Auftritten bereits für die Achtelfinals qualifiziert ist, präsentiert sich die Effizienz (40,6 Prozent gegenüber weit unter 20 Prozent) wesentlich höher als in der Liga.

Die Reaktion nach dem Schlusspfiff war ein Indiz dafür, wie gross die Erleichterung auf Seiten der Dortmunder war. Trainer Jürgen Klopp feierte den ersten Sieg nach fünf Niederlagen und sieben erfolglosen Versuchen in Serie wie einen Meistertitel und herzte seine Kollegen vom Coaching-Staff innig. «Die Mannschaft hat ein aussergewöhnliches Spiel gemacht und sich zu Selbstvertrauen gezwungen", sagte Klopp. "Wenn das der Dosenöffner gewesen sein soll, nehme ich das gerne hin und werde das später als Anekdote erzählen.»

Gladbach hatte dem Dortmunder Sturmlauf so gut wie nichts entgegenzusetzen. Die bislang so solide Mannschaft von Lucien Favre wurde von Beginn weg massiv unter Druck gesetzt und schaffte es erst in der Schlussphase, sich etwas aus der starken Umklammerung zu lösen. Offensiv passte beim hoch gehandelten Verfolger von Leader Bayern München nichts zusammen. Gute Noten verdiente sich einzig Goalie Sommer, was vieles über den missglückten Auftritt seiner Teamkollegen verriet.

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