Wort zur Super League

Keine konstante Leistung – haben die Super-League-Mannschaften ein Mentalitätsproblem?

Ausser YB konnte in dieser Saison noch kein Klub mit einer konstant guten Leistung überzeugen.

Dass YB momentan in einer anderen Liga spielt, das sollte mittlerweile den meisten klar geworden sein. Abgesehen von der Berner Mannschaft schafft es derzeit kein Super-League-Team, eine konstant gute Leistung abzuliefern. Stellt sich die Frage, ob es die Trainerwechsel sind, die an der mangelnden Kontinuität Schuld sind – oder ob es doch eher ein Mentalitätsproblem ist.

Seit Sonntag und dem 3:1-Sieg in Basel wissen wir es definitiv: Die Young Boys sind derzeit in einer eigenen Liga unterwegs. Dafür ist hinter den Bernern das Gedränge umso grösser. Zwischen dem Tabellenzweiten Thun und GC auf Platz neun (dem Barrageplatz) besteht lediglich eine Differenz von acht Punkten. Und will man Xamax, das vier Punkte hinter den Hoppers liegende Schlusslicht, noch nicht abschreiben, dann darf man sich auf einen dramatischen weiteren Saisonverlauf freuen.

Es wird ein Hauen und Stechen von neun Mannschaften um die Europacupplätze und gegen den Abstieg geben. Es ist prickelnd, wenn es keine Favoriten gibt und total offen ist, wer als Sieger vom Platz gehen wird.

Auf der anderen Seite ist es schon ein Mangel, dass ausser YB keine Mannschaft Kontinuität in ihre Leistungen bringt. Die Berner haben schon wieder fünf Siege in Folge hingelegt, nachdem sie bereits mit neun Dreiern gestartet waren. Mit Ausnahme des FC Sion, man höre und staune, hat es in dieser Spielzeit kein weiteres Team geschafft, einmal drei Siege hintereinander einzufahren. Und bei den Wallisern hat auch mehr Glück als Verstand zu dieser Serie geführt.

Eine wahre Wundertüte

Am Samstag hatte der FC Luzern im Tourbillon Chancen für fünf Siege. Aus den Grasshoppers wird keiner schlau: Da erscheinen sie mit zwei Siegen und vermeintlich viel Selbstvertrauen im Gepäck zum Zürcher Derby, bringen aber kein Bein vors andere und verlieren sang- und klanglos 0:2.

Eine wahre Wundertüte sind die St. Galler. Nach den beiden Siegen gegen den FC Zürich und in Sion wähnten wir sie auf dem aufsteigenden Ast, doch mit drei Niederlagen hintereinander sind sie auf dem harten Boden der Realität gelandet.

Mangelnde Kontinuität hat nicht selten mit Trainerwechseln zu tun. Das ist bei Basel, Lugano und Sion zu sehen. Aber es besteht auch der dringende Verdacht, dass manche Teams Probleme mit der Mentalität haben, nach zwei Siegen bereits die Konzentration für und der Hunger auf weitere Erfolge nachlässt. Vielleicht braucht der eine oder andere Klub statt eines neuen Stürmers eher mal einen Mentaltrainer.

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