«Night to remember»
Hakan Yakin: «Die schönsten 24 Stunden meiner Karriere»

Was war das für eine Sensation: Am 12. November 2002 qualifiziert sich der FC Basel dank eines 3:3 gegen Liverpool für die zweite Gruppenphase der Champions League. In Teil 4 erinnern sich die beiden Brüder Murat und Hakan Yakin.

Etienne Wuillemin, Sebastian Wendel und Markus Brütsch
Drucken
Teilen
Der FC Basel feiert das 3:3 gegen den FC Liverpool vor der Muttenzerkurve

Der FC Basel feiert das 3:3 gegen den FC Liverpool vor der Muttenzerkurve

Keystone
Murat Yakin

Murat Yakin

Keystone

Murat Yakin, heute Trainer bei Spartak Moskau

«Lustig, vor ein paar Tagen wurde ich in Moskau auf diese Zeit angesprochen. Vor dem ‹Final› gegen Liverpool mussten wir nach Russland und dort gegen Spartak gewinnen. Das Spiel wurde wegen einer Geiselnahme um eine Woche verschoben. Das war alles andere als einfach für uns, aber mit viel Willen und Routine haben wir 2:0 gewonnen.

Dann das Liverpool-Spiel: Ganz ehrlich, ich war nicht besonders überrascht über diesen Erfolg. Seit den Qualifikationsspielen gegen Celtic Glasgow surften wir als Mannschaft auf einer Erfolgswelle und fühlten uns praktisch unschlagbar. An diesem Abend hätte auch Real Madrid ins Joggeli kommen können, wir wären trotzdem vom Weiterkommen überzeugt gewesen. Viele behaupten: Hätte die Partie nur fünf Minuten länger gedauert, wir wären ausgeschieden. Nein – an diesem Abend war das Glück nur auf unserer Seite. Seit diesem Abend wusste ich, dass es definitiv die richtige Entscheidung war, aus dem Ausland nach Basel zurückzukehren. Neben Trainer Gross arbeiteten mit Gigi Oeri, Erich Vogel und René C. Jäggi auch im Hintergrund hervorragende Leute und stellten ein sensationelles Team zusammen.»

Hakan Yakin

Hakan Yakin

Keystone

Hakan Yakin, heute Juniorentrainer bei Zug 94

«Um einen solchen Tag zu erleben, muss alles stimmen. Und es stimmte alles! In der Pause schauten wir uns ungläubig an und dachten: Sind wir eigentlich im falschen Film oder was läuft da genau? Ich hatte bei allen drei FCB-Toren die Füsse im Spiel. Vor allem an das zweite erinnere ich mich sehr gerne. Ich hatte auch schlechte Spiele beim FCB, aber ohne arrogant zu wirken, so einen Pass können nur wenige spielen, in den Lauf von Gimenez, das Tempo schön dosiert. In meiner Karriere gelangen mir vielleicht zwei ähnlich schöne Pässe. Gegen Glasgow, blind und ebenfalls in den Lauf von Gimenez, dort habe ich fünf Gegenspieler und mich selbst ausgespielt. Und gegen Griechenland mit dem Nationalteam in den Lauf von Blaise N’Kufo.

Die 24 Stunden dieses 12. Novembers waren die schönsten meiner FCB-Karriere. Vielleicht zusammen mit jenen nach der Qualifikation für die Champions League. Wenn nun Liverpool wieder im St. Jakob Park spielt, dann denkt sicher keiner mehr: ‹Schön, spielen wir nur gegen die kleinen Basler.›»

Aktuelle Nachrichten