Ex-Frau
Graziella Blatter: «Ich habe eine Stinkwut! Das ist nicht fair»

Sie empfinde immer noch Liebe für Sepp Blatter, sagt Graziella Blatter-Bianca, Ex-Frau des suspendierten Fifa-Chefs. Aber das sei nicht der Grund, weshalb sie ihm jetzt den Rücken stärkt: Blatter werde ungerechterweise vorverurteilt.

Simone Morger
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Die Trennung ist schon lange her. Nach zwei Jahren Ehe liessen sich Fifa-Präsident Sepp Blatter und die ehemalige Delfin-Betreuerin Graziella Blatter-Bianca Ende 2004 scheiden.

Doch jetzt, in den wohl dunkelsten Momenten seiner Karriere, ist die Ex-Frau wieder an Blatters Seite. Und sie leidet mit: «Es ist ein Albtraum, ich kann es fast nicht glauben», sagt sie in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri am Montagabend zu Moderator Markus Gilli. Und: «Ich habe eine Stinkwut.»

Die Ethikkommission hat Fifa-Chef Sepp Blatter suspendiert, nicht einmal mehr ein Fussballspiel darf er besuchen. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat gegen ihn ein Verfahren unter anderem wegen des Verdachts auf «ungetreue Geschäftsbesorgung» eingeleitet.

Graziella Blatter ist entsetzt. Entsetzt, «wie die Leute reagieren und ihn vorverurteilen». Und das will sie die Öffentlichkeit wissen lassen. «Wenn etwas Ungerechtes passiert, muss jemand hinstehen», sagt sie und sieht dies nun als ihre Aufgabe.

«Bisher konnte man ihm nie etwas vorwerfen und es ist auch jetzt noch eine Untersuchung und überhaupt nichts bewiesen», so die Ex-Frau. In der ganzen Korruptionsaffäre gehe unter, was Sepp Blatter für den Fussball geleistet habe. «Das ist absolut nicht fair.»

Zudem: Blatter habe das korrupte System nicht gegründet, ist sie überzeugt. «Er ist da hineingerutscht.» Und: «Er wollte das ändern, aber das geht nicht so schnell. Wer macht es besser? Das frage ich mich.»

Für Moderator Markus Gilli blickt die Ex-Frau dennoch durch die rosarote Brille: «Die ganze Organisation liegt in Trümmern, Graziella, mach die Augen auf!»

«Es ist logisch, dass die Ethikkommission so handeln musste – die wollen schliesslich glaubwürdig bleiben. Aber im Interesse des Fussballs ist eine Absetzung von Sepp Blatter sicher nicht», kontert Graziella Blatter.

Es gehe nicht darum, ihrem Ex-Mann einen Gefallen zu tun. Sie sagt zwar, sie empfinde noch immer so etwas wie Liebe für ihn, «wir haben Kontakt, aber nicht mehr so viel.» Dass er in diesem Moment nicht verzweifle, wie das jeder andere würde, bewundere sie.

Was die beiden noch immer verbindet, ist Jack-Russel-Dame «Queeny». Blatters Hündin wohnt bei der Ex-Frau. «In der Nacht, als Sepp seinen Rücktritt bekanntgab, ist es ihr sehr schlecht gegangen – ich habe wirklich gemeint, sie hat eine Herzattacke», erzählt Graziella Blatter jetzt.

Die Abklärungen in der Tierklinik hätten jedoch nichts ergeben. «Ich möchte jetzt nicht erneut als Eso-Tante abgestempelt werden – aber ich glaube daran, dass es mehr gibt, als das, was wir sehen», sagt Graziella Blatter.

Doch Queeny sei eine waschechte Blatter: «Sie ist immer noch da – zäh wie er.»