FC Aarau
FCA-Trainer Ranko Jakovljevic muss gehen

Aaraus Bilanz vor der Partie gegen Kriens ist ernüchternd: Sechs Niederlagen und zwei Unentschieden. Dadurch steht eines mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest: Ranko Jakovljevic muss gehen.

Ruedi Kuhn
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Auf dem Schleudersitz

Auf dem Schleudersitz

azNetz

Manchmal spricht der Name Bände. Aaraus Physiotherapeut und Masseur Michael Gut ist ein fleissiger, ehrlicher und ruhiger Mann. Er erledigt seine Arbeit beim FC Aarau seit Jahren zuverlässig und sorgfältig. Bis ihm einmal der Kragen platzt, braucht es viel. Sehr viel. Am vergangenen Montagabend war es so weit.

Kurz nach dem Schlusspfiff schimpfte Gut in den Katakomben vom Stadio Cornaredo in Lugano wie ein Rohrspatz. Es kam zu einem heftigen Disput mit dem Aarauer Stürmer Samel Sabanovic, der vor lauter Wut eine Materialkiste beschädigt hatte. Guts Schimpftirade war bis in den Presseraum hörbar.

Gut wollte auf Anfrage keine Stellungnahme zum Streit abgeben. Solche Dinge gehören seiner Ansicht nach nicht an die Öffentlichkeit. Er bittet sogar darum, nichts darüber zu schreiben. Seine Loyalität zu den Spielern in allen Ehren; diesen Wunsch können wir ihm nicht erfüllen. Beim FC Aarau liegen nämlich seit Wochen die Nerven blank. Die Vereinsverantwortlichen werden die aktuell verworrene Situation während der Winterpause genauestens analysieren müssen und die entsprechenden Folgen daraus ziehen.

Der Chefcoach von Kriens soll es richten

Die Trainerfrage ist das Hauptproblem. Es wäre allerdings falsch, Ranko Jakovljevic die alleinige Verantwortung für den sportlichen Absturz zu geben. Seine Entlassung ist jedoch beschlossene Sache. Die Führungscrew muss aber auch die Ämter des Sport-Koordinators und vor allem jenes vom Nachwuchs-Verantwortlichen infrage stellen. Quereinsteiger Urs Bachmann und der seit geraumer Zeit von vielen Seiten heftigst kritisierte Nachwuchsleiter Jürg Widmer sollten ihre Rollen überdenken.

Kurzfristig steht die Nachfolge von Jakovljevic im Brennpunkt des Geschehens. Entscheiden werden diesbezüglich Präsident Alfred Schmid, Sport-Koordinator Urs Bachmann und die Sportausschuss-Mitglieder Fredy Strasser und Roger Hegi. Was den neuen Trainer betrifft, brodelt es in der Gerüchteküche heftigst. Der aktuelle Krienser Chefcoach Maurizio Jacobacci soll der Topkandidat sein. Im Gespräch sind auch Raimondo Ponte, der frühere Erfolgstrainer Ryszard Komornicki, Sven Christ und Petar Aleksandrov.

Einsitz im Sport-Ausschuss soll unter anderem der frühere Profi Bernd Kilian nehmen. Bezüglich Zuzüge und Abgänge im Spielerkader sind zwei, drei Verstärkungen geplant. Der mazedonische Internationale Aco Stojkov möchte den Verein trotz Vertrags verlassen.

Heute Nachmittag wird Jakovljevic im Heimspiel gegen Kriens aller Voraussicht nach also das letzte Mal an der Seitenlinie stehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Aarauer Klubbosse entschlossen haben, einen Trainer vor seinem letzten Spiel zu entlassen. Im August 2004 wurde Martin Rueda nach einer Niederlagenserie schon vor seiner Derniere mit den Aarauern gegen Servette freigestellt - und gewann zum Abschied prompt 4:0. Ob dies ein gutes Omen für das Resultat vom Kriens-Spiel sein mag?

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